Die Insel Thassos

 Thassos-Stadt   Die Insel Thassos

 Die Insel Thassos: Neben der Hauptstadt Limenas gibt es auf der Insel noch viel zu entdecken. Der wasserreiche Nordosten besticht durch seine bis ans Meer reichenden Kiefernwälder.
Einige der schönsten Ferienregionen, wie z.B. die sichelförmige Bucht Chrissi Ammoudia oder der Paradise Beach liegen hier. Weiter Richtung Süden wird die Landschaft vor allem zwischen Aliki und Astris eher karg und felsig und wird von kleinen Buchten unterbrochen.
Vor allem bei Moni Archangelou fällt die Küste steil ins Meer ab. Viele schöne Strände liegen entlang der knapp 25km langen Küste zwischen Astris und der "Metropole des Südens", Limenaria. Im Westen liegen mehrere Hafenorte, die mit ihren Bergdörfern jeweils durch Stichstraßen verbunden sind. Ein Abstecher in die Bergdörfer (v.a. Kazaviti, Maries, Kastro und Theologos) sollte unbedingt auf dem Programm stehen.




Marmorsteinbruch bei Limenas

Thassos war bereits in der Antike ein wichtiger Exporteur von blendend weißem Marmor. Doch auch heute noch werden ständig die riesigen Marmorblöcke mit Lastwagen abtransportiert, zunächst auf das Festland nach Kavala oder Thessaloniki. Auf der ganzen Welt ist der weiße Marmor beliebt. Im Steinbruch bei Limenas und der danebenliegenden Fabrik wird laufend Marmor gebrochen und bearbeitet.
Lage: Etwa 5 km südlich vom Limenas an der Inselringstraße Richtung Panagia.

Panagia und Skala Panagias (Chrissi Ammoudia)

Das malerisch am Fuße des Profitis Illias (1100m) gelegene Bergdorf Panagia mit seinen inseltypischen Häusern mit grauen Schieferdächern und hölzernen Balkonen liegt inmitten von üppigen, fast dschungelartigen Wäldern oberhalb der Potamias Bay. Panagia verdankt seinen Namen der schönen Panagia-Kirche und ist vor allem für seinen Wasserreichtum bekannt. Überall im Dorf gibt es Brunnen und Wasserstellen, vor allem am Dorfplatz und oben bei der Panagia-Kirche, wo das Wasser aus drei Quellen in einen kleinen Bach plätschert. Der Ort wurde vor etwa 300 Jahren gegründet und war vom Meer aus nicht zu sehen. Daher wurde Panagia wegen der häufigen Piratenüberfälle zwischen 1840 und 1870 kurzzeitig sogar Inselhauptstadt. Eine beliebte Spezialität von Panagia sind die in Sirup eingelegten Früchte und Walnüsse, die überall angeboten werden.
Lage: Etwa 7,5 km südöstlich von Limenas an der Inselringstraße.

Kirche Kimissis tis Theotokou: Die wichtigste und größte Panagia-Kirche (Marienkirche) der Insel ist vor allem am 15. August (Mariä Himmelfahrt) ein Besuchermagnet. In der Kirche wird eine schöne, alte Marien-Ikone aufbewahrt, die an diesem Festtag durch den Ort getragen wird. Die Kirche, die um 1832 erbaut wurde, besitzt jedoch auch eine reich geschnitzte Ikonostase, sogar eine Kreuzzugs-Standarte von Richard Löwenherz wird hier aufbewahrt. Als eine der wenigen Kirchen auf der Insel ist sie tagsüber meist geöffnet.
Lage: Im oberen Teil des Dorfes, wenige Schritte südlich der Platia tris Piges mit ihren drei Quellen.

Skala Panagias (Chrissi Ammoudia): Früher lagen hier die Olivenhaine und Gemüsefelder der Bewohner von Panagia. Wegen des herrlichen, hellen Sandes und des kristallklaren Wassers entwickelte sich im Norden der lang gezogenen Potamias Bay in den letzten Jahrzehnten ein beliebter Ferienort mit vielfältigen Tourismusangeboten, der seinen Namen "Chrissi Ammoudia" ("Goldener Sand") sicher verdient. Doch auch der nördlich des Strandes gelegene Fischerhafen ist sehenswert. Hier gibt es noch einige alte Fischerhütten und noch ein Stück weiter östlich auf der Landzunge liegt das Kap Pyrgos, auf dem die Überreste eines antiken Leuchtturmes zu sehen sind.
Lage: Am Ortsanfang von Panagia abzweigen und etwa 4,5 km östlich Richtung Küste fahren.

Potamia und Skala Potamias

Potamia unterscheidet sich von Panagia zunächst einmal anhand der Farbe der Dächer: Hier sind fast alle Häuser mit roten Ziegeln gedeckt. Malerisch liegen die Häuser an den Hängen des höchsten Berges der Insel, dem Ypsarion (1204m), umgeben von üppigen Olivenhainen und Gemüsefeldern - und viel Wasser ("Potamia" bedeutet so viel wie "Flussgegend"). Von der Kirche Agios Nikolaos am oberen Dorfrand hat man einen schönen Blick über den Ort. Außerdem kann man von hier aus ein paar schöne Wanderungen unternehmen, unter anderem auch auf den Ypsarion. In Panagia wurde der bekannte Künstler und Bildhauer Polygnotos Vagis geboren, dem das Museum in der Ortsmitte gewidmet ist.
Lage: Etwa 10km südlich von Limenas bzw. etwa 2,5 km südlich von Panagia an der Inselringstraße.

Vagis-Museum: Polygnotos Vagis wurde 1894 in Potamia geboren und starb 1965 in New York. Seine Familie - der Vater war Holzschnitzer und Schreiner - hatte insgesamt 7 Kinder und war sehr arm. Daher wurde Polygnotos mit 17 Jahren nach Amerika geschickt. Um die Überfahrt zu bezahlen, heuerte er als Seemann an, doch auch nach seiner Ankunft in New York hatte er es zunächst nicht leicht. Nach der Teilnahme am 1. Weltkrieg als Freiwilliger in der amerikanischen Marine studierte er Bildhauerkunst und nahm an Ausstellungen teil, bis er endlich 1922 den Durchbruch mit einem Preis der National Academy of Design schaffte. Seine Heimat sollte er erst wieder 2 Jahre vor seinem Tod sehen. Dies beeindruckte ihn so sehr, dass er in seinem Testament Teile seiner Werke einem noch zu gründenden öffentlichen Museum in seiner Heimat vermachte. Mit dem alten Schulhaus von Potamias wurde 1981 ein guter Rahmen geschaffen für seine Skulpturen, die sich vor allem durch die klaren, klassischen Linienführungen auszeichnen. Es ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Eintritt.
Lage: Von der Platia etwa 200m Richtung Osten, neben der Kirche Isodia tis Theotokou.

Skala Potamias (Chrissi Akti): Am Südende des Strandes von Chrissi Ammoudia liegt der beliebte Ferienort, dessen Wahrzeichen das kleine 1918 gebaute Lagerhaus (Arsanas) des Athosklosters Prodomos ist. Südlich davon schließt sich ein kleiner Fischerhafen an, ein anfangs noch sehr breiter Sandstrand zieht sich etwa 3km Richtung Norden bis Chrissi Ammoudia. Das Wasser ist kristallklar und ziemlich flach, es herrscht wenig Brandung - ideal auch für Kinder geeignet. An der Uferstraße findet sich eine ganze Reihe von Restaurants, Bars, Tavernen und Musiklokalen, zwischen dem Strand und der Inselrundstraße gibt es viele Hotels, Appartements und Pensionen. Die kleine, sehenswerte Kirche Agios Nikolaos, an der die meisten Touristen achtlos vorbeigehen, liegt ganz versteckt an der Straße, die von der Küstenstraße zum Strand führt. Sie ist etwa 200 Jahre alt, wurde aber offenbar auf den Resten einer älteren frühchristlichen Basilika erbaut.
Lage: Etwa 3km südwestlich von Potamia an der Inselringstraße.

Kinira und Paradisos (Paradise Beach)

Bereits Herodot erwähnt die Goldminen von "Aenyra" oder "Coenyra", wie Kinira damals genannt wurde. Zwischen 1000 v. Chr. und 800 n. Chr. wurde hier intensiv Gold geschürft. Bei Ausgrabungen fand man neben antiken Stollen auch die Ruinen von Bädern (aus byzantinischer Zeit) und Reste einer frühchristlichen Basilika. Im 17. Jh. jedoch gab es vermehrt Piratenüberfälle, so dass sich die Einwohner in die Berge zurückzogen und den Ort Theologos gründeten. Heute bildet Kinira zusammen mit Loutra eine nette kleine Feriensiedlung mit einem langen, schmalen Sandstrand und klarem Wasser, wo es noch eher beschaulich zugeht. Die gegenüber liegende, gleichnamige Insel ist unbewohnt. In der Nähe liegt der beliebte Paradise Beach, ein feinsandiger Strand mit klaren, seichten Wasser, der inmitten eines üppigen Kieferwaldes liegt. Er gilt als der schönste Strand der Insel, ist aber in der Saison sicher kein Geheimtipp mehr.
Lage: Kinira liegt etwa 8km südlich von Skala Potamias, Paradisos etwa 3,5km südlich von Linira an der Inselringstraße.

Halbinsel Aliki

Wie ein Schuh ist diese mit Kiefern bewachsene Halbinsel geformt. Im Norden an der Küstenstraße befinden sich einige Tavernen und zu beiden Seiten des "Schaftes" kleine Strände (im Westen Sand, im Osten Kiesel). Aliki, der "heilige Felsen", gilt seit dem 7. Jh. v. Chr. als heiliger Ort, denn aus dieser Zeit stammt eine der wichtigsten Kultstätten, das Dioskuren-Heiligtum, das sich direkt am östlichen Strand von Aliki befindet. Es ist den Dioskuren Kastor und Pollux geweiht, die Schutzgötter der Seefahrer und Reisenden waren. Bis in die frühchristliche Zeit war das Heiligtum, von dem heute noch die Fundamente, Mauern und einige Säulenstümpfe zu erkennen sind, in Gebrauch, bis man in byzantinischer Zeit südöstlich davon zwei Basiliken (5. Jh. n. Chr.) errichtete. Auch hier kann man noch eine Vielzahl an Überresten (Altäre, Säulen, Mauern, Treppen und Fundamente) finden.
Geht man weiter Richtung Süden, erreicht man die antiken Marmorsteinbrüche, die zwischen dem 6. Jh. v. Chr. und dem 6. Jh. n. Chr. ständig in Betrieb waren. Teilweise sind noch Spuren der antiken Werkzeuge sichtbar, obwohl ein Teil der Steinbrüche in der Zwischenzeit vom Meer überspült ist. Man kann um die gesamte Halbinsel herumwandern, sogar in den wannenartigen Vertiefungen der Steinbrüche baden. Auf dem Rückweg kommt man noch an einem riesigen römischen Steinsarkophag vorbei, bevor man wieder zum Strand und den Tavernen zurückkehrt.
Lage: Etwa 11km südlich von Kinira an der Inselringstraße.

Moni Archangelou Michail

Der Legende nach erschien der Erzengel Michael um das Jahr 1100 einem Einsiedlermönch und wies ihn an, hier eine Kirche zu bauen. Diese wurde einige Zeit später dem Athos-Kloster Philotheou unterstellt und in ein wehrhaftes Kloster umgewandelt. Bis 1960 war es ständig bewohnt, wurde dann jedoch für kurze Zeit verlassen. 1974 übernahmen Nonnen das Gelände und brachten es zu neuer Blüte, in den letzten Jahren wurde es sogar mehrfach erweitert. Der große Klosterhof strahlt - wenn sich nicht gerade eine Busladung Touristen über ihn ergießt - eine unwahrscheinliche Ruhe aus und ist mit unzähligen Blumentöpfen und Pflanzen liebevoll geschmückt. Im Inneren der Kirche werden einige wertvolle, wundertätige Ikonen aufbewahrt. Außerdem besitzt das Kloster einen Nagel des Kreuzes Christi, der jedes Jahr am Osterdienstag in einer feierlichen Prozession von Theologos aus ins Kloster gebracht wird. Von der Klosterterrasse kann man an klaren Tagen sogar den Berg Athos sehen.
Lage: Etwa 5km westlich von Aliki und etwa 15km östlich von Potos an der Inselringstraße.

Strände und Orte im Süden

Zwischen Aliki und Limenaria wird die Küstenlinie immer wieder von schönen Sandstränden und kleinen Badebuchten unterbrochen.
Astris, das etwa 13km westlich von Aliki liegt, besteht aus einigen kleinen Siedlungen, die zu Theologos gehören. Hier wurden in den letzten Jahren rund um die kleinen Sandstrände am Kap Salonikios, mehrere kleine Hotels gebaut. Der Astris Beach westlich des Ortes ist ein flach abfallender Sand-/Kiesstrand, an dem es noch recht ruhig zugeht.
Psili Ammos etwa 1km westlich davon gilt als einer der schönsten Strände der Insel. Sein feiner Sand (das ist auch die Bedeutung seines Namens) zieht die Touristen deshalb auch in Scharen an, so dass er im Sommer oft ziemlich überfüllt ist. Nichtsdestotrotz, in der Nebensaison oder früh am Tag ist der Strand wirklich zu empfehlen.
Etwa 4km weiter westlich erreicht man den kleinen Ferienort Potos, der Hafenort von Theologos. Das ehemalige Fischerdorf hat sich in den letzten Jahren zu einem geschäftigen Touristenzentrum mit guten Einkaufsmöglichkeiten, Bars, Restaurants, Tavernen und Hotels entwickelt. Der 2km lange Ortsstrand ist in der Saison schon recht voll, aber man kann auch auf die kleinen Buchten um Potos ausweichen.
Der hübsche Sandstrand von Pefkari liegt nur 1km von Potos entfernt. Hier gibt es eine größere Auswahl an Tavernen und Hotels, der Strand selbst wird von ein paar Pinien beschattet. Der nahegelegene Campingplatz ist einer der besten auf der Insel.
Lage: Mehrere Strände und Badebuchten liegen an der etwa 24km langen Küste zwischen Aliki und Limenaria.

Theologos

Theologos wurde um 1750 als Piratenschutzdorf angelegt. Es liegt geschützt in einem wasserreichen Tal und gehört zu den schönsten Bergdörfern von Thassos. Aufgrund seiner alten schiefergedeckten Häuser mit den typischen Holzerkern und seinen malerischen Gassen steht Theologos heute komplett unter Denkmalschutz. Die etwa 2000 Einwohner sind recht wohlhabend, denn zur Gemeinde gehört der gesamte Küstenabschnitt zwischen Kinira im Südosten und Pefkari im Südwesten. Zwischen 1813 und 1840 war Theologos sogar einmal Inselhauptstadt. Im Ort sind neben den alten Häusern und dem Volkskundemuseum noch die drei Kirchen, Tis Panagias (ca. 1750 erbaut), Agia Paraskevi (1830 erbaut) und Agios Dimitrios, sehenswert. Letztere stammt aus dem Jahr 1823 und besitzt eine wunderschöne geschnitzte Ikonostase mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, an der ein unbekannter Künstler (vermutlich ein Mönch) fast 20 Jahre geschnitzt haben soll.
Will man die Beschaulichkeit eines Bergdorfes erleben, sollte man das Dorf am Vormittag oder frühen Nachmittag besuchen, denn vor allem abends ist hier die Hölle los: Ganze Busladungen mit Touristen ergießen sich über den Ort, um einen "typisch griechischen Abend" mit Spanferkel, Lamm oder Zicklein am Spieß zu erleben. Jedes Jahr im August findet eine eigens für die Touristen inszenierte "thassitische Hochzeit" statt.
Lage: In der Ortsmitte von Potos zweigt eine etwa 10km lange Stichstraße nordöstlich nach Theologos ab.

Volkskundemuseum: Seit 2003 ist das kleine Volkskundemuseum von Theologos in einem inseltypischen, renovierten Haus eingerichtet. Hier hat man alles zusammengetragen, was bis vor wenigen Jahren noch zum ländlichen Leben in Theologos gehörte. Neben landwirtschaftlichen Geräten und Werkzeugen findet man hier unter anderem Wachsmühlen, Bienenkörbe, typisch thassiotische Kleidung und sogar eine Ouzodestille. Eintritt.
Lage: Direkt an der Dorfhauptstraße, gut 1km vom Ortsanfang entfernt auf der rechten Seite, an der Abzweigung zur Kirche Agia Paraskevi.

Limenaria

Limenaria entstand Ende des 19. Jh., davor gab es hier nur ein paar Fischerhütten des alten Bergdorfes Kastro. Doch als 1903 die deutsche Minengesellschaft Speidel von der türkischen Verwaltung die Erlaubnis erhielt, Eisen-, Zink- und Kupfererz zu schürfen, zogen immer mehr Bewohner herunter an die Küste und so wurde Limenaria nach und nach zum zweitgrößten Ort der Insel. Viele schöne Patrizierhäuser, die auch heute noch den Charakter von Limenaria ausmachen, entstanden in dieser Zeit. Zwischen den 1. und 2. Weltkrieg ruhte der Bergbau, doch um 1950 übernahm die Firma Krupp die Industrieanlagen und setzte ihr Verwaltungsgebäude, Palataki ("Palästchen") genannt, auf einen kleinen Hügel östlich des Hafens mit schönem Blick auf den Ort. Noch bis Mitte der 1960er Jahre wurde hier Erz abgebaut, bis die schlechte Transportsituation jedoch dem Abbau ein Ende setzte. Seitdem verfallen die östlich des Palataki liegenden Erzsortieranlagen und ein morbider Charme macht sich breit.
Zwischenzeitlich hat der Tourismus den netten kleinen Ort entdeckt, und viele Hotels, Geschäfte und öffentliche Gebäude entstanden in den letzten Jahren. An der langen Uferpromenade gibt es eine ganze Reihe von Restaurants, Tavernen und Bars und der lange Sandstrand lädt zum Baden ein. Auch die Strände in der Umgebung, wie z.B. Metallia im Osten und Tripiti im Westen, machen Limenaria zu einem beliebten Ferienort. Ein kleines Museum illustriert die Geschichte des Ortes, vor allem des Erzabbaus.
Lage: Etwa 4km nordwestlich von Potos an der Inselringstraße.

Metallia-Strand: Einer der interessantesten Strände der Insel liegt östlich von Limenaria, direkt unterhalb der verfallenden Erzsortieranlagen. Doch der schöne, feinkieselige Strand, der im hinteren Bereich aus dunklem, fast rostrotem Sand besteht, bildet einen ungewöhnlichen Kontrast zu den alten Industrieruinen und Hochöfen im Hintergrund, die einst der Erzgewinnung dienten. Der Strand fällt im Wasser relativ rasch ab, auch auf den oft glitschigen Felsplatten, die im Wasser liegen, muss man aufpassen. Doch dafür gibt es im Wasser kleine Felsen und Riffe, durch die kleine Fische hindurchflitzen und zwischen man wunderbar Schnorcheln kann.
Lage: Etwa 3,5km nordwestlich von Potos beziehungsweise etwa 0,5km südöstlich von Limenaria.

Kastro

Das wohl älteste Dorf liegt abgeschieden im Zentrum der Insel auf einem Felssporn, etwa 500m über dem Meer. Es wurde im 11. Jh. gegründet, als Piraten die Gegend um Limenaria unsicher machten. Aufgrund seiner strategisch günstigen Lage befestigte die genuesische Familie Gattilusi im Jahre 1434 das Dorf mit einem Kastell, dem Kastro auch seinen heutigen Namen verdankt. Der Anfang des 20. Jh. beginnende Bergbau in Limenaria setzte eine Welle der Abwanderung in Gang, in deren Folge Kastro fast vollständig aufgegeben wurde. Nur noch ein Mal im Jahr, am Fest des Hl. Athanasios (18. Januar), erlebt das Dorf eine kurze Blüte, wenn das Patronatsfest der Dorfkirche gefeiert wird. Doch seit ein paar Jahren besinnt man sich wieder auf die Ruhe und Stille von Kastro und beginnt, die verlassenen Häuser wieder aufzubauen. Sehenswert sind neben der auf dem ehemaligen Festungshügel liegenden Kirche Profitis Ilias mit ihrem daneben liegenden Beinhaus und der kleinen Agios Georgios-Kapelle westlich davon vor allem die Kirche Agios Athanasios (um 1434 erbaut) und das alte Schulhaus, in dem ein kleines Kafenion eingerichtet ist.
Lage: Etwa 10km nordöstlich von Limenaria (unbedingt mit Jeep fahren); hölzernen Hinweisschildern folgen

Maries und Skala Marion

Weit im Inselinneren versteckt sich Maries in einem von Olivenbäumen übersäten Tal zwischen zwei Bergzügen. Es lag ursprünglich näher an der Küste gegenüber dem Kloster Panagouda, wurde jedoch von Piraten völlig zerstört. Nur zwei Frauen sollen dabei überlebt haben. Sie hießen beide Maria, daher wurde der neue Ort einer Legende zufolge nach ihnen benannt. Die Dorfkirche, die den Erzengeln geweiht ist, wurde Anfang des 19. Jh. erbaut und besitzt schöne Fresken. In den engen Gassen mit den malerischen alten Häusern ist die Zeit stehen geblieben und auf der Platia scheinen sich im Schatten der Bäume nicht nur die Einheimischen sondern auch die Hühner und Katzen des Dorfes wohl zu fühlen.
Lage: Die Stichstraße nach Maries zweigt etwa 0,5km vor Skala Marion Richtung Osten ab und erreicht nach etwa 12km Maries.

Moni Panagouda bzw. Moni Kimissis tis Theotokou: Das ehemalige Nonnenkloster aus dem 19. Jh., in dem heute nur noch ein Mönche lebt, ist wirklich sehenswert. Vor allem die schönen Fresken, das dunkle Holzgebälk und die heilige Quelle in einer Nische in der Klosterkirche lohnen einen Besuch. Nach einer Legende entkam bei der Plünderung des Dorfes Maries durch Piraten eine Marien-Ikone auf wundersame Weise und wurde Jahre später an einem Busch hängend wiedergefunden. An dieser Stelle erbaute man im 19. Jh. eine Panagouda-Kapelle (Maria Himmelfahrt), in der plötzlich eine heilige Quelle entsprang.
Lage: Auf gut halben Weg zwischen Skala Marion und Maries links abbiegen (an einer kleinen blauen Straßenrandkapelle weist ein gelbes Schild mit der griechischen Aufschrift "Iera Moni Koimiseos Theotokou 500m" den Weg).

Stausee Gena und Wasserfälle bei Maries: Der überraschend große Stausee Gena wird vom Lakos Marion gespeist, dessen Quelle an den Hängen der oberhalb von Maries liegenden Berge entspringt. Klettert man nördlich des Sees über ein paar großere Felsbrocken und folgt dem Bachlauf, findet man in einem schattigen Wäldchen insgesamt drei kleine Wasserfälle, über die das kristallklare Wasser Richtung Tal rinnt. Ein Ausflug, der sich wirklich lohnt!
Lage: Das Dorf Maries rechts umfahren, nach 4km führt ein Weg zum See hinunter.

Skala Marion: Das nette kleine Fischerdorf mit seinem fast kreisrunden Hafen lebt auch heute noch vorwiegend vom Fischfang und gehört zum Bergdorf Maries. Der Tourismus ist hier noch nicht sehr ausgeprägt, es gibt ein paar Zimmer zu vermieten und nur eine kleine Anzahl an Hotels, die auch meist von Griechen besucht werden. Am romantisch gelegenen Hafen gibt es ein paar gute Tavernen, die zu einer ausgedehnten Mittagspause einladen, die beiden Strände sind eher klein.
Lage: Etwa 7,5km nordwestlich von Limenas an der Inselringstraße.

Kalirachi und Skala Kalirachis

Kalirachi ("guter Rücken") ist eines der größten Bergdörfer der Insel. Einst lag das Dorf weiter oben, am Fuße des bizarr geformten Berges und hieß Kakkirachi ("schlechter Rücken"). Doch der Name brachte dem Dorf wenig Glück, verschiedene Legenden berichten, das Dorf sei von Seuchen geplagt und von Piraten geplündert worden. Daher verlegte man es Mitte des 18. Jh. an den heutigen Standort, wo es blühte und gedieh. Doch leider scheint das Glück sich wieder abzuwenden, denn das Dorf beginnt seit einigen Jahren zu sterben. Die Jungen ziehen hinunter an die Küste und nur die Alten bleiben zurück. Trotzdem hat Kalirachi mit seinen malerischen Gassen, schmiedeeisernen Balkonen, kleinen Geschäften und der eindrucksvollen Dorfkirche Agios Dimitrios seinen lebendigen Charakter behalten.
Lage: Die Stichstraße nach Kalirachi zweigt in Skala Kalirachis Richtung Südosten ab und erreicht nach etwa 3km Kalirachi.

Skala Kalirachis: Der Hafen von Kalirachi ist ein typisches Fischerdorf. Tourismus findet sich noch relativ wenig, denn die Strände rechts und links der Hafenmole sind nicht besonders groß. Durch die Abwanderung aus dem Bergdorf Kalirachi ist hier bereits ein kleines Dorf entstanden, das vor allem vom Fischfang lebt. Die für den kleinen Ort fast übertrieben wirkende Hafenmole wurde erst in den letzten Jahren gebaut.
Lage: Etwa 9km nördlich von Skala Marion an der Inselringstraße.

Marmorausstellung

Unvermittelt stößt man zwischen den Häfen von Skala Kalirachis und Skala Sotira auf ein umzäuntes Gelände, auf dem mehrere Kunstwerke aus blendend weißem Marmor aufgestellt sind. Neben klassisch anmutenden Figurengruppen finden sich auch überdimensionale Fische oder abstrakte Gebilde. Auf einem Marmorstein ist "Ktima Evtichioi Lampidi (1910 - 2001) in memoriam" eingemeißelt, vermutlich ist das der Name des Künstlers und seine Lebensdaten.
Lage: An der Inselringstraße zwischen Skala Kalirachis und Skala Sotira, etwa 1 km vor Skala Sotira rechts zwischen der Taverne Orama und der Eko-Tankstelle.

Sotiras und Skala Sotira

Sotiras ist ein noch recht ursprünglich wirkendes Dorf, aber auch hier macht sich die Abwanderung an die Küste bemerkbar. Noch Anfang des 20. Jh. blühte Sotiras, da in der Gegend Eisenerz abgebaut wurde. Das aus dieser Zeit stammende Verwaltungsgebäude der Firma Krupp/Speidel ist heute bis auf die Außenmauern völlig verfallen. Am unteren Dorfrand steht die schöne Metamorphosis tou Sotira-Kirche, die leider meist verschlossen ist. Daneben stehen zwei Metochi-Gebäude, von denen nur noch eines genutzt wird. In den steilen Gassen, von denen aus man einen wunderschönen Blick aufs Meer hat, liegen neue und verlassene Gebäude friedlich nebeneinander, am Dorfbrunnen auf der Platia treffen sich die verbliebenen Einwohner des Dorfes zu einem Schwätzchen.
Lage: Die Stichstraße nach Sotiras zweigt in Skala Sotira Richtung Südosten ab und erreicht nach etwa 3,5km Sotiras.

Skala Sotira: Skala Sotiras ist ein netter kleiner Hafenort, der sich entlang der Hauptstraße und der Küste erstreckt. Die Einwohner leben hier noch hauptsächlich vom Fischfang, nur eine kleine Zahl an Übernachtungsmöglichkeiten und Tavernen ist hier vorhanden. Der Strand ist nicht sehr groß, aber auch noch nicht überfüllt. Am westlichen Ende des Ortes befindet sich eine alte Olivenpressanlage, die jedoch aufgegeben wurde.
Lage: Etwa 2,5km nördlich von Skala Kalirachis an der Inselringstraße.

Prinos und Skala Prinou

Prinos ist eine Gemeinde, die eigentlich aus fünf Orten besteht: Da ist zunächst einmal der Ort Prinos, der sich in den letzten Jahren zu einer Art Verwaltungszentrum der Gegend gemausert hat. Dann die beiden an der Küste liegenden Hafenorte Skala Prinou und Dasilio Prinos. Weiter im Landesinneren liegen die beiden "alten" Dörfer Megalo Prinos und Mikro Prinos (Kazaviti). Das heutige Prinos war früher nur eine kleine Ansiedlung inmitten der ausgedehnten Olivenhaine von Kazaviti. Doch zwischenzeitlich gibt es hier eine gute Infrastruktur mit Supermärkten, Hotels und sogar einem Krankenhaus, man lebt aber noch hauptsächlich von der Landwirtschaft. Jeden Montag bricht an der Durchgangsstraße der Verkehr so gut wie vollständig zusammen, wenn die Einwohner aus der ganzen Umgebung auf dem größten Markt der Insel zusammenkommen.
Lage: Etwa 3km nordöstlich von Skala Sotira beziehungsweise etwa 17,5km südwestlich von Limenas an der Inselringstraße.

Skala Prinou und Dasilio Prinos: Der hübsche Küstenabschnitt besitzt einige schöne Strandabschnitte, die langsam für den Tourismus entdeckt werden. Doch in erster Linie ist Skala Prinou der wichtigste Hafen der Insel, mit der Hauptverbindung nach Kavala und Peramos und einer großen Bootswerft. Die vergleichsweise junge Siedlung Dasilio Prinos (griech. Dasilio = kleines Wäldchen) liegt an einem mit Pinien bestandenen Kap und besitzt schöne Strandabschnitte und eine gute Auswahl an Hotels, Tavernen und Bars.
Lage: Skala Prinou zweigt etwa 2km nördlich von Prinos Richtung Westen ab, nach Dasilio Prinos folgt man dieser Straße etwa 1,5km.

Kazaviti

Die beiden Dörfer Megalo Kazaviti und Mikro Kazaviti liegen wie Zwillinge nebeneinander im Landesinneren. Sie sind die Bergdörfer von Prinos und werden daher auch oft Megalo Prinos und Mikro Prinos genannt. Während das "kleine" Kazaviti eher unscheinbar wirkt, ist "Groß"-Kazaviti ein Muss für den Thassos-Besucher. Es ist das "Vorzeigedorf", das zum großen Teil unter Denkmalschutz steht. Fast alle Häuser werden seit den 1980er Jahren inseltypisch hergerichtet, aber leider weniger von den Einheimischen als von (oft deutschen) Rentnern, die in den Sommermonaten hier leben. Auf der großen, mit Platanen beschatteten Platia mit ihren beiden Tavernen ist immer etwas los, vor allem an den Abenden, wenn die Reiseveranstalter hier "griechische Abende" feiern. Dennoch sind die Gassen von Kazaviti malerisch und haben sich noch einen Teil ihrer Ursprünglichkeit bewahrt.
Lage: Die Stichstraße nach Kazaviti zweigt in Prinos Richtung Südosten ab und erreicht nach etwa 4km Mikro Kazaviti und nach 1 weiteren km Megalo Kazaviti.

Rachoni und Skala Rachoniou

Der Ort Rachoni ist nicht sehr spektakulär, doch gerade das macht seinen Reiz aus. Hier ist das Dorfleben noch in Ordnung, der Tourismus hat sich hier noch nicht festgesetzt und auch die Abwanderung an die Küste hält sich in Grenzen. Die Panagia-Kirche ist direkt über einer Quelle erbaut worden, die hinter der Ikonostase entspringt und mit Hilfe von Rohren an der Seite der Kirche herausgeleitet wird. In Rachoni soll Mehmet Ali, der Gründer des modernen ägyptischen Staates, dem Thassos zwischen 1813 und 1821 unterstellt war, seine Kindheit verbracht haben.
Lage: Die Stichstraße nach Rachoni zweigt in Skala Rachoniou Richtung Süden ab und erreicht nach etwa 3,5km Agios Georgios und nach 1 weiteren km Rachoni.

Skala Rachoniou: Inmitten einer ruhigen Umgebung zwischen Olivenbäumen und einem langen, schmalen Sand-/Kieselstrand liegt der Hafenort von Rachoni. Es gibt hier zwar ein paar Hotels und Zimmer, doch lebt der Ort vor allem noch vom Fischfang. Hier kann man den Fischern noch beim Netzesortieren zusehen während in den Tavernen und Restaurants an der Hafenpromenade wird der Tagesfang zubereitet wird.
Lage: Etwa 4,5km von Skala Prinou und 11 km westlich von Limenas


Übersicht Routen

Routenvorschläge Thassos

11 Tagesausflüge

Thassos-Stadt - Die Insel Thassos

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Ausflug 1: Limenas: Rund um den Hafen und das Kap Evraiokastro
Hafen (Antiker Kriegshafen und Handelshafen) - Metochi-Gebäude - Wagen-Tor - Poseidion - Hermes-Tor und antikes Nord-Viertel - Kap Evraiokastro - Antikes Theater - Dionysion - Bummel durch die Einkaufsgassen

Ausflug 2: Die Akropolis von Limenas und die Stadtbefestigungen
Antike Stadtmauer - Antike Akropolis - Kastro - Athena-Tempel - Pan-Heiligtum - Parmenonas-Tor - Silenen-Tor - Zeus&Hera-Tor

Ausflug 3: In der Unterstadt von Limenas
Antike Agora - Agios Nikolaos - Tempel des Herakles - Antike Sarkophage - Sarkophag des Poliadis - frühchristliche Basilika - Ausgrabungen am Stadtrand

Ausflug 3a: Das Archäologische Museum in Limenas
Sobald es wieder geöffnet hat, sollte man unbedingt einen halben Tag für den Museumsbesuch einplanen.

Ausflug 4: Der grüne Nordosten
Marmorsteinbruch bei Limenas - Panagia (Quellen, Kirche Kimissis tis Theotokou, Strand und Hafen von Skala Panagias) - Potamia (Vagis-Museum, Skala Potamias) - Baden in Chrissi Ammoudia oder Skala Panagias

Ausflug 5: Im Süden der Insel
Kinira - Paradise Beach - Aliki - Moni Archangelou Michail - Baden am Paradise Beach oder an einem der Strände im Süden (z.B. Astris)

Ausflug 6: Das Bergdorf Theologos
Spaziergang in Theologos - Kirchen Tis Panagias, Agia Paraskevi und Agios Dimitrios - Volkskundemuseum

Ausflug 7: Auf den Spuren des Bergbaus
Bummel durch Limenaria - Palataki - Industrieruinen - Baden am Metallia-Strand

Ausflug 8: Das einsame Bergdorf Kastro
Spaziergang durch das Dorf - Kirche Profitis Ilias mit Beinhaus - Agios Georgios-Kapelle - Agios Athanasios - Schulhaus und Kafenion

Ausflug 9: Maries und Umgebung
Skala Marion - Moni Panagouda - Maries - Stausee Gena und Wasserfälle

Ausflug 10: Die Häfen und Bergdörfer des Westens
Kalirachi und Skala Kalirachis - Marmorausstellung - Sotiras und Skala Sotira - Rachoni und Skala Rachoniou

Ausflug 11: Rund um Prinos
Markt in Prinos (Montag vormittag) - Megalo Kazaviti und Mikro Kazaviti - Baden in Dasilio Prinos

Hinweis: Die Routenvorschläge setzen in der Regel voraus, dass Sie einen fahrbaren Untersatz (Mietauto, Mietmotorrad) zur Verfügung haben


Weitere Informationen finden Sie im Reisemagazin oder der Link-Liste
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