Die Blumeninsel im Atlantik

Schon bald nach der Entdeckung durch die Portugiesen wurde Madeira ein Vorposten Europas, ein letzter Stützpunkt vor dem langen, beschwerlichen Seeweg nach Amerika. Später spielte der Zuckerrohranbau eine große Rolle. Vor kaum mehr als hundert Jahren wurde die Insel mit ihrem ganzjährig milden Klima zu einem elitären Reiseziel für Betuchte und Aristokraten, die so dem kalten europäischen Winter entflohen oder die Schwindsucht auskurierten. Heutzutage fällt den Meisten zu "Madeira" als erstes der hier hergestellte schwere, süße Wein ein.

Der typische Madeira-Reisende von heute sucht hier keine endlosen Sandstrände, sondern hat meistens die Wanderschuhe im Gepäck und kommt wegen der grandiosen, weitestgehend unberührten Natur. Neben den schroffen Gebirgszügen sind für Wanderer die unzähligen Levadas - Bewässerungskanäle, entlang derer man wunderbar wandern kann - ein beliebtes Highlight. Doch auch der Blumenliebhaber kommt nicht zu kurz: die Gärten vieler Aristokratenvillen rund um Funchal quellen über vor üppiger Blumenpracht.