Macau

Ganz anders als Hong Kong präsentiert sich Macau, das nur ein paar Kilometer ernfernt ist: Denn Macau kann seine Vergangenheit nicht verleugnen. Im Stadtzentrum findet man noch viele Gebäude im portugiesischen Kolonialstil, mit Stuckverzierungen, Säulengängen und kräftigen Farben, die neben chinesischen Tempeln und asiatischen Schriftzeichen ganz fehl am Platz erscheinen. Seit 1999 gehört auch Macau zu China und besitzt einen ähnlichen Status wie Hong Kong. Macaus abendliche Attraktion ist das Casino, das dem asiatischen Hang zum Glücksspiel entgegenkommt und der Region ihr Auskommen sichert. Hier drückt selbst China beide Augen vor dem so "verdammenswerten" Kapitalismus zu.




Kirche Sao Paulo

Die Fassade der Kirchenruine von Sao Paulo, die am oberen Ende einer gewaltigen Freitreppe steht, ist das Wahrzeichen der Stadt. Die Kathedrale wurde 1602 von chinesischen und japanischen Christen nach dem Entwurf eines italienischen Jesuiten erbaut. Die Gestaltung der Granitfassade, eine Mischung aus östlicher und westlicher Symbolik, entstand zwischen 1620 und 1627. Während eines Taifuns im Jahr 1835 brach in der Küche des benachbarten Jesuiten-Kollegs ein Feuer aus, das sowohl das Kolleg mit seiner wertvollen Bibliothek als auch die Kirche fast vollständig zerstörte. Einzig die Fassade von Sao Paulo blieb übrig. Im dazugehörenden Museum sind Grabungsfunde zur Geschichte der Kathedrale zu sehen.
Lage: Rua de Sao Paulo (Foto: Ruth Bost)

Fortaleza do Monte

Zur Verteidigung gegen die konkurrierenden Handelsmächte, vor allem gegen die Holländer, wurde dieses Fort, das oberhalb der St.-Pauls-Ruine liegt, in den Jahren 1617 bis 1626 erbaut. Doch bereits 1622 versuchten protestantische Holländer, das fest in jesuitischer Hand liegende Macau zu erobern. Nur eine Handvoll Soldaten und einige Kirchenmänner waren zur Verteidigung des noch nicht ganz fertiggestellten Forts zur Stelle. Ein glücklicher Zufallstreffer eines Padre konnte die Pulvervorräte der Holländer zerstören und so die Angreifer in die Flucht schlagen. Von hier oben hat man einen wirklich hervorragenden Rundumblick über ganz Macau.

Lage:
Rua do Monte (Foto: Macau Tourism)

Kolonialbauten

Viele der Kolonialgebäude Macaus stammen aus dem 19. Jhdt. Typisch für sie sind die Säulen und Bogenfenster im klassizistischen Stil und die meist weißen Stuckverzierungen auf bräunlichem bis rosafarbenem Grund. Einige Gebäude, wie die ehemalige Gouverneursresidenz oder der Palacio di Governo (Regierungssitz des Gouverneurs) liegen im Süden von Macau, rund um den Penha-Hügel. In einigen dieser Gebäude sind Museen oder Ausstellungen untergebracht.
Lage: an der Rua da Praia Grande, im Süden von Macau oder an der Avenida do Conselheiro Ferreia de Almeida

Leal Senado

Die blau-weißen Azulejo-Kacheln im Innenhof des Senatsgebäudes und die stuckverzierte Fassade machen den Leal Senado zu einem der schönsten portugiesischen Kolonialgebäude der Stadt. 1784 wurde das heutige Rathaus als Sitz des Senats von Macau begonnen. Im Inneren ist vor allem die reich geschmückte, mit mehreren Tausend wertvollen Büchern und Manuskripten ausgestattete Bibliothek besuchenswert. Der Name „Leal" (= loyal) wurde dem Senat im Jahre 1809 während der Napoleonischen Kriege wegen seiner Treue zum Mutterland Portugal verliehen.
Lage: Avenida de Almeida Ribeiro, am Platz Largo do Leal Senado (Foto: Macau Tourism)

Santa Casa da Misericordia

Das "Heilige Haus der Barmherzigkeit" wurde 1569 durch den damaligen Bischof von China und Japan gegründet und war eines der ersten Krankenhäuser Macaus. Es wurde mehrfach umgebaut und stammt in seiner heutigen Form aus dem 18. Jhdt. Auch heute noch kümmert sich der hier ansässige katholische "Orden der Barmherzigen Brüder" um Waisen, Alte, Kranke und andere Bedürftige.
Lage: am Platz Largo do Leal Senado (Foto: Ruth Bost)

Kirche Sao Domingo

Die kleine, im Barockstil erbaute Dominikanerkirche stammt aus dem frühen 17. Jhdt. Sie wurde lange Jahre vernachlässigt, diente unter anderem als Militärbaracke und Pferdestall und war von Termiten befallen, bis sie endlich 1997 komplett renoviert wurde. Heute erstrahlt ihre gelbe, mit weißen Stuckornamenten und grünen Fensterläden verzierte Fassade wieder in neuem Glanz. Am großen Barockaltar befinden sich unter anderem eine schöne Statue der Jungfrau mit Kind und ein Gemälde Christi. Im alten Glockenturm ist ein Museum für Sakrale Kunst untergebracht.
Lage: am nördlichen Ende des Platzes Largo do Leal Senado (Foto: Ruth Bost)

Kathedrale (Sé)

Bereits seit 1576 stand an dieser Stelle eine ältere Kirche, die jedoch mehrmals von Taifunen zerstört und erneuert wurde. Im Jahr 1850 schließlich wurde die neue Kathedrale der Diözese Macau (die einst auch für China, Japan und Korea zuständig war) geweiht, die jedoch ebenfalls von einem Taifun zerstört wurde. Das heutige Gebäude mit den gedrungenen Türmen und den massiven Holzportalen wurde dann 1937 in Form einer Basilika erbaut. Das Innere der Sé ist relativ nüchtern ausgestattet und beherbergt die Reliquien japanischer Märtyrer aus dem 17. Jhdt. Das kleine gelbe, mit Stuck verzierte Gebäude neben der Kathedrale ist die Residenz des Bischofs von Macau.
Lage: Largo da Sé (Foto: Ruth Bost)

Lou Kau Manison

Dieses Haus ist eines der am besten erhaltenen traditionellen chinesischen Häuser von Macau. Es gehörte der Familie des reichen chinesischen Kaufmanns Lou Kau, der auch den Garten Jardim de Lou Lim Ieok anlegen ließ. Das 1889 erbaute, zweistöckige Gebäude besteht aus drei Häusern, zwischen denen zwei Innenhöfe liegen. Das Haus aus grauen Ziegeln ist aufwendig ausgestattet mit Steinreliefs, Gitterfenstern mit bunten Glaseinsätzen und geschnitzten Holzdecken und bildet eine gelungene Kombination von chinesischer und westlicher Architektur. UNESCO-Weltkulturerbe.
Lage: Travessa da Sé 7 (in der Nähe der Kathedrale) (Foto: Ruth Bost)

Farol da Guia

Im Jahr 1865 wurde auf dem Guia-Hügel, der sich etwa 100 Meter über die Stadt erhebt, der erste Leuchtturm der südchinesischen Küste erbaut. Er ist heute noch in Betrieb und gehört zu einer Festung, die Anfang des 17. Jhdts. zum Schutz gegen die Holländer angelegt wurde. In der Guia-Kapelle im Inneren der Festung kann man schöne Fresken mit chinesischen und westlichen Motiven bewundern. Auf einem Spaziergang rund um den Hügel hat man einen guten Ausblick über die gesamte Stadt.
Lage: auf dem Guia-Hügel, Estrado do Engenheiro Trigo/Colina da Guia (Foto: Macau Tourism)

Jardim de Lou Lim Ieok

Dieser wunderschöne Park liegt wie eine Oase der Ruhe mitten in der quirligen Stadt. Er wurde im 19. Jhdt. im Stil der chinesischen Gelehrtengärten als eine Art Miniaturlandschaft angelegt, die den gesamten Kosmos im Kleinen widerspiegelt. Durch ein Mondtor betritt man den Garten, in dem ein kleiner, unregelmäßig geformter Goldfischteich mit Lotosblumen von einem lauschigen Bambushain, bizarr geformten Felsen und mehreren Pavillons und Gebäuden gesäumt wird. Eine der Brücken führt im Zickzack über das Wasser - da böse Geister nur geradeaus fliegen können, ist diese Brücke ein perfekter Schutz vor ihnen. Einst diente der Garten dem chinesischen Kaufmann Lou Kau und seinem Sohn Lou Lim Ieok als Privatgarten und wurde später durch Privatinitiative für die Öffentlichkeit erhalten. Geringe Eintrittsgebühr.
Lage: Estrada de Adolfo Loureiro 10/Ecke Avenida do Conselheiro Ferreira de Almeida

Tempel Kun Iam Tong

Für die buddhistischen Gläubigen ist diese große Anlage der bedeutendste Tempel in Macau. Sie wurde im 13. Jhdt. gegründet, ihre heutige Form stammt aus dem Jahr 1627. Die drei großen Hallen des Tempels sind verschiedenen Göttern geweiht, u.a. Kuan Yin, der Göttin der Barmherzigkeit. Eine der 18 Figuren an den Seitenwänden soll Marco Polo darstellen - zu erkennen an der großen Nase, den runden Augen und dem lockigen Haar. Schöne Porzellanfiguren und farbig glasierte Ziegel schmücken die Dächer des Tempels. Im Garten befindet sich ein Steintisch, an dem China und Amerika 1844 den ersten Handelsvertrag unterzeichnet haben sollen. Hier ist immer viel Betrieb, und das Abbrennen von Knallfröschen ist eine beliebte Art, die Götter auf sich aufmerksam zu machen.
Lage: Avenida do Coronel Mesquita

Casino Lisboa

Das Casino Lisboa ist eines der ersten Casinos in Macau und begründete Macaus Ruf als "Las Vegas des Ostens". Erbaut wurde es 1970 durch die Sociedade de Turismo e Diversoes de Macau, ein Unternehmen des Glücksspiel-Tycoons Stanley Ho. Das ungewöhnlich geformte Dach des runden Gebäudes erinnert nicht ohne Grund an ein Roulette - das beliebteste Glücksspiel im Lisboa. 90 Prozent der Glücksspieler sind Chinesen, die ihr Geld vor allem bei Dai Siu (Groß und Klein), Fan Tan (Spiel, bei dem die Anzahl von Knöpfen erraten werden muss) oder an den bezeichnenderweise "Hungrige Tiger" genannten Einarmigen Banditen aufs Spiel setzen. Das Casino ist rund um die Uhr geöffnet.
Lage: Avenida de Amizade, neben dem Grand Lisboa (Foto: Ruth Bost)

Grand Lisboa

Seit Ende 2008 hat das "Lisboa" eine neue Attraktion: das wie eine Lotusblüte geformte Luxushotel Grand Lisboa, das mit einer Höhe von 261 Metern das "alte" Lisboa wie ein Spielzeug aussehen lässt. Im eiförmigen Vorbau des Grand Lisboa wurde ein weiteres Casino eröffnet, in dem auch Kunstgegenstände und der "Star of Stanley Ho", der größte kissenförmige Diamant der Welt, ausgestellt sind.
Lage: Avenida de Lisboa, neben dem Casino Lisboa (Foto: Ruth Bost)

Macau Tower

Mit seinen insgesamt 338 Metern Höhe ist der 2001 fertiggestellte Macau Tower der zehnthöchste Turm der Welt. Auf der außenliegenden Plattform des "Skywalk" in 216 m Höhe hat man einen spektakulären Blick auf Macau und das Perlflussdelta. Im Jahr 2006 wurde von hier der höchste Bungee-Sprung der Welt gestartet: aus einer Höhe von 233 Metern!
Lage: Largo da Torre de Macau (Foto: Ruth Bost)


Übersicht Routen

Routenvorschlag Macau

1 Tagesausflug (Anreise von Hong Kong aus)

Ausflug (evtl. 1 Übernachtung einplanen):
Start am Macau Ferry Pier auf Hong Kong Island - mit dem Bus in die Stadt - Casino Lisboa - Grand Lisboa - Blick auf den Macau Tower - Kolonialbauten an der Rua da Praia Grande - Kathedrale (Sé) - Lou Kao Manison - Largo do Senado mit Leal Senado - Santa Casa da Misericordia - Kirche Sao Domingo - Kirche Sao Paolo - Fortaleza do Monte - Kolonialbauten an der Avenida do Conselheiro Ferreia de Almeida - Jardim de Lou Lim Iok - Farol da Guia - Tempel Kum Iam Tong


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