Kos, die Insel des Hippokrates

Die drittgrößte Insel des Dodekanes war vor über 2400 Jahren die Heimat von Hippokrates, des Vaters der Medizin, dessen heiliger Eid auch heute noch geschworen wird. An Ihren berühmten Sohn erinnert in Kos-Stadt vor allem die Platane, unter der er einst lehrte, und das sehenswerte Asklepieion - eine antike Heilstätte mit wunderbaren Blick auf den Norden von Kos und die nur wenige Kilometer entfernte türkische Küste.
Spuren der Antike sind überall zu finden, auch wenn bisher nur ein Bruchteil der Schätze ausgegraben wurde. Doch auch die jüngere Geschichte ist allgegenwärtig: Kos steht zu seiner türkischen Vergangenheit - zu sehen an den Moscheen von Kos-Stadt und Platani.
Doch auch für Erholungssuchende ist Kos ideal, denn kilometerlange flache Sandstrände sind auf griechischen Inseln eher selten!




Kos-Stadt

Kos-Stadt war schon in der Antike besiedelt, wurde aber 366 v. Chr. zur neuen Hauptstadt, da die alte Hauptstadt im Westen der Insel von einem Erdbeben zerstört worden war und auch ein großer Handelshafen für die Koer immer wichtiger wurde.
Heute kann man daher in Kos-Stadt viel entdecken: Nach einem Besuch des Jachthafens und der Kreuzritterburg verführen die orientalisch wirkenden Altstadtgassen zu einem ausführlichen Einkaufsbummel; nach der Erkundung der antiken Ausgrabungen und Museen zieht das lebhafte Nachtleben der Stadt in seinen Bann - alles liegt nur wenige Schritte voneinander entfernt.
Lage: im Nordosten der Insel

Mandraki-Hafen: Der Hafen von Kos-Stadt wurde bereits in der Antike angelegt und war in byzantinischer Zeit ein bedeutender Handelshafen und Stützpunkt für Kriegsschiffe. Heute legen hier die Ausflugsboote ab, mit denen man Tagesausflüge in die Türkei und die umliegenden Inseln machen kann. Abends ist die Hafenpromenade mit ihren vielen Straßencafés und Restaurants die Flaniermeile der Stadt.
Lage: nordwestlich der Burg Neratzia

Burg Neratzia: Zwischen 1309 und 1523 wurde die Insel vom Johanniterorden beherrscht. Zur Verteidigung von Kos-Stadt und dem Hafen gegen die Türken erbauten die Ritter zwischen 1450 und 1478 die innere Burg über den Resten der antiken Stadtmauern. Der äußere Mauerring wurde erst 1514 fertiggestellt. Im Innenhof der Festung befindet sich eine ungeordnet wirkende Sammlung von Skulpturen, antiken Säulenresten und Altären mit hellenistischen, römischen, byzantinischen oder frühchristlichen Motiven und Inschriften. Eine kleine Münzausstellung ist links neben dem Torhaus in mehreren Räumen untergebracht. Die Brücke über den ehemaligen Wassergraben, der heute zu einer schöne Palmenallee umgestaltet wurde, war schon immer die einzige Verbindung zur befestigten Stadt. Eintritt.
Lage: südöstlich des Mandraki-Hafens.

Platane des Hippokrates: Die Legende sagt, dass unter dieser Platane einst der berühmte Sohn der Insel gelehrt und sie sogar selbst gepflanzt haben soll - doch Biologen bezweifeln, dass dieser Baum über 2400 Jahre alt sein kann. Ihre Schätzungen liegen aber immerhin zwischen 500 und 2000 Jahren. Auch wenn der Baum völlig hohl ist und nur durch Gerüste und Stützen gehalten wird, fing er bisher jedes Frühjahr wieder neu zu treiben an.
Lage: auf der Platia Platanou, zwischen der Loggienmoschee und der Burg Neratzia.

Hadji-Hassan-Moschee (Loggienmoschee): Diese Moschee wurde 1765 während der türkischen Zeit erbaut. Der Stil des Gebäudes erinnert mit seinen farblich abgesetzten Fensterbogen und Arkaden weniger an ein orientalisches Gebetshaus sondern eher an eine italienische Loggia, daher auch der Name "Loggienmoschee".
Lage: zwischen der Platane des Hippokrates und der Antiken Agora.

Palazzo di Giustizia: Das 1928 von den italienischen Besatzern errichtete Justizgebäude ist auch heute noch Sitz des Gerichts. Außerdem ist hier die Polizei und die Verwaltung von Kos untergebracht.
Lage: zwischen der Platia Platanou und der Uferstraße

Albergo Gelsomino (Tourist Information): Das Gebäude, in dem heute die Tourist Information (Municipality of Kos Tourist Information) untergebracht ist, wurde 1929 von den Italienern als erstes Hotel der Stadt gebaut. Der Stil des Gebäudes ist eher kitschig-verspielt, daher gilt ein Besuch meist nur dem Touristenbüro, wo man die wichtigsten Informationen über Kos, Linienbuspläne, Unterkünfte oder Veranstaltungen erhalten kann.
Lage: in der Odos Vasileos Georgiou B', am Stadtstrand, südlich der Burg Neratzia.

Antike Agora: Das katastrophale Erdbeben im Jahr 1933 war gleichzeitig ein Glücksfall für die Archäologen. Denn viele der Häuser im Stadtkern waren so stark zerstört, dass sie auf Anordnung der italienischen Behörden abgerissen werden mussten. Dabei entdeckte man die Reste des antiken Zentrums von Kos-Stadt mit einem Herakles-Tempel (2. Jhdt. v. Chr.), einem Doppeltempel von Aphrodite und Pandimos (2. Jhdt. v. Chr.), Fundamenten der Marktarkaden (4. oder 3. Jhdt. v. Chr.), mehreren antiken Wohnhäusern mit schönen Mosaiken und einigen frühchristlichen Kapellen. Eintritt frei.
Lage: zwischen der Platia Eleftherias und der Platia Platanou (Foto: Kos Unified Tourism Board)

Stadtmauer und Stadttor: Die mittelalterliche Stadtbefestigung stammt aus der Zeit der Johanniterherrschaft. Sie wurde zwischen 1391 und 1396 erbaut und diente als Schutz sowohl vor Piraten als auch vor den Türken. Ursprünglich umfasste die Stadtmauer die gesamte Stadt, heute sind jedoch nur noch ein Rundturm in der Südwest-Ecke und der Torbogen, der zur Agora führt, erhalten geblieben. In der "Bar Street", die zwischen dem Tor und der Platia Platanou liegt, findet abends das Nachtleben von Kos statt.
Lage: Torbogen und Rundturm liegen östlich der Platia Eleftherias.

Defterdar-Moschee: Diese typisch islamische Moschee wurde 1786 von der islamischen Gemeinde von Kos erbaut. Sie besteht aus einem Vorraum, den Arkaden mit kleinen Läden und einem Café, dem Hauptraum und einem filigran gemauerten Minarett mit roter Spitze. Sie ist eine der wenigen Moscheen, die auf der Insel erhalten geblieben sind, wird aber heute nicht mehr zu Gebetszwecken genutzt.
Lage: an der Ostseite der Platia Eleftherias. (Foto: Kos Unified Tourism Board)

Archäologisches Museum: Das Gebäude des Archäologischen Museums stammt aus italienischer Zeit und wurde 1936 erbaut. Hier sind die bedeutendsten koischen Funde aus klassischer, hellenistischer und römischer Zeit ausgestellt. Eines der schönsten Stücke erwartet einen gleich im Innenhof: ein sehr gut erhaltenes Mosaik aus dem 3. Jhdt. n. Chr., das Asklipios, den Gott der Heilkunde, bei seiner Ankunft auf Kos zeigt. Hinter einem Felsen wird er von Hippokrates erwartet, während ihn rechts ein koischer Bauer begrüßt. Außerdem sehenswert sind unter anderem eine römische Statue der Hygieia, der griechischen Göttin der Gesundheit, eine imposante Statue des Hippokrates aus dem 4. Jhdt. v. Chr. und ein sitzender Götterbote Hermes, mit geflügeltem Helm und Stiefeln. Eintritt.
Lage: am Nordende der Platia Eleftherias.

Markthalle: Die moderne Agora stammt aus italienischer Zeit und wurde 1935 im arabischen Stil erbaut, ähnelt aber eher den italienischen Kolonialbauten in Nordafrika. Von außen wirkt das Gebäude weitaus größer, als es in Wirklichkeit ist. Früher war hier einmal der Gemüsemarkt von Kos untergebracht, heute verkaufen die kleinen Stände Gewürze, Honig, Olivenprodukte und Ähnliches. Gezahlt wird übrigens - wie im Supermarkt - an einer gemeinsamen Kasse.
Lage: an der Südseite der Platia Eleftherias.

Agia Paraskevi: Die von einer blauen Kuppel gekrönte Bischofskirche wurde 1932 im traditionellen byzantinischen Stil erbaut, die Innenmalereien stammen aus den Jahren zwischen 1984 und 1989. Die Kirche wurde während der italienischen Besatzungszeit von den griechischen Einwohnern als Ausdruck des Widerstands gegen die Unterdrückung des griechischen Glaubens und der Kultur erbaut.
Lage: Platia Agias Paraskevis, hinter der Markthalle.

Halouvazia: Altstadtgassen: Entlang der Odos Ifestou, die weiter außerhalb Odos Apellou heißt, reihen sich Souvenir-Läden, Juweliere, Geschäfte mit Lederwaren, Gewürzen oder Töpferwaren und Cafés, Tavernen oder Restaurants aneinander. Früher bildeten Teile dieser Gassen einen türkischen Bazar und auch heute noch kann man an den typischen kleinen Häusern aus der Türkenzeit das Flair des ehemaligen türkischen Viertels erahnen.
Lage: von der Platia Eleftherias Richtung Südwesten bis zu den Westlichen Ausgrabungen führend.

Westliche Ausgrabungen:
In diesem großen Ausgrabungsareal am Rande der Altstadt gibt es einige Highlights zu entdecken: Eines der schönsten Gebäude ist das Nymphaion, ein viereckiger Bau aus dem 3. Jhdt. v. Chr., dessen Mauern komplett rekonstruiert wurden. Ins Innere kann man zwar nur durch ein vergittertes Fenster schauen, doch dahinter öffnet sich ein wunderschöner, üppig mit Mosaiken, Brunnen und Statuen dekorierter Innenhof in fast maurisch wirkendem Stil. Daher kam man lange nicht darauf, dass es sich bei diesem Gebäude "nur" um eine antike öffentliche Toilette handelte.
Westlich des Nymphaion, auf der anderen Seite einer antiken Straße mit noch gut zu erkennenden Karrenspuren und Gehsteigen, stehen die Ruinen der Westthermen und die 17 (von ehemals 81) wiederaufgebauten Säulen des Xysto, der Säulenhalle des Gymnasion, aus dem 2. Jhdt. v. Chr. Zu den beiden wichtigsten und bekanntesten Mosaiken dieser Ausgrabungsstätte gehören "Das Urteil des Pares" (am nördlichen Rand der Ausgrabungen) und "Die Entführung der Europa" im östlichen Teil, nahe der ehemaligen Akropolis. Eintritt frei.
Lage: an der Odos Grigoriou E'.

Odeon: Die 14 noch gut erhaltenen und mit Marmor verkleideten Ränge dieses kleinen römischen Theaters können auch heutzutage wieder für Konzerte und Aufführungen genutzt werden. Erbaut wurde das Odeon im 2. Jhdt. n. Chr. Eintritt frei.
Lage: an der Odos Grigoriou E', südwestlich der Westlichen Ausgrabungen.

Casa Romana und Zentralthermen: Anhand der Überreste dieser römischen Patriziervilla aus dem 3. Jhdt. n. Chr. kann man sich gut vorstellen, wie wohlhabende Römer einst in Kos gelebt haben. Das Haus wurde 1934 bei italienischen Ausgrabungen entdeckt und ist seit 1940 der Öffentlichkeit zugänglich. Die einstige Pracht des Hauses mit 36 Räumen, 3 Innenhöfen und mehreren Bädern, kann man noch gut in den mit Marmor verkleideten und mit wunderschönen Fußbodenmosaiken und Wandmalereien ausgestatteten Räumen erahnen. Die daneben liegenden Zentralthermen stammen aus dem 3. Jhdt. v. Chr. Hier sind vor allem die Pfeiler der Hypokausten gut zu erkennen. Eintritt.
Lage: an der Odos Grigoriou E', südöstlich der Westlichen Ausgrabungen.

Asklepieion

Die in einem Zypressenhain gelegene Anlage mit herrlichem Blick auf die Küste Kleinasiens wurde erst Anfang des 20. Jhdts. entdeckt und restauriert. Der Grundstein dieses großen antiken Therapiezentrums und der Medizinschule wurde gegen Ende des 4. Jhdts. v. Chr. gelegt, nach dem Tod des Arztes Hippokrates (ca. 460-375 v. Chr.). In den 3 Ebenen, die durch breite marmorne Freitreppen miteinander verbunden sind, findet man Reste eines Asklepios-Tempels (Gott der Heilkunde), eines Opfer-Altars und von Säulenhallen. Eintritt.

Unterste Ebene: in der von Säulen umstandenen hufeisenförmige Stoa war vermutlich die Medizinschule untergebracht, östlich davon lagen die römischen Thermen (3. Jhdt. n. Chr.). Die Arkaden wurden in römischer Zeit in die Stützmauer zur mittleren Ebene eingebaut. In einer Mauernische auf der rechten Seite der Freitreppe wurde ein Xenophon-Tempel eingelassen, links von der Treppe befindet sich eine Quelle mit einem Bild des Hirtengottes Pan.

Mittlere Ebene: ein Marmoraltar gleich gegenüber der Freitreppe ist das wohl älteste Bauwerk der Anlage (4. Jhdt. v. Chr.), links daneben wurden 7 korinthische Säulen eines Apollon-Tempels aus dem 2. Jhdt. n. Chr. wieder aufgerichtet, auf der rechten Seite befindet sich ein kleiner ionischer Asklepion-Tempel (3. Jhdt. v. Chr.), von dem 2 Säulen aufrecht stehen, vor dem Abaton, der Residenz der Priester.

Obere Ebene: hier befindet sich der jüngere, große dorische Tempel des Asklepios (2. Jhdt. v. Chr.), umgeben von einer großen hufeisenförmigen Stoa. Ein Säulenrest des Tempels wurde in frühchristlicher Zeit in einen christlichen Altar umgewandelt, der heute noch steht.
Lage: etwa 4 km südwestlich von Kos-Stadt, bei Platani.

Platani

In Platani leben auch heute noch türkischstämmige Familien, die zwar griechische Pässe besitzen, untereinander aber zum Teil noch türkisch sprechen. Außerdem ist die Moschee des Ortes die einzige auf Kos, in der noch das traditionelle Freitagsgebet stattfindet. Am Marktplatz kann man in einem der drei Restaurants typisch türkische Spezialitäten bekommen, die sich vor allen durch die Gewürze von den griechischen Gerichten unterscheiden. Sehenswert ist in Platani auch der arabische Friedhof, in dem man sich vor allen die alten Grabsteine mit arabischen Schriftzeichen und Turbanen ansehen sollte.
Lage: etwa 3 km südwestlich von Kos-Stadt; der Friedhof liegt an der Straße von Platani Richtung Main Road, etwa 200m nördlich des Dorfplatzes.

Psalidi

Nur wenige Kilometer von Kos-Stadt entfernt haben sich entlang des langen Kiesstrandes, der sich östlich von Kos-Stadt bis zum Kap Agios Fokas erstreckt, vor allem große Hotelanlagen, Tavernen, Restaurants, Geschäfte und Wassersportzentren angesiedelt. Die kleine Salzmarschlandschaft in der Nähe des Leuchtturms von Louros ist ein Paradies für Flamingos, seltene Pflanzen und Tiere und steht unter Naturschutz.
Lage: im Osten der Insel, erstreckt sich etwa 4 km östlich von Kos-Stadt bis zum Kap Agios Fokas. (Foto: Kos Unified Tourism Board)

Embros Therme

Heilendes Schwefelwasser tritt hier mit einer Temperatur von etwa 40 °C zwischen Felsen aus dem Vulkangestein heraus. Mehrere große Felsbrocken, im Kreis gelegt, markieren eine Art Pool, in dem man sich die Temperatur suchen kann, die einem angenehm ist. Der schmale Kiesstrand rechts und links neben der Therme ist meistens gut gefüllt, eine kleine Taverne sorgt für das leibliche Wohl. Eintritt frei.
Lage: im Südosten der Insel, etwa 9 km von Kos-Stadt

Zia

In den meisten Reiseführern wird Zia als ursprüngliches Bergdorf, ohne jeden Tourismus gelobt. Doch wer sich dann mit dem Reisebus hierher bringen lässt, ist meist enttäuscht: Ein Souvenirshop reiht sich an den nächsten. Doch es geht auch anders: denn am Nachmittag, sobald die Touristen wieder in ihren Bussen sitzen, wird Zia wieder zu einem Bergdorf, in dem sich Katzen in der Sonne räkeln, die Einwohner ihren täglichen Geschäften nachgehen und im Kafénion in aller Ruhe dem Nichtstun frönen. Früher war Zia durch seinen Wasserreichtum recht bedeutend. Doch immer mehr Junge zogen nach Kos-Stadt, so dass der Ort in den 80er Jahren fast ausgestorben war. Erst der Tourismus hauchte dem Ort wieder Leben ein. Die Souvenirshops bieten vor allem noch lokale Spezialitäten wie die "kanelada" (Zimtsirup), süß eingelegte Tomaten, Berghonig, Spitzen und Webteppiche an.
Lage: im Inselinneren, etwa 12 km südwestlich von Kos-Stadt.

Wassermühle: Der Wasserreichtum von Zia brachte dem Ort einst großen Reichtum. Die alte Wassermühle, eine von ehemals 20, wurde etwa um 1800 erbaut, ist aber heute leider nicht mehr in Betrieb. Eintritt frei.
Lage: Am Ortsanfang (bei der Bushaltestelle) führt ein gepflasterter Gehweg etwa 50m nach oben. Die Wassermühle liegt links hinter dem Souvenirshop.

Lagoudi

Die Kirche Zoodochos Pigis ist das erste, was man von Lagoudi sieht. Sie thront auf einem kleinen Hügel über dem Dorf und ist für einen so kleinen Ort ziemlich groß ausgefallen. Die Fresken an den Wänden stammen aus den letzten Jahren und wurden von den Dorfbewohnern gestiftet. Beim Bummel durch den Ort und seine engen Gassen findet man zwei ungewöhnliche Kafénions: zum einen das Paradosiako Kafenion, das direkt am Parkplatz unterhalb der Kirche liegt (die Zubereitung seiner Kanelada ist nur was für echte Abenteurer!), zum anderen das I Orea Ellada, über einen kleinen Fußweg links unterhalb der Kirche erreichbar (Kombination zwischen antikem Schmuckladen und Café)
Lage: etwa 17 km südwestlich von Kos-Stadt, an der Straße zwischen Amaniou und Evangelistria

Pili

Pili ist ein größerer Ort, an dessen Marktplatz vor allem abends so einiges los ist. Besonders sehenswert sind der Löwenkopfbrunnen, der seit 1592 das Dorf mit klarem Wasser aus dem Dikeos-Gebirge versorgt, und das Traditionelle Haus, das anschaulich demonstriert, wie einfache Bauern vor nur 50 Jahren hier gelebt haben. Am oberen Rand des Dorfes liegt das Grab des Harmylos, ein Scheingrab aus dem 4. Jhdt. v. Chr. mit einem Tonnengewölbe, das für diesen koischen Helden errichtet wurde. Darüber steht heute eine kleine Kapelle. Nur im Traditionellen Haus Eintrittsgebühr.
Lage: im Inselinneren, etwa 16 km westlich von Kos-Stadt; der Löwenkopfbrunnen liegt etwa 150 m westlich, das Traditionelle Haus am östlichen Rand des Dorfplatzes; das Grab des Harmylos zweigt nach einer scharfen Rechtskurve links von der Straße Richtung Kardamena ab (ausgeschildert: Heroon of Charmylos).

Paleo Pili

Dieses alte Bergdorf ist vom Meer aus fast unsichtbar, da die Gebäude aus dem Stein der umliegenden Felsen erbaut wurden. Vom byzantinischen Kastell aus dem 11. Jhdt. hatten die Bewohner jedoch die gesamte Ebene um Marmari und Tigaki im Blick. Nach einem Ausbruch der Cholera 1830 mussten die Bewohner das Dorf fluchtartig verlassen und weiter unten ein neues Dorf gründen (das heutige Pilí). Einige der alten Häuser stehen noch und belohnen den kurzen Aufstieg zum Geisterdorf. Die drei kleinen Kirchen von Pili sind zum Teil noch in Gebrauch und vor allem wegen ihrer Fresken sehenswert.
Die erste Kirche (Asomati Taxiarches Gavriil ke Michail) liegt romantisch am Beginn des Dorfes und besitzt ein schönes Fresko des letzten Abendmahls. Die mittlere Kirche (Agios Antonios) sieht eher wie ein gewöhnliches Wohnhaus aus und hat im Innern einige stark verwitterte Fresken. Die oberste Kirche Panagia ton Kastrianon, die am Rand eines Plateaus liegt, wird heute noch an besonderen Festtagen genutzt. Ganz oben am Ortsende befindet sich eine kleine Taverne, die Joghurt mit Honig und Getränke anbietet. Das Kastell wird gerade restauriert und ist daher nicht zugänglich. Gutes Schuhwerk und Taschenlampe (für die Kirchenfresken) mitnehmen.
Lage: etwa 3,5 km oberhalb von Pili; im unteren Ortsteil von Pili zweigt der Weg bei der Kirche Agios Georgios ab (ausgeschildert); an einer Linkskurve mit kleinem Parkplatz führt ein Fußweg nach oben zum Dorf.

Tigaki

Tigaki ist ein reiner Badeort, der hauptsächlich durch den Tourismus gewachsen ist. Es bietet einen recht schönen Sandstrand, der aber leider oft ziemlich voll ist. Die einzige Sehenswürdigkeit im Umkreis ist der Salzsee Alikes, in dem noch bis Mitte des 20. Jhdts. eine große Saline betrieben wurde. Heute dient der See vielen Wasservögeln als Brut- und Überwinterungsplatz.
Lage: an der Nordküste der Insel, etwa 12 km westlich von Kos-Stadt; der Salzsee liegt zwischen Marmari und Tigaki und ist über eine Staubpiste, die etwa gegenüber der Go-Kart-Bahn abzweigt, erreichbar.

Marmari

Entlang des langen, meist feinsandigen Strandes, der sanft ins Meer abfällt, verteilen sich die Hotels in lockerer Folge, immer wieder unterbrochen von Gemüsefeldern und Kuhweiden. An der Stichstraße, die von der Main Road zum Strand führt, liegen einige Tavernen, Bars und Einkaufsmöglichkeiten. Marmari ist ideal sowohl für einen erholsamen Strandurlaub als auch als Ausgangspunkt zur Erkundung der Insel. Gute Linienbusverbindung nach Kos-Stadt. Unser Tipp!
Lage: an der Nordküste der Insel, etwa 15 km westlich von Kos-Stadt.

Mastichari

Mastichari ist ein noch recht ruhiger Ferienort, der trotz seines Fährhafens (hier legen die Fähren nach Kalymnos ab) vom Pauschaltourismus noch wenig beachtet wird. Eine kleine Fußgängerzone und ein ursprünglich gebliebenes Ortszentrum bieten alles für einen entspannten Urlaub ohne Hektik. Der Strand ist feinsandig, aber manchmal auch etwas windig, vor allem wenn der aus Nordwesten wehende Meltemi bläst. Die kleine, äußerst fotogen gelegene Kirche Agios Georgios Loizos ist bereits über 800 Jahre alt. Für ihren Bau wurden unter anderem Teile aus antiken Gebäuden verwendet.

Lage: an der Nordküste der Insel, etwa 30 km westlich von Kos-Stadt; die Kirche liegt direkt an der Straße nach Mastichari, etwa 1,5 km nach der Abzweigung von der Main Road und etwa 400 m nach den Hotel Neptun Village

Antimachia

Auf einem Bergplateau im Inselinneren gelegen, wurde Antimachia bereits vor 3000 Jahren geschichtlich erwähnt. Doch der Tourismus hat den Ort bisher weitestgehend verschont. Obwohl die alte Windmühle, das Traditionelle Haus und die riesige Johanniterfestung auch den einen oder anderen Touristen in den Ort locken, sucht man hier zum Glück noch vergeblich nach Souvenirshops und Touristenbars. Der Flughafen liegt unweit des Ortes.
Lage: im Inselinneren, etwa 25 km südwestlich von Kos-Stadt.

Windmühle : Von den ehemals über 100 Windmühlen rund um Antimachia ist diese die einzige wieder funktionierende. Sie ist etwa 250 Jahre alt und diente zum Mahlen von Getreide. Heute dreht sie sich wieder wie früher und kann auch von innen besichtigt werden. Eintritt.
Lage: In der Ortsmitte von Antimachia. Von Kos-Stadt kommend im Kreisverkehr die 2. Straße einbiegen (bei der Polizeistation).

Paradosiako Spiti (Traditionelles Haus): Dieses etwa 150 Jahre alte Haus wurde vom Kulturverein von Antimachia restauriert und originalgetreu wieder eingerichtet. So wie hier haben koische Bauern noch bis etwa 1950 auf Kos gewohnt. Das Haus besteht aus 2 Wohnräumen, einem kleinen Stall und einem Wirtschaftsraum mit der Küche. Interessant sind vor allem die Betten, in denen mehrere Personen schlafen mussten, und die zweckmäßige, aber keinesfalls ärmliche Ausstattung des Hauses. Eintritt.
Lage: In der Ortsmitte von Antimachia, gegenüber der Windmühle.

Kastell von Antimachia: Bereits in der Mitte des 14. Jhdts. erbauten die Bewohner von Antimachia und Kardamena diese Burg als Zufluchtsort vor Piratenüberfällen. Sie wurde im 15. Jhdt. von den Johannitern vergrößert und bis etwa 1850 benutzt, bis sie für die ständig anwachsende Bevölkerung zu klein wurde. Spuren der langen Vergangenheit finden sich noch immer, so z.B. über dem Haupttor, wo sich das Wappen eines der Johanniter Großmeisters befindet. Die Kapelle Agia Paraskevi wurde bereits 1494 erbaut.
Info: 2003 noch keine Eintrittsgebühren, aber offenbar für die Zukunft geplant - ein Kassenhäuschen existiert bereits ...
Lage: ca. 3 km außerhalb von Antimachia. Von der Main Road (Richtung Kos-Stadt) direkt nach dem Militärstützpunkt nach rechts abbiegen. Nach ca. 1,5 km erreicht man das Kastell. (Foto: Kos Unified Tourism Board)

Kardamena

Kardamena war einst ein beschauliches Fischerdorf mit einem kleinen Fischereihafen. In der Zwischenzeit hat sich entlang der beiden langen Strände ein relativ gesichtsloses Touristenzentrum mit Bars, Diskotheken, großen Hotels, Souvenirläden und Tavernen entwickelt. Der Ortsstrand ist meist feinsandig und flach abfallend, aber auch recht voll. Eine der wenigen Sehenswürdigkeiten von Kardamena ist das Ausgrabungsgelände von Alasarna, wo man einen Apollo-Tempel und ein antikes Theater gefunden hat. Von Kardamena aus legen die Fähren nach Nissyros ab.
Lage: an der Südküste der Insel, etwa 25 km südwestlich von Kos-Stadt; die Ausgrabungen von Alasarna am westlichen Ortsrand sind ausgeschildert (Alasarna Archaeological Site).

Kefalos

Der Ort besteht aus zwei Teilen: Dem alten, noch recht ursprünglich gebliebenen Kefalos, das oben im Schutz der Burg liegt, und dem "neuen" Touristenort Kefalos, direkt am langen Sandstrand der Kamari-Bucht. Vom oberen Ortsteil hat man einen wunderbarem Blick über die Kamari-Bucht, die Basilika Agios Stefanos und die kleine vorgelagerte Insel Kastri, aber vor allem über einen großen Teil von Kos. Daher verwundert es nicht, dass die erste Hauptstadt von Kos einst knapp 2km von hier gegründet wurde: Astypalea.
Lage: im Südwesten der Insel, etwa 43 km von Kos-Stadt

Johanniterburg: Auf einem steilen Felsen hoch über der Kamari-Bucht gelegen, bot diese Burg den Johannitern einen phänomenalen Überblick über einen großen Teil des Inselwestens. Leider ist die Burg heute in keinem guten Zustand mehr, aber der Blick ist dennoch grandios.
Lage: am Ortsanfang von Alt-Kefalos rechts abbiegen, am rechter Hand liegenden Parkplatz parken und die restlichen 50m zu Fuß gehen.

Basilika Agios Stefanos: Als eine der am besten erhaltenen frühchristlichen Basiliken von Kos sollte Agios Stefanos unbedingt auf dem Besichtigungsplan stehen. Sie wurde im 5. Jhdt. direkt am Strand gegenüber der kleinen Insel Kastri erbaut. Heute sind ein Teil der Mauern noch erhalten und auch einige Säulen wurden wieder aufgerichtet. Zum Schutz vor Verwitterung wurden die Bodenmosaike zwischenzeitlich größtenteils mit einer Kiesschicht und einem feinen Gitter bedeckt.
Lage: Am nordöstlichen Ende der Bucht von Kamari, neben dem Club Mediterranée.

Nisi Kastri (Insel Kastri): Knapp 100m vom Strand entfernt liegt die kleine Insel mit ihrer winzigen Nikolaus-Kapelle. Der einfachste, aber dafür nasse Weg führt größtenteils im hüfthohen Wasser watend hinüber. Nur ein paar Meter muss man schwimmend zurücklegen, dann kann ist man schon drüben und klettert den kurzen Pfad hinauf. Dafür - und auch für die glitschigen Steine am Ufer der Insel - sind Badeschuhe recht hilfreich. Die Kapelle ist zwar fast nie geöffnet, aber hier ist ja auch der Weg das Ziel ...
Lage: Direkt gegenüber der Basilika Agios Stefanos

Astypalea (antike Hauptstadt): Hier liegen die Reste der antiken Hauptstadt von Kos, in der Hippokrates 460 v. Chr. geboren wurde. 412 v. Chr. wurde die Stadt bei einem Erdbeben zerstört, daher verlegte man um 366 v. Chr. die Hauptstadt in das heutige Kos-Stadt. Man kann noch ein Theater (Odeon) aus dem 2. Jhdt. v. Chr. und ein Demeter-Heiligtum aus dem 4. Jhdt. v. Chr. erkennen. Eintritt frei.
Lage: Am Ortsbeginn von Alt-Kefalos nach links abbiegen und etwa 2 km weiter der Straße folgen. Der Eingang zum umzäunten Gelände (Schild: Palatia) liegt schräg gegenüber eines Parkplatzes mit einem Brunnen.

Kefalos-Halbinsel

Direkt nach Kefalos endet die Main Road und man kommt nur noch auf schmalen Asphaltstraßen oder ungeteerten Feldwegen weiter. Zum sicheren Erreichen mancher Sehenswürdigkeiten ist daher ein Jeep oder ein Geländemotorrad erforderlich. Problemlos über asphaltierte Straßen sind das Kloster Agios Ioannis Thymianos und der Strand von Agios Theologos zu erreichen, doch der "wilde" Westen bietet noch weitere einsam gelegene Kapellen und sogar eine prähistorische Höhle (Aspri Petra).
Lage: im äußersten Südwesten der Insel, etwa 45-50 km von Kos-Stadt

Agios Ioannis Thymianos: Einen wunderschönen Blick auf das Meer hatten die Mönche, die dieses Kloster einmal bewohnten. Heute ist es verlassen, einige Gebäude beginnen bereits zu zerfallen, nur der Glockenturm und die Kirche sind noch gut erhalten. Zum alljährlichen Kirchweihfest füllt sich der große Platz vor der Kirche wieder mit Leben.
Lage: etwa 5 km südlich von Kefalos, an der Gabelung (kurz nach Astypalea) links halten

Agios Theologos Beach: Dieser wirklich einsame Strand, der zwar recht zerklüftet und schmal ist, an dem man aber relativ ungestört ist, wird auch Sunset Wave Beach genannt. Das einzige Restaurant in näherer Umgebung (Ag. Theologos Restaurant) ist erstaunlich gut und günstig.
Lage: etwa 5 km südwestlich von Kefalos, an der Gabelung (kurz nach Astypalea) rechts halten

Strände im Südwesten

Im Südwesten der Insel ziehen sich von Kefalos aus etwa 16 km herrlichster Badestrände entlang. Über mehr oder weniger gute, meist aber steile Stichstraßen kann man zu den Stränden gelangen. Zu den schönsten gehören dabei der Camel Beach (schön gelegen, mit Liegen und Schirmen, aber leider ohne Taverne), der Markos Beach (hier gibt es eine Taverne) oder der Magic Beach (noch relativ wenig besucht).
Lage: östlich von Kefalos


Übersicht Routen

Routenvorschläge Kos

8 Tagesausflüge

Ausflug 1: Stadtbummel in Kos-Stadt
Mandraki-Hafen - Burg Neratzia - Platane des Hippokrates - Hadji-Hassan-Moschee - Palazzo di Giustizia - Albergo Gelsomino - Stadttor & Stadtmauer - Defterdar-Moschee - Markthalle - Agia Paraskevi - Halouvazia (Altstadtgassen)

Ausflug 2: Archäologie in Kos-Stadt
Archäologisches Museum - Westliche Ausgrabungen - Odeon - Casa Romana & Zentralthermen - Dionysos-Altar - Antike Agora

Ausflug 3 a+b: Auf den Spuren des Hippokrates ( je 1/2 Tag)
3a: Asklepieon
3b: Kefalos (Astypalea)

Ausflug 4: Im Umland von Kos-Stadt
Platani - Psalidi - Embros Therme
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Ausflug 5: Im Inselinneren
Antimachia (Windmühle, Paradosiako Spiti, Kastell) - Pili & Paleo Pili - Lagoudi - Zia (Wassermühle, Kirche Kimissis tis Theotokou)

Ausflug 6: Die Strände im Norden
Tigaki - Marmari - Mastichari

Ausflug 7: Die Kefalos-Halbinsel - Der "wilde Westen" von Kos
Kefalos-Halbinsel (Agios Ioannis Thymianos, Agios Theologos Beach) - Kefalos (Johanniterburg, Basilika Agios Stefanos, Insel Kastri)

Ausflug 8: Die Strände im Südwesten
Strände im Südwesten (Camel Beach, Markos Beach, Magic Beach ...) - Kardamena

... weitere Tagesausflüge:
Nissyros (die Vulkaninsel), Kalymnos (die Schwammtaucher-Insel) oder in die Türkei (nach Bodrum).

Hinweis: Die Routenvorschläge setzen in der Regel voraus, dass Sie einen fahrbaren Untersatz (Mietauto, Mietmotorrad) zur Verfügung haben


Weitere Informationen finden Sie im Reisemagazin oder der Link-Liste
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