Thassos-Stadt

 Thassos-Stadt   Die Insel Thassos

 Thassos-Stadt (Limenas/Limin): Der Ort ist seit 1870 thassiotische Hauptstadt und trägt offiziell - wie für eine griechische Insel üblich - den Inselnamen. Im täglichen Sprachgebrauch wird er von den Einheimischen aber meist "Limenas" oder - z.B. auf alten Straßenschildern - auch "Limin" genannt.
Limenas wurde im 7. Jhdt. v. Chr. von Siedlern aus Paros besiedelt. Vor allem in der Unterstadt finden sich noch viele Ruinen aus dieser Zeit. Doch auch der etwas beschwerliche Aufstieg in die Oberstadt mit dem antiken Theater und der Akropolis lohnt sich - nicht nur wegen der herrlichen Aussicht.
Am modernen Fährhafen, an dem während der Saison die Fähren von Keramoti stündlich anlegen, und auch in den Tavernen und Cafés, die den idyllischen Hafen und die Haupteinkaufsstraße säumen, geht es meist lebendig zu.




Antiker Kriegs- und Handelshafen

Einer der schönsten Flecken von Limenas ist der hübsche Fischerhafen mit seinem beschaulichen Charme. Er befindet sich an genau der Stelle, an der zwischen dem 7. und 5. Jh. v. Chr. der antike Kriegshafen erbaut wurde. Geschützt wird er auch heute noch von zwei Molen, deren südliche zusätzlich zwei befestigte Wehrtürme besaß (Reste sind im Wasser noch zu erkennen). Die Einfahrt in den so genannten "geschlossenen Hafen", dessen Becken komplett mit Marmor ausgekleidet war, war in der Antike nur Kriegsschiffen erlaubt. Alle anderen Schiffe legten im "offenen" Handelshafen an, der sich nordöstlich des Kriegshafens an der Stelle des heutigen Stadtstrandes und der Bootswerft befand. Vermutlich aus Sicherheitsgründen lagen die beiden Häfen in der Antike außerhalb der Stadtmauern, doch eine gepflasterte Straße führte direkt auf die Agora zu.
Lage: Etwa 700m nordöstlich des Anlegers der Fähren von Keramoti.

Metochi-Gebäude

Das markanteste Gebäude am Hafen von Limenas ist das Metochi. Das längliche, zweigeschossige Gebäude mit schiefergedecktem Dach, kleinen Giebeln und Balkonen wurde einst vom Athos-Kloster Vatopedi als Verwaltungsgebäude und landwirtschaftliches Gut gegründet. Es wurde vor einigen Jahren vollständig renoviert und ist heute ein öffentliches Kulturzentrum, in dem regelmäßig Ausstellungen und Kulturveranstaltungen stattfinden.
Lage: Im nordöstlichen Teil des antiken Kriegshafens.

Dionysion (Dionysos-Heiligtum)

Zu Ehren einer der Hauptgottheiten der Stadt, Dionysos, wurde diese Kultstätte im 4. Jh. v. Chr. von siegreichen Sponsoren eines Drama-Wettbewerbs gestiftet. Ursprünglich bestand das viereckig angelegte Heiligtum aus zwei Monumenten, in denen mehrere Statuen aufgestellt waren. In einem Monument stand die Statue des Dionysos, Gott des Theaters, zusammen mit 8 kleineren allegorischen Statuen der Theatergenres. Inschriften auf einer Exedra legen nahe, dass unter anderem Komödie, Tragödie, Dithyramb und Nykterinos dargestellt waren. Auch die Namen von siegreichen Schauspielern und Musikern des Wettbewerbs wurden dort eingraviert. Das zweite Monument wurde von einer lebensgroßen Dionysos-Statue und einer weiblichen Figur - vermutlich der Muse - geziert. Heute ist außer ein paar Stufen, Fundamenten und zwei Altären nicht mehr viel vorhanden.
Lage: In der Odos Akropoleos, die hinter dem Metochi-Gebäude liegt und links neben dem Restaurant Patrikos beginnt. Das Heiligtum liegt nach etwa 150m auf der rechten Seite.

Wagen-Tor

Das Wagen-Tor, von dem nur noch ein Pfeiler erhalten ist, wurde nach dem eingravierten Relief benannt, das Artemis, die Göttin der Jagd, zusammen mit Hermes, dem Götterboten, zeigt. Artemis steht dabei auf einem Streitwagen und hält die Pferdezügel in der Hand. Hermes geht neben den Pferden her und führt sie am Zaumzeug.
Lage: In der Odos Axioti, die rechts neben dem Restaurant Patrikos abzweigt. Nach etwa 100m liegt das Tor auf der linken Straßenseite etwas versteckt in einem kleinen umzäunten Garten.

Poseidion (Poseidon-Heiligtum)

Poseidon, dem mächtigen Gott des Meeres, war dieser Tempel einst geweiht. Einige wenige Reste des Tempels und ein Hera-Altar sind leider alles, was von dieser Kultstätte noch übrig geblieben ist.
Lage: Etwa 50m entfernt und schräg gegenüber dem Wagen-Tor.

Hermes-Tor und antikes Nord-Viertel

Der Eingang zum ehemaligen Nord-Viertel der antiken Stadt wurde einst von einem Relief geschmückt, das den Triumphzug des Götterboten Hermes zeigt (das Relief wurde abgenommen und befindet sich heute im Archäologischen Museum). Überall auf dem Areal liegen noch Säulenkapitelle und andere Relikte herum und man kann die Grundrisse der Häuser und die Gassen noch ganz gut erkennen. Das hinter dem Tor liegende Nord-Viertel ist eines der ältesten der Stadt und war schon seit dem 8. Jh. v. Chr., also vor der Besiedlung durch die Parier, von den "barbarischen" Thrakiern bewohnt.
Lage: In der Odos Axioti, etwa 200m vom Wagen-Tor entfernt.

Kap Evraiokastro

Auf der schmalen Felsnase am nordöstlichen Ende des Handelshafens findet man heute die pittoreske kleine Kapelle Agii Apostoli, umgeben von zwei Säulenstümpfen und weiteren Resten einer Basilika. In vorchristlicher Zeit (um das 5. Jh. v. Chr.) stand hier ein Heiligtum, in dem v. a. die Götter Zeus, Athena, Artemis und die Nymphen verehrt wurden. Im 5. oder 6. Jh. n. Chr. errichtete man auf den Fundamenten und unter Verwendung der Steine aus dem Heiligtum eine frühchristliche Basilika, in deren Mauerreste die heutige Apostelkirche gebaut wurde. Von hier aus kann man herrliche Sonnenuntergänge erleben und hat einen schönen Blick auf den Hafen und die etwas unterhalb liegende Bootswerft, in der heute noch die typisch griechischen Kaika gebaut werden. Woher der Name Evraiokastro (Judenburg) stammt, ist nicht bekannt.
Lage: Etwa 400m nördlich des antiken Nordviertels, der Odos Axioti folgend.

Antike Stadtmauer

Eine gewaltige Stadtmauer umschloss die Stadt ab dem 5. Jh. v. Chr. in einem weiten, halbkreisförmigen Bogen und einer Länge von fast 4 Kilometern. Massive Marmorblöcke wurden hierbei zu einer dicken Mauer zusammengefügt, die sowohl um die Unterstadt als auch um die Oberstadt herumgezogen war. Die Stadt konnte durch mehrere Tore betreten werden, die auch zum Teil noch heute zu sehen sind. Einige Teile der Mauer, vor allem beim Kap Evraiokastro und im Süden der Stadt, sind noch relativ gut erhalten.
Lage: Reste liegen nördlich des antiken Hafens zwischen Wagen-Tor und Hermes-Tor, ein weiteres Stück liegt zwischen Kap Evraiokastro und dem antiken Theater; ein langes, fast komplett durchgehendes Stück liegt zwischen der Akropolis und dem Zeus&Hera-Tor im Süden der Stadt.

Antikes Theater

Mit Panoramablick über das Meer und die Stadt Thassos fügt sich das antike Theater in die natürlichen Gegebenheiten des Hanges ein. Es wurde im 5. Jh. v. Chr. erbaut, hat eine sehr gute Akustik und fasste 2000 bis 3000 Zuschauer. Die Vorbühne mit ihren 12 Säulen, die aus dem 3. Jh. v. Chr. stammt und mit Darstellungen beliebter Götter geschmückt war, wurde dem Dionysos, dem Gott des Theaters geweiht. Das Theater wurde zunächst ausschließlich für Aufführungen von Komödien oder Dramen genutzt. Die Römer ließen jedoch im 1. Jh. v. Chr. eine 1,70 Meter hohe Schutzwand errichten, damit das Theater auch als Arena für Gladiatoren- und Tierkämpfe nutzbar wurde. Im Laufe der letzten Jahrzehnte eroberte sich die Natur das Gelände zurück, doch seit 2001 wird es restauriert und soll schon bald - vor allem im Sommer - für Aufführungen antiker Theaterstücke genutzt werden.
Lage: Vom Kap Evraiokastro etwa 600m dem Weg Richtung Süden folgen. Oder vom Hafen aus über die Odos Akropoleon dem Hinweisschild "Archeio Theatro + Akropolis" folgen; am Ende der Straße über eine gepflasterte Treppe (nicht die Treppe mit den weißen Stufen nehmen!) weitergehen; insgesamt etwa 700m vom Hafen entfernt.

Antike Akropolis

Die Akropolis von Thassos liegt auf einem fast 140 Meter hohen, plateauartigen Berg mit drei kleineren Erhebungen. Die natürlichen Gegebenheiten waren ideal für diese schon von weitem sichtbare imposante Verteidigungsanlage, die aus terrassenförmig angelegten Marmormauern bestand. Vor dem Bau der Akropolis gab es auf dem nördlichsten Hügel bereits ein Heiligtum des Apollo Pythios (7. Jh. v. Chr.). Hier wurde der Stadtschatz aufbewahrt und wichtige Stadterlasse angeschlagen, bei deren Zuwiderhandlung die Strafe direkt an das Heiligtum gezahlt werden musste. In die Mauer der Akropolis wurde eine Kolossalstatue eines Widderträgers (Ende des 7. Jh. v. Chr.) eingebaut, die ursprünglich wohl für das Heiligtum vorgesehen war. Wegen eines Materialfehlers wurde sie jedoch nicht ganz vollendet und als Baumaterial verwendet - sie steht heute im Archäologischen Museum.
Lage: 700m südöstlich des antiken Theaters bzw. 1,3km südöstlich des Kap Evraiokastro.

Mittelalterliche Burg (Kastro)

Bereits um das 7. Jh. n. Chr. zogen sich die Einwohner von Thassos wegen der zunehmenden Piratenüberfälle von der Küste an die sichereren Hänge der Akropolis zurück. Ab Mitte des 13. Jh. wurde dann auch ein mittelalterliches Kastell auf dem mittleren Hügel aus den Resten des Heiligtums des Apollos Pythios gebaut. Im 14. Jh. und 15. Jh. wurde die Festung vor allem während der Herrschaft der genuesischen Dynastie Gattilusi erweitert und verstärkt. In dieser Periode wurden die beiden Westtürme, zwei Zisternen und die Kapelle gebaut. Der Südeingang, an dessen Innenmauer ein schönes Totenmahl-Relief zu sehen ist, stammt bereits aus der Herrschaft des genuesischen Abenteurers Tedisco Zaccaria (Anfang des 14. Jh.).
Lage: Auf der mittleren Erhebung des Akropolis-Hügels.

Athena-Tempel

Das Heiligtum der Athena Poliouchos, Schutzgöttin der Stadt, stammt ebenfalls wie das des Apollo Pythios aus dem 7. Jh. v. Chr. und wurde von den Siedlern aus Paros auf der südlichen Erhebung angelegt. Aus dieser Zeit ist heute fast nichts mehr erhalten. Aber auch von der Erweiterung des Heiligtums im 5. Jh. v. Chr. erkennt man heute nur noch das Fundament des rechteckigen Tempels und die Mauer. Ursprünglich bestand das Heiligtum aus einem Vorraum (Pronaos), dem Hauptraum (Cella) und einer dahinter liegenden Schatzkammer (Opisthodomos). Ein Altar der Göttin stand westlich des Tempels, ein monumentales Eingangstor bildete den Zugang zum Heiligtum.
Lage: Auf der südlichen Erhebung der Akropolis, etwa 200m vom Kastro entfernt.

Pan-Heiligtum

Der ziegenfüßige und gehörnte Gott Pan war der Beschützer der Herden und des Viehs und liebte die Jagd, den Tanz und das Flötenspiel. Die Menschen fürchteten jedoch auch seinen schrillen Schrei, der "pan"ischen Schrecken verbreitete. Darum errichteten die Wachen der Akropolis im 4. Jh. v. Chr. dieses Heiligtum, um den Gott mit Opfern zu besänftigen. Die halbrunde, in den Felsen gemeißelte Höhlung zeigt in der Mitte eines giebelförmigen Reliefs den Gott, der auf seiner Flöte (Syrinx) spielt, während er seine Herde bewacht. Über ihm sind ein Trinkgefäß und zwei auf den Hinterläufen stehende, kämpfende Ziegenböcke abgebildet. Weinranken und Tische mit Gefäßen stellen die Verbindung zu Dionysos her, mit dem Pan eng verbunden war. Die Reliefs sind leider nur noch mit Mühe zu erkennen, die daneben stehende Skizze auf einer Tafel ist dabei hilfreich.
Lage: Etwa 200m südlich des Athena-Tempels.

Parmenonas-Tor

Dieses ziemlich abgelegene Tor der Stadtmauer ist allein deshalb interessant, weil es das einzige Tor ist, auf dem der Torsturz noch an seiner ursprünglichen Stelle liegt. Es ist somit auch das einzige, durch das man heute noch hindurchspazieren kann, denn von allen anderen stehen allenfalls nur noch die seitlichen Stützbalken. Errichtet wurde es - laut einer Inschrift auf einem der Mauersteine in der Nähe - von einem Handwerker namens Parmenon, der es wohl um 500 v. Chr. erbaute.
Lage: Links am Pan-Heiligtum vorbei führt der Weg zunächst über eine in den Felsen geschlagene Treppe und dann entlang der Stadtmauer in etwa 300m zum Parmenonas-Tor.

Silenen-Tor

Das Stadttor und das dahinter liegende Viertel sind nach dem Relief benannt, das auf dem linken Pfeiler des Tores eingemeißelt ist. Es zeigt einen bis auf die Stiefel nackten, bärtigen Mann mit Pferdeschweif, einen Silenen (einer der Gefährten des Dionysos), der ein zweihenkliges Trinkgefäß (Kantharos) in der Hand hält und Richtung Stadt schreitet. In die kleine Opfernische vor ihm legten Reisende ihre Opfergaben. Anfangs "zierte" den Silenen ein erigierter Phallus, der allerdings in späterer Zeit entfernt wurde. Ab etwa 500 v. Chr. entstand das in Häuserblocks (Insulae) aufgeteilte Silenen-Viertel mit Werkstätten, Magazinen und Häusern mit innen liegenden Lichthöfen. Es wurde jedoch um 250 n. Chr. aufgegeben, da es nach heftigen Regenfällen immer wieder zu starken Überschwemmungen kam.
Lage: Einige Schritte östlich der Kreuzung der Straßen nach Makriammos und Panagia.

Tempel des Herakles (Herakleion)

Das Heiligtum des Inselschutzgottes war Zentrum des von den Phöniziern stammenden Herakles-Kultes. Bereits im 6. Jh. v. Chr. gab es hier einen kleinen Tempel und einen rechteckigen Raum (Oikos) mit einer zentralen Feuerstelle. Später wurden diese Gebäude erweitert und vergrößert, zusätzlich wurden ein Altar und die Propyläen (Monumentaleingang) errichtet und der dreieckige Platz vor dem Tempel mit einem Triumphbogen des Caracalla geschmückt. Auf dem Platz fanden während der Feierlichkeiten zu Ehren des Herakles Versammlungen und Wagenrennen statt. 404 v. Chr. war er jedoch Schauplatz eines der grausamsten Zwischenfälle der thassiotischen Geschichte, als der Atthische Seebund, dem Thassos angehörte von Sparta besiegt wurde und der Feldherr Lyssander alle Thassioten, die Athen nahe standen, auf dem Platz grausam abschlachten ließ. Heute sind außer den Fundamenten des Tempels noch einige Reste des Altars zu sehen.
Lage: Etwa 500m nördlich des Silenen-Tors an der Odos Gallikis Arch. Skolis/Ecke Odos Pierre de Vambez, schräg gegenüber dem Rathaus; die Odos Gallikis Arch. Skolis teilt das Gelände in zwei Teile.

Antike Sarkophage aus römischer Zeit

Aus der ganzen Stadt wurde eine große Zahl von bei Ausgrabungen gefundenen Sarkophagen hierher zusammengetragen. Das Gelände ist zwar komplett umzäunt, doch kann man von außen einige sehr schöne, meist aus römischer Zeit stammende Sarkophage, mit lateinischen oder griechischen Inschriften und schönen Verzierungen bewundern.
Lage: In der Odos Pierre de Vambez, etwa 50m südwestlich des Herakleion und neben dem Rathaus.

Zeus & Hera-Tor

Ein wichtiger Zugang der Stadt, der zusätzlich durch einen Wachturm gesichert war und einen 4 Meter breiten Durchgang bot, ist das im 5. Jh. v. Chr. erbaute Zeus- und Hera-Tor. Seinen Namen hat es von den kunstvollen Darstellungen des Göttervaters und seiner Gattin, die auf den seitlichen Pfeilern des Tores als Relief abgebildet waren. Heute kann man nur noch den Hera-Pfeiler bewundern, auf dem die auf einem Thron sitzende Göttin Hera der geflügelten Götterbotin Iris einen Botenauftrag erteilt. Das gegenüber angebrachte Relief von Zeus und Hermes ist nicht mehr vor Ort, sondern wird - leider nur in Fragmenten - im Archäologischen Museum aufbewahrt. Bereits im 4. Jh. v. Chr. wurde an diesem Tor eine aufwendige Restauration durchgeführt, die - einer Inschrift am Tor zufolge - von einem Thassioten namens Pythippos, Sohn des Paiestratos finanziert wurde.
Lage: In der Odos Pierre de Vambez, etwa 250m südwestlich vom Rathaus.

Sarkophag des Poliadis

Ganz malerisch unter einem Olivenbaum steht dieser gewaltige römische Stein-Sarkophag, in dem der Inschrift auf dem Sarg zufolge ein Mann namens Poliadis bestattet wurde. Man nimmt an, dass an dieser Stelle im 3. Jh. n. Chr. ein antiker Friedhof lag.
Lage: Schräg gegenüber bzw. etwa 50m südlich des Zeus&Hera-Tors.

Antike Agora

Dieser große rechteckige Platz, der an allen vier Seiten von Säulenhallen (Stoas) umgeben war, bildete das religiöse, wirtschaftliche und politische Herz der Stadt. An die Stoen schlossen sich sowohl öffentliche Gebäude (z. B. das Paraskenia-Gebäude, an dessen Wänden offizielle Stadtdokumente eingraviert waren) als auch Geschäfte und Lagerhallen an. Auf dem Platz standen die wichtigsten Ehrenmonumente, Denkmale und Altäre der Stadt. Die ältesten Teile der Agora stammen aus dem 6. Jh. v. Chr., doch die größte Bautätigkeit fand zwischen dem 4. und dem 1. Jh. v. Chr. statt. Ende des 5. Jh. n. Chr. jedoch verlor die Agora ihre Bedeutung und begann zu verfallen. Vor etwa 50 Jahren begannen Archäologen der Französischen Archäologischen Schule mit den Grabungen, die allerdings bis heute noch nicht komplett abgeschlossen sind. Das Hauptheiligtum auf der Agora war der Tempel des Zeus Agoraios (Zeus des Marktes), von dem noch Fundamente erhalten sind. Daneben lag das Heiligtum des thassiotischen Athleten Theagenes, der so siegreich war, dass man ihn wie einen Gott verehrte. Außerdem errichtete man den Enkeln des Augustus - Gaius und Lucius Caesar - einen großen Ehrenaltar. Ein weiteres Monument wurde zum Gedenken an eine Seeschlacht gebaut und besitzt eine mit Wellen verzierte Basis in Form eines Schiffsrumpfes. Das Glaukos-Denkmal (7. Jh. v. Chr.) im nordöstlichen Teil ist das älteste Monument der Agora und ehrt Glaukos, Sohn des Leptines, als Helden. Daneben liegt der Durchgang der Theoroi, eine religiöse Prachtstraße, die einst reich mit Altären und Reliefs geschmückt war und an der sämtliche Namen der Magistraten von Thassos (Theoroi) verzeichnet waren. Folgt man der gepflasterten Hauptstraße, die an der Südecke der Agora beginnt, kommt man zunächst an einer gut erhaltenen Exedra vorbei, die mit Girlanden und Stierköpfen verziert ist. Kurz danach führt links ein schmaler Weg zu einem kleinen Odeion, von dem vier Sitzreihen und die Treppenaufgänge noch erhalten sind.
Lage: Südlich des antiken Kriegshafens, Eingang an der Westseite des Geländes, beim Archäologischen Museum.

Archäologisches Museum

Das Museum versammelt eine ganze Reihe von archäologischen Relikten, die bei Ausgrabungen auf der Insel gefunden wurden. Zwischenzeitlich sind es so viele, dass das Museum dringend erweitert werden muss. Leider ist es deshalb schon seit einigen Jahren geschlossen - mit noch unbekanntem Wiedereröffnungstermin! Man kann zumindest einen Blick in den Museumsgarten werfen, in dem einige schöne Skulpturen, wie ein großer Vogel (von der Agora) oder ein Löwe (von einem der Stadttore) stehen. Das Museum birgt Schätze aus der Zeit zwischen dem 7. Jh. v. Chr. und dem 7. Jh. n. Chr., vor allem Statuen, Keramik und Teile von Gebäuden. Zu den wichtigsten Funden gehören u.a. der 3,50 Meter hohe Kouros, der einen Widder trägt, die Statue der Aphrodite, die auf einem Delphin reitet, eine Hadriansstatue, der Kopf Alexanders des Großen und die Inschrift auf dem Glaukos-Denkmal.
Lage: In der Odos Megalou Alexandrou, an der Westecke der Agora.

Agios Nikolaos

Die kleine Stadtkirche ist dem Hl. Nikolaus, dem Schutzpatron der Seefahrer, geweiht. Hätte man nicht vor einigen Jahren neben der Kirche einen neuen, großen Glockenturm gebaut, könnte man an der mit grauem Schiefer gedeckten Kirche glatt vorbeilaufen. Im Inneren findet man schöne, aber stark geschwärzte Fresken mit Szenen der Auferstehung und dem Pantokrator. Nur die mächtigen Säulen sind blendend weiß gestrichen worden. Die Ikonostase im vorderen Teil der Kirche ist mit schön geschnitzten Weinranken und dem byzantinischen Adler verziert.
Lage: An der Westecke der Agora, neben dem Archäologischen Museum.

Basilika

Eine frühchristliche Basilika wurde auf diesem kleinen Platz um das 6. Jh. errichtet. Heute erkennt man davon noch einige Fundamente, zwei wieder aufgestellte Säulen und die Reste der Apsis der Basilika. Interessant ist auch das neben den Ruinen freigelegte Bodenmosaik, das ins 2. Jh. n. Chr. datiert wird. Ein Teil der Verzierung mit Blättern und schönen Ornamenten ist noch gut erhalten.
Lage: An der Ostseite der Platia 28.Oktovriou, etwa 200m südlich des Anlegers der Flying Dolphins.

Ausgrabungen am Stadtrand

Ein kleines Gräberfeld wurde vor einigen Jahren am Ortsrand entdeckt. Als wir 2004 auf Thassos waren, wurden gerade einige der Gräber geöffnet und wir konnten den Archäologen beim Arbeiten zusehen. Eine Anzahl von steinernen Sarkophagen liegt wild durcheinander auf dem Gelände herum, doch es ist interessant, mal "live" bei einer Grabung zusehen zu können.
Lage: Westlich des Hafens am Ortsrand, direkt vor dem Hotel Vournelis.


Übersicht Routen

Routenvorschläge Thassos

11 Tagesausflüge

Thassos-Stadt - Die Insel Thassos

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Ausflug 1: Limenas: Rund um den Hafen und das Kap Evraiokastro
Hafen (Antiker Kriegshafen und Handelshafen) - Metochi-Gebäude - Wagen-Tor - Poseidion - Hermes-Tor und antikes Nord-Viertel - Kap Evraiokastro - Antikes Theater - Dionysion - Bummel durch die Einkaufsgassen

Ausflug 2: Die Akropolis von Limenas und die Stadtbefestigungen
Antike Stadtmauer - Antike Akropolis - Kastro - Athena-Tempel - Pan-Heiligtum - Parmenonas-Tor - Silenen-Tor - Zeus&Hera-Tor

Ausflug 3: In der Unterstadt von Limenas
Antike Agora - Agios Nikolaos - Tempel des Herakles - Antike Sarkophage - Sarkophag des Poliadis - frühchristliche Basilika - Ausgrabungen am Stadtrand

Ausflug 3a: Das Archäologische Museum in Limenas
Sobald es wieder geöffnet hat, sollte man unbedingt einen halben Tag für den Museumsbesuch einplanen.

Ausflug 4: Der grüne Nordosten
Marmorsteinbruch bei Limenas - Panagia (Quellen, Kirche Kimissis tis Theotokou, Strand und Hafen von Skala Panagias) - Potamia (Vagis-Museum, Skala Potamias) - Baden in Chrissi Ammoudia oder Skala Panagias

Ausflug 5: Im Süden der Insel
Kinira - Paradise Beach - Aliki - Moni Archangelou Michail - Baden am Paradise Beach oder an einem der Strände im Süden (z.B. Astris)

Ausflug 6: Das Bergdorf Theologos
Spaziergang in Theologos - Kirchen Tis Panagias, Agia Paraskevi und Agios Dimitrios - Volkskundemuseum

Ausflug 7: Auf den Spuren des Bergbaus
Bummel durch Limenaria - Palataki - Industrieruinen - Baden am Metallia-Strand

Ausflug 8: Das einsame Bergdorf Kastro
Spaziergang durch das Dorf - Kirche Profitis Ilias mit Beinhaus - Agios Georgios-Kapelle - Agios Athanasios - Schulhaus und Kafenion

Ausflug 9: Maries und Umgebung
Skala Marion - Moni Panagouda - Maries - Stausee Gena und Wasserfälle

Ausflug 10: Die Häfen und Bergdörfer des Westens
Kalirachi und Skala Kalirachis - Marmorausstellung - Sotiras und Skala Sotira - Rachoni und Skala Rachoniou

Ausflug 11: Rund um Prinos
Markt in Prinos (Montag vormittag) - Megalo Kazaviti und Mikro Kazaviti - Baden in Dasilio Prinos

Hinweis: Die Routenvorschläge setzen in der Regel voraus, dass Sie einen fahrbaren Untersatz (Mietauto, Mietmotorrad) zur Verfügung haben


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