Kreta Rethymnon

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 Rethymnon: Eingebettet zwischen das mächtige Ida-Massiv im Osten und die Lefka Ori - die "Weißen Berge" - im Westen, das Kretische Meer im Norden und das Libysche Meer im Süden, liegt eine der schönsten Gegenden von Kreta.
Die Bezirkshauptstadt Rethymnon ist eine zauberhafte Stadt, in deren engen Gassen sich venezianische und türkische Elemente zu einem einzigartigen Flair verbinden.
Die Klöster Moni Arkadi und Moni Preveli, die wichtigsten Zentren des Widerstandes gegen die fast 230jährige Besatzung durch die Türken, gehören zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Insel, ebenso wie der höchste Berg Kretas, der Psiloritis (2456 m) und einige der markantesten Schluchten und feinsandigsten Badestrände.




Rethymnon

Die drittgrößte Stadt Kretas mit ihren 30.000 Einwohnern besitzt eine bezaubernde Altstadt, in der türkische und venezianische Einflüsse nebeneinander harmonieren. Der türkische Einfluss auf den Baustil findet sich heute vor allem noch an den Minaretten der 4 Moscheen und den oft wunderschön geschnitzten Holzerkern (Kioske). Bereits in der Antike wurde eine Siedlung auf dem Paläokastro erwähnt - an der Stelle, wo heute das Kastell liegt. Im 16. Jhdt. befestigten die Venezianer die Siedlung, bauten die Festungsanlagen und den malerischen Hafen und nannten ihre neue Stadt Castel Vecchio. Auch wenn die Befestigungen die Stadt vor den Piraten schützen konnte, nützte sie gegen die türkische Eroberung Mitte des 17. Jhdts. nicht lange: nach nur 23 Tagen fiel die Stadt in türkische Hand. Heute erobern nur noch Sonnenhungrige den 13 km langen, feinen Sandstrand von Rethymnon.
Lage: an der Nordküste, etwa 60 km östlich von Chania und 70 km westlich von Heraklion

Porta Guora: Die Porta Guora - auch Megali Porta genannt - ist das einzige noch erhaltene Stadttor, das (im 16. Jhdt.) Teil der venezianischen Festung war. Heute ist nur noch der Torbogen erhalten, früher jedoch stand hier eine eindrucksvolle Toranlage, die von einem Giebel mit eingemeißeltem Markuslöwen gekrönt wurde. Auch heutzutage betritt man die Altstadt meist durch dieses Tor. Gleich dahinter befindet sich ein kleiner, geschäftiger Platz, der als Marktplatz genutzt wird und wo man Fisch, Gemüse und Käse kaufen kann. Daran schließt sich die belebte Hauptstraße Ethnikis Antistaseos an, die gesäumt ist von einer großen Zahl von Läden und Geschäften.
Lage: Nördlich der Platia 4 Martiron bzw. des Stadtparks

Neratzes-Moschee: Ursprünglich wurde das Gebäude Mitte des 16. Jhdts. von Augustinermönchen als Kirche der Hl. Jungfrau erbaut. Doch schon kurze Zeit später, als die Stadt den Türken in die Hände fiel, wandelten diese das Gotteshaus im Jahre 1657 in eine Moschee um. Das große, schlanke Minarett wurde jedoch erst im Jahr 1890 ergänzt. Besonders sehenswert ist vor allem das schön verzierte Eingangsportal. Heute wird die Neratzes-Moschee nicht mehr als Gotteshaus sondern als Odeon für Konzerte und Theateraufführungen genutzt.
Lage: In der Odos E. Vernadou bzw. an der Platia Toi Petichaki (direkt im Anschluss gabelt sich die Ethnikis Antistaseos in zwei Sträßchen auf)

Historisches und Volkskunde-Museum: Ein unter Denkmalschutz stehendes venezianisches Bürgerhaus aus dem 17. Jhdt. bildet seit 1973 den Rahmen für diese umfangreiche volkskundliche Sammlung, die 1998 eröffnet wurde. Der größte Teil der Objekte aus dem traditionellen Leben der Bauern und Handwerker auf Kreta stammt aus der Präfektur Rethymnon und wird auf zwei Etagen präsentiert. Man findet hier neben traditionellen Handwerksprodukten (z.B. Körbe, Metallarbeiten, Keramik) auch Volkskunst (z.B. Stickereien, Spitzen, Teppiche, Webkunst), Münzen oder Waffen. Weitere Bereiche beschäftigen sich z.B. mit traditionellen Landwirtschaftsmethoden und Berufen. Das sorgfältig restaurierte Gebäude mit seinem schattigen Innenhof ist ebenso sehenswert wie die Ausstellungsobjekte. Eintrittsgebühr.
Lage: In der Odos Vernardou; kurz vor der Nerantzes-Moschee links (westlich) von der Ethnikis Antistaseos abbiegen

Fortezza: Auf einer felsigen Landzunge im Nordwesten der Altstadt liegt das Wahrzeichen von Rethymnon: die Fortezza. Von hier oben hat man einen wunderbaren Blick über die Dächer der Stadt. Begonnen wurde der riesige Bau 1573 von den Venezianern, um die Stadt vor den Piraten und den Türken zu schützen. 1590 war die Festung endlich vollständig fertiggestellt. Doch der Schutz währte nicht lange, bereits 1646 konnten die Türken die Burg nach kurzer Belagerungszeit einnehmen - trotz des sternförmigen Grundrisses mit drei Toren, sechs Bastionen und mehreren Waffenkammern blieben wegen des felsigen Untergrundes noch zu viele Lücken in den Verteidigungsanlagen. Heute fällt vor allem die Kirche Ag. Nikolaos ins Auge, die von den Türken mit einer Kuppel versehen und in eine Moschee umgewandelt wurde. Im Sommer wird das Erofili-Theater im Inneren der Festung für Musik- und Theateraufführungen des Renaissance-Festivals von Rethymnon genutzt. Eintrittsgebühr.
Lage: im Nordwesten der Altstadt; Eingang an der Odos Kateaki

Archäologisches Museum: Das von außen unscheinbar wirkende Gebäude birgt in seinem Inneren einige interessante Funde, die aus minoischer Zeit bis zur Römerzeit stammen. Die wichtigsten Objekte der Ausstellung sind unter anderem die Bestattungstruhen (larnakes) aus Ton, die kunstvoll mit Meerestieren, Pflanzen oder Jagdszenen bemalt sind und aus dem minoischen Friedhof von Armeni stammen. Die kleine Statue einer weiblichen minoischen Gottheit mit erhobenen Armen zeigt, wie kunstvoll schon damals Keramik hergestellt wurde. Mehrere Marmorstatuen aus römischer Zeit stellen griechische Gottheiten oder wichtige Persönlichkeiten der damaligen Zeit dar. Außerdem kann man z.B. Waffen, Bronze- und Glasgefäße, Schmuck, Öllampen, Münzen oder Grabstelen aus allen vorchristlichen Epochen bewundern. Eintrittsgebühr.
Lage: Odos Kateaki, direkt gegenüber dem Haupttor der venezianischen Festung

Rimondi-Brunnen: Dieser wunderschöne venezianische Brunnen stammt aus dem Jahr 1629 und wurde vom damaligen Rektor der Stadt, Alvise Rimondi, in Auftrag gegeben. Aus drei Löwenköpfen sprudelt kühles Wasser in die drei Wasserbecken, die zwischen korinthischen Säulen eingelassen sind und spenden beim Bummel durch die Altstadt kühlende Erfrischung.
Lage: Am Nordende der Platia Petachaki an der Odos Arabatzoglou

Loggia: In der venezianischen Loggia, in der heute offizielle Kopien von Museumsstücken verkauft werden, versammelten sich früher der die Adeligen, um über politische und wirtschaftliche Belange der Stadt zu entscheiden. Das viereckige Gebäude, das an drei Seiten offen war und mit großen Rundbögen versehen wurde, stammt aus dem 16. Jhdt. und besaß ursprünglich ein spitzeres Dach. Ein schönes Fries zieht sich oben am Dachsims entlang.
Lage: An der Odos Arkadiou, Ecke Odos Souliou bzw. Odos Paleologou

Venezianischer Hafen: Der kleine venezianische Hafen von Rethymnon ist ein beliebtes Fotomotiv. An der Hafenpromenade reihen sich die alten Häuser idyllisch aneinander, kleine Boote schaukeln im Wasser und die Kaimauer ist gesäumt von Tavernen und Cafés mit schönem Blick auf das Wasser und den venezianischen Leuchtturm, der seit dem 16. Jhdt. über den Hafeneingang wacht. An den Hafen schließt sich im Osten der breite städtische Sandstrand und ein paar hundert Meter weiter die Marina an.
Lage: Im Nordosten der Altstadt

Moschee Kara Mousa Pacha: Auch dieses Gebäude war einmal ein venezianisches Kloster, das der Heiligen Barbara geweiht war und von den Türken nach der Eroberung Rethymnons in eine Moschee verwandelt wurde. Unter den typisch muslimischen, halbkugelförmigen Kuppeln kann man noch gut die Spitzbögen und Säulen des ehemaligen Kreuzganges erahnen, das Minarett der Moschee ist nur noch teilweise erhalten. Im üppig bewachsenen Garten sollte man sich auch mal die türkischen Grabsäulen (Mezaria) näher ansehen. Die Archäologische Behörde von Rethymnon hat heute hier ihre Werkstatt der byzantinischen Abteilung untergebracht.
Lage: An der Odos Arkadiou, Ecke Odos Viktor Ougo

Nekropole von Armeni

Über 200 Gräber hat man seit 1969 in der Nähe des Dorfes Armeni ausgegraben. Es sind zum größten Teil Familiengräber aus der Zeit zwischen 1400 und 1200 v. Chr., die alle mit ihrem in den weichen Fels gemeißelten Eingang nach Osten ausgerichtet sind. Viele der Gräber wurden noch unberührt gefunden und man konnte so eine große Anzahl an Grabbeigaben (Schmuck, Waffen, Gefäße, Statuetten oder tönerne Bestattungstruhen) entdecken, die heute zum größten Teil im Archäologischen Museum in Rethymnon ausgestellt sind. Die Anlage der Gräber lässt vermuten, dass der Friedhof nach strengen Regeln geplant war - und dass in der Nähe vielleicht noch eine größere spätminoische Stadt ihrer Entdeckung harrt. Das Gelände ist mit schattenspendenden Olivenbäumen bepflanzt und im Frühling übersät mit Wildblumen. Eintritt frei.
Lage: 10 km südlich von Rethymnon, direkt an der Hauptstraße, etwa 1,5 km nördlich von Armeni (ausgeschildert)

Rethymnon-Brauerei bei Armeni (Rethymnian Brewery)

Vor wenigen Jahren wurde diese Kleinbrauerei mit einer jährlichen Produktion von etwa 240 hl von einem Deutschen, Bernd Brink, gegründet. Er braut dort seine zwei naturtrüben Biersorten, ein helles und ein dunkles Bier, nach dem deutschen Reinheitsgebot und mit deutschem Bio-Hopfen in einem (zwar kleinen) aber modern eingerichteten Sudhaus. Wenn er gerade vor Ort ist und nicht gerade Flaschen wäscht (was äußert zeitintensiv ist), führt er Besucher gerne in der Brauerei herum und erzählt ihnen alles über das Leben als Deutscher in Kreta, griechische Bürokratie und das Bierbrauen. Natürlich sollte man sich die Zeit nehmen, ein oder zwei Gläser seines Biers zu probieren (Achtung: die Promille-Grenze in Griechenland liegt bei 0,5 Promille!)
Lage: etwa 12 km südlich von Rethymnon, direkt an der Hauptstraße

Kotsifou-Schlucht

Den spektakulärsten Blick auf diese Schlucht erhält man, wenn man von Norden kommend den Eingang zur Schlucht erreicht. Die schmale Straße zwängt sich hier durch eine nur 10 Meter breite Stelle mit steilen Felswänden und schlängelt sich dann weiter bis nach Plakias. Wenn man die Schlucht zu Fuß durchwandert, kann man mehrere Höhlen in den Felswänden entdecken, die schon den Minoern Schutz und Unterschlupf gewährten. Auch eine kleine Kapelle findet sich etwa auf halber Strecke. Die Gesamtlänge der Schlucht beträgt knapp 2 km und an ihrem Ende öffnet sie sich bis auf etwa 600 m Breite.
Lage: Von der Hauptstraße Rethymnon-Agia Galini etwa 10 km nach Armeni Richtung Selia/Rodakino abbiegen; von dort aus sind es noch etwa 8,5 km bis zum Eingang der Schlucht bei Kanavos

Mirthios

Ein gemütlicher kleiner Ort, der etwas erhöht am Berghang über der Bucht von Plakias liegt und auch von dort aus über einen Wanderweg erreichbar ist. Hier oben, etwa 200 Meter über dem Meer, kann man in einer der Tavernen (z. B. in der Taverne "Panorama") bei einem Glas Retsina und ein paar Mezedes einen traumhaft schönen Panoramablick genießen und einmal so richtig die Seele baumeln lassen.
Lage: Oberhalb von Plakias an der Straße Richtung Selia

Plakias

Bis vor wenigen Jahren war Plakias ein kleiner Fischerort, abseits aller touristischen Pfade. In der Zwischenzeit gibt es hier jedoch einige kleinere Mittelklasse-Hotels und Studios, Tavernen und Einkaufsmöglichkeiten, die aber bis jetzt - und hoffentlich auch in Zukunft - noch nicht den Zauber des kleinen Ortes zerstört haben. Hotelblöcke, Animation oder schicke Komforthotels sucht man hier vergebens, man ist eher auf den individuellen Gast eingestellt. Die Bucht von Plakias erstreckt sich in einem weiten Halbkreis über etwa 3km, der wunderschöne Sandstrand ist sanft abfallend, das Meer glasklar - ideal also für einen entspannten Urlaub, etwas abseits der Touristenzentren der Nordküste. Neben Wanderungen und schönen Schluchten rund um Plakias kann man auch einige Sehenswürdigkeiten wie Preveli, Frangokastello - aber auch Rethymnon - mit dem Auto gut erreichen.
Lage: etwa 40 km südlich von Rethymnon, bei Koxare von der Hauptstraße Rethymnon-Agia Galini abbiegen (ausgeschildert)

Moni Kato Preveli (altes Kloster von Preveli)

Das malerisch in einem Tal gelegene Kloster wurde im 16. Jhdt. gegründet und avancierte bald zu einem der reichsten Klöster der Insel mit ausgedehnten Besitztümern. Es war bis etwa Anfang des 19. Jhdts. bewohnt, wurde aber während der Widerstandskämpfe gegen die Türken zerstört und brannte völlig aus. Viele der wertvollen Ikonen, Bücher und Sakralgegenstände konnten jedoch gerettet und in das neue Kloster Piso Preveli einige Kilometer weiter westlich gebracht werden. Das Klostergelände ist nicht zugänglich, kann aber von der Straße aus gut eingesehen werden.
Lage: etwa 1 km südlich von Asomatos nach links der Beschilderung folgen; nach etwa 2 km erreicht man Kato Preveli

Moni Piso Preveli

Das auch als Moni Agios Ioannou tou Theologou bekannte Männerkloster wurde 1836, nach der Zerstörung des alten Klosters von Preveli in einer geschützten Bergmulde knapp 200m über dem Meer erbaut. Schon damals war das Kloster ein Ort des Widerstands gegen die Türkenherrschaft: heimlich wurde eine griechische Schule betrieben, Partisanen versteckt, mit Lebensmittel und Waffen versorgt und griechische Traditionen gepflegt. Bald entwickelte sich hier ein mächtiges spirituelles und kulturelles Zentrum, das auch durch die wiederholten Zerstörungen durch die Besatzer nicht vernichtet werden konnte.

Auch im Zweiten Weltkrieg, als die Deutschen die Insel besetzen, gelang es den Mönchen im Jahr 1941, die Evakuierung einiger Hundert alliierter Soldaten mit U-Booten zu organisieren. Als Rache dafür wurden die Mönche ins Gefängnis gebracht und das Kloster teilweise zerstört. Die heute vorhandenen Gebäude wurden größtenteils neu aufgebaut. Zur Erinnerung wurde ein Klostermuseum eingerichtet, das die wechselvolle Geschichte gut dokumentiert und auch viele wertvolle Sakralgegenstände zeigt. Eintrittsgebühr.
Lage: von Kato Preveli noch etwa 3,5 km weiter der Straße folgen

Palmenstrand von Preveli

Der kleine Strand liegt an der Mündung des Megalo Potamos ins Lybische Meer. Er ist bekannt für seinen einzigartigen Palmenwald, der sich links und rechts der Flußmündung bis zum Meer zieht. Da der Fluss ganzjährig Wasser führt, ist der Strand nur zu Fuß oder per Boot erreichbar. Doch auch die entlegene Lage bewahrt den Strand nicht vor Touristenströmen: täglich kommen mehrere Ausflugsboote, sogar von Agia Galini her, und im Hochsommer ist er schon bald hoffnungslos überfüllt. Daher sollte man schon früh am Tag hier eintreffen und nur bis zum späten Vormittag hier bleiben.
Durch die vielen Touristen ist das einmalige Biotop zwischenzeitlich stark gefährdet - die neu entstehenden Trampelpfade durch den Palmenwald verhindern das Nachwachsen neuer Bäume und über kurz oder lang wird auch dieses Paradies zum Aussterben verdammt sein.
Lage: etwa 1 km vor Moni Piso Preveli links abbiegen und etwa 200m bis zu einem Parkplatz fahren (Parkgebühr!); von dort läuft man über Treppen in etwa 20 min hinunter bis zum Strand

Museum Papa Michalis Georgoulakis in Asomatos

Das kleine Bauerndorf Asomatos beherbergt ein Museum, das absolut sehenswert ist. Fast sein gesamtes Leben lang, nämlich seitdem er 15 Jahre alt war, trug Papa Michalis (geboren 1921 in Asomatos) in seinem Elternhaus einfach alles aus dem täglichen kretischen Leben zusammen, was er für sammelnswert hielt, da er es bedauerte, dass alles so schnell "früher" wird und die Erinnerung daran verloren geht. Dazu gehörten sowohl Dokumente, Ahnentafeln oder Fotos seiner Familie, die schon damals sehr weltoffen war - sogar einige bekannte Wissenschaftler gehörten zu seiner Verwandtschaft. Außerdem sammelte er Haushalts- und Küchengeräte, Sakralgegenstände, landwirtschaftliche Geräte und Werkzeuge.

Auch Kuriositäten wie der einlehnige Armsessel, der den rechten Arm nicht beim Schießen behinderte, oder die gebogenen Metallstreifen, die während der Türkenherrschaft als Glockenersatz dienten (so konnte das Verbot, Glocken zu besitzen umgangen werden) gehören ebenso zu den Exponaten wie Papa Michalis' liebevolle Sammlung aller Schuhe, die seine Tochter bis zu ihrem 18. Lebensjahr besessen hatte. Ein Teil der Ausstellung beschäftigt sich auch mit jenen dunklen Tagen, als die Deutschen Kreta besetzt hatten. Die deutsche Schwiegertochter Romi, die die Sammlung auch geordnet und aufbereitet hat, führt gerne durch das Museum und weist auf die kuriosesten Stücke hin, doch auch Papa Michalis ist oft da und erzählt gerne aus seinem bewegten Leben. Eintrittsgebühr.
Lage: Etwa 30 km südlich von Rethymnon am Südende der Kourtaliotiki-Schlucht; das Museum ist in der Ortsmitte von Asomatos (ausgeschildert).

Kourtaliotiki-Schlucht

Der Fluss Megalo Potamos (Großer Fluß) hat sich tief in den kargen Felsen gegraben, so dass atemberaubende Steilwände von bis zu 600 Metern entstanden. Der Beginn liegt südlich von Koxare, wo die Felsen nahe zusammenrücken und das Wasser in einem kleinen Wasserfall über die Felsen strömt. An mehreren Stellen gibt es Parkbuchten an der Straße, von denen aus man hinunter zum Wasser klettern kann (z.T. über Treppenstufen). Steht man an einer der ausgesetzteren Stellen der Schlucht, versteht man, warum ihr Name übersetzt "Schlucht des Windes" bedeutet - es kann mitunter ganz schön böig werden! Die Durchwanderung ist in zweierlei Hinsicht nur etwas für Geübte: im oberen Teil geht es über teilweise sehr felsiges Gelände und weiter unten kann der Wasserstand je nach Jahreszeit schon mal bis zur Hüfte reichen. Die Gesamtlänge bis zum Palmenstrand von Preveli beträgt etwa 8 km, so dass man 4 bis 5 Stunden für eine Durchwanderung rechnen muss.
Lage: Eingang zur Schlucht etwa 3 km südlich von Koxare, direkt an der Straße Koxare-Asomatos

Spili

Spili ist eine nette kleine Kreisstadt, die vor allem durch ihren Wasserreichtum bekannt ist. Oberhalb der Stadt entspringen mehrere Quellen, die einen Brunnen mit 19 venezianischen Löwenköpfen und mehrere weitere Brunnen speisen. Das Wasser ist an einem heißen Tag erfrischend und natürlich auch trinkbar. Doch auch der Ort ist sehenswert mit seinen verwinkelten Sträßchen und Häusern mit üppiger Vegetation. Am Ortsrand befindet sich eine große Priesterschule, denn Spili ist auch ein wichtiger kretischer Bischofssitz.
Lage: 28 km südöstlich von Rethymno

Höhle Ag. Antonios und Schlucht von Patsos

Archäologische Funde, die man an der Stelle der heutigen Höhle des Hl. Antonius ausgegraben hat, belegen, dass bereits die Minoer hier um 2000 v. Chr. eine wichtige Kultstätte errichtet hatten. Die durch einen Felsenüberhang geschützte Grotte, das Vorhandensein einer Quelle und die üppige Vegetation waren ideale Bedingungen hierfür. Auch die Römer verehrten hier zwischen dem 1. Jhdt. v. Chr. und dem 4. Jhdt. n. Chr. vor allem die Götter Hermes Kranaeos und Pan. Die heute in die Grotte gebaute kleine Kapelle wurde dem Heiligen Antonius geweiht.

Wer will, kann von der Höhle aus weitergehen und die Schlucht von Patsos, die von einem kleinen Fluss durchströmt wird, durchwandern.
Lage: An der Straße Rethymnon-Agia Galina bei Mixorouma links Richtung Lambini/Patsos abbiegen, in Lambini links Richtung Karines; etwa 5 km immer geradeaus weiter (Achtung: die Straße wird etwa auf 500m Länge zu einer Schotterpiste), bis zur Beschilderung "Ravine Ag. Antonius"; dort links abbiegen und nach etwa 1,5 km an der Taverne parken.

Moni Arsani

Ganz in der Nähe des berühmten Arkadi-Klosters gelegen, kann das Arsani-Kloster mit einer fast genauso bewegten Geschichte aufwarten. Der Ursprung des Klosters ist nicht ganz geklärt, man vermutet aber, dass der Name auf den Gründer des Klosters, einen Mönch namens Arsenius, zurückgeht und dass es bereits vor der Ankunft der Venezianer auf der Insel bestand. Auch während der Türkenherrschaft wuchs Arsani zu einem bedeutenden Kloster heran, und setzte sich auch stark für den Widerstand gegen die Türken ein, für den es sogar große Teile seiner Ländereien opferte. Heute ist das Kloster, das dem Heiligen Georgios geweiht ist, ein beschaulicher Ort der Ruhe, in das sich nur selten einige Touristen verirren. Ein kleines Kloster stellt die wichtigsten Gegenstände, Dokumente und Ikonen der Klostergeschichte aus.
Lage: etwa 11 km östlich von Rethymnon, bei Stavromenos von der Nationalstraße Richtung Loutra fahren

Moni Arkadi

Die reichen Fassadenverzierungen aus dem Barock und der Renaissance und die Größe des Klosterareals zeigen, dass das Kloster schon immer viel Reichtum und Einfluss besaß. Zu einem der wichtigsten Klöster Kretas wurde Moni Arkadi jedoch vor allem im 19. Jhdt., als es all seine Macht für den erbitterten Widerstand gegen die Türken einsetzte. Auf dem Höhepunkt des Widerstands, am 9. November 1866, sprengten sich die über tausend ins Kloster geflüchteten Kreter lieber selbst in die Luft, als den verhassten Feinden in die Hände zu fallen. Erst durch diese Verzweiflungstat wurde die Weltöffentlichkeit endlich aufmerksam auf die Situation in Kreta, doch es dauerte noch über 30 Jahre, bis Kreta seine Selbstständigkeit wiedererlangte.

Heute ist der 9. November für viele Kreter der Tag, an dem man nach Arkadi pilgert und im Beinhaus, das außerhalb der Klostermauern die Gebeine und Schädel der Helden von 1866 aufbewahrt, der Toten gedenkt. Viele der im Klostermuseum aufbewahrten Ikonen und Relikte tragen noch die Spuren des grausamen Geschehens. Das Dach des Pulvermagazins wurde bis heute als Mahnung an diese blutige Tragödie nicht wieder aufgebaut. Man sollte hier jedoch möglichst früh am Tag sein, da Moni Arkadi zum Pflichtprogramm sämtlicher Reiseunternehmen gehört. Eintrittsgebühr.
Lage: etwa 25 km östlich von Rethymnon; von der Nationalstraße bei Platanias abbiegen (von Rethymnon aus die 1. Abfahrt nehmen, danach gut ausgeschildert)

Eleftherna

Eleftherna war einst eine bedeutende hellenistische Stadt, die sich zwischen zwei Gebirgsbächen am Fuße des Psiloritis befand. Heute finden an verschiedenen Stellen rund um die beiden Orte Eleftherna und Archaia Eleftherna systematische Ausgrabungen statt. Unter anderem grub man im östlichen Teil des Hügels eine Siedlung aus, die mit hellenistischen Stadtmauern, römischen Häusern mit herrlichen Mosaiken und einer frühchristlichen Basilika eine wahre Reise durch sämtliche nachminoischen Epochen Kretas darstellt. Der Stadtkern befand sich im Zentrum des Hügels, wo man außer hellenistischen und römischen Gebäuderesten auch einen Verteidigungsturm erkennen kann. Auch eine komplette Totenstadt, die aus der hellenistischen Periode stammt, wurde bei den Grabungen entdeckt.
Lage: zwischen den beiden Orten Eleftherna und Archeia Eleftherna, von Moni Arkadia aus ausgeschildert (Achtung: die Straße führt bei Moni Arkadi direkt durch den großen Parkplatz vor dem Kloster durch!)

Margarites

Das Dorf ist eines von zweien auf Kreta, in denen noch Keramik nach alter Tradition gefertigt wird. Früher hat man vor allem die pithoi, meterhohe Vorratsgefäße, hergestellt, heute hat man sich eher auf Gebrauchskeramik, wie Schüsseln, Krüge oder Teller, und dekorative Keramik spezialisiert. Im ganzen Dorf hängen Sonnen, Delfine oder Fische in leuchtenden Farben von azurblau bis sonnengelb an den Hauswänden, in den meisten Geschäften kann man auch gleich bei der Herstellung der Keramik zuschauen. Hier findet man ideale Reisemitbringsel direkt vom Hersteller zu viel besseren Preisen als in den Touristenorten.
Lage: etwa 5 km nördlich von Eleftherna und etwa 6 km südlich von Perama (an der Old Road)


Übersicht Routen

Routenvorschläge Kreta

21 Tagesausflüge

Chania - Rethymnon - Helaklion - Lassithi

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Ein Tipp vorab: Aufgrund der vielen Sehenswürdigkeiten, die Kreta bietet, ist es fast unmöglich, das Land an einem Stück zu durchreisen. Wir empfehlen daher, Kreta in mindestens zwei Etappen zu entdecken.

Präfektur Chania:

Ausflug 1: Rundgang durch Chania
Markthalle (Dimotiki Agora) - Ledergasse (Odos Skridlof) - Kathedrale Trimartyri - Folklore-Museum - Archäologisches Museum - Venezianischer Hafen mit Janitscharen-Moschee - Spaziergang durch das Kastelli-, Toponas- und Obriaki-Viertel - Firkas-Bastion, Stadtmauer und Schiavo-Bastion

Ausflug 2: Östlich von Chania
Antikes Aptera und Festung Koule - Georgiopolis - Kournas-See

Ausflug 3: Durch die Schluchten im Süden
Askifou-Hochebene - Wanderung durch die Imbros-Schlucht - Frangokastello

Präfektur Rethymnon:

Ausflug 1: Rundgang durch Rethymnon
Porta Guora - Bummel durch die Ethnikis Antistaseos - Neratzes-Moschee - Rimondi-Brunnen - Fortezza - Loggia - Venezianischer Hafen - Moschee Kara Mousa Pacha

Ausflug 2: Durch die Geschichte von Rethymnon
Nekropole von Armeni - Archäologisches Museum Rethymnon - Historisches und Volkskunde-Museum Rethymnon

Ausflug 3a + 3b + 3c: Ausflüge in den Süden der Präfektur (je 1 Tag)
3a: Kotsifou-Schlucht - Mirthios - Plakias - Museum Papa Michalis Georgoulakis in Asomatos - Kourtaliotiki-Schlucht
3b: Moni Kato Preveli - Moni Piso Preveli - Strand von Preveli
3c: Höhle Ag. Antonius und Schlucht von Patsos - Spili - Rethynmon-Brauerei

Ausflug 4: Zentren des Widerstandes, der Kultur und des Handwerks
Moni Arsani - Moni Arkadi - Eleftherna - Margarites

Präfektur Heraklion:

Ausflug 1: Rundgang durch Heraklion (Candia)
Fußgängerzone Ordos Daidalos - Platia Venizelou - Morosini-Brunnen - Straßenmärkte - Platia Aikaterini (Kirche Agios Aikaterini, Kathedrale Agios Minas, alte Agios Minos-Kirche) - Kirche Agios Markos - Venezianische Loggia - Agios Titus - Arsenale - Kastro Koules (venezianisches Kastell)

Ausflug 2: Das Zentrum der minoischen Kultur
Palast von Knossos

Ausflug 3: Die archäologischen Schätze Kretas
Archäologisches Museum in Heraklion

Ausflug 4: Auf der "Old Road" westlich von Heraklion
Gazi - Marathos - Damasta - Aloides - Sises - Agia Pelagia

Ausflug 5 a + 5b: Klöster und Ausgrabungsstätten bei Heraklion (je 1 Tag)
5a: Nekropole Fourni - minoische Villa von Vathipetro - Moni Epanosifi
5b: Minoische Villen bei Tylissos - Moni Savathianon

Ausflug 6: In der Messara-Ebene
Palast von Phaistos (Festos) - Palast von Agia Triada - Matala - Ethnologisches Museum in Vori - Samstagsmarkt in Mires - Gortyna (Gortis)

Ausflug 7: Gegend um Chersonissos
Chersonissos - Lychnostatis - Palast von Malia

Ausflug 8: Klöster bei Chersonissos
Moni Panagia Gouverniotissa - Moni Kardiotissa

Präfektur Lassithi:

Ausflug 1: Lassithi-Hochebene
Seli-Ambelou-Paß - Tsermiado - Volkskundemuseum in Agios Georgios - Diktäische Grotte - Plati

Ausflug 2: In der Mirabello-Bucht
Agios Nikolaos Stadtbummel - Vulismeni-See

Ausflug 3: Im Südosten
Ierapetra - venezianisches Kastell

Hinweis: Die Routenvorschläge setzen in der Regel voraus, dass Sie einen fahrbaren Untersatz (Mietauto, Mietmotorrad) zur Verfügung haben


Weitere Informationen finden Sie im Reisemagazin oder der Link-Liste
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