Insel Madeira

Eine kleine Insel, so meint man, hat auch nur wenig Überraschendes zu bieten. Doch Madeira ist da anders: Schon allein das Klima sorgt immer wieder für Überraschungen. Wenn es an der Südküste schon mal drückend heiß sein kann, kann es im Norden kühl und regnerisch sein - der Nordostpassat ist für diese seltsamen Wetterphänomene verantwortlich.

Doch wo auch immer auf der Insel man sich befindet: fast überall trifft man auf eine traumhafte Landschaftskulisse mit spektakulären Steilküsten, atemberaubenden Blicken, steilen Terrassenfeldern, plätschernden Wasserfällen, sattgrünen Wäldern und einer nahezu verschwenderischen Blumenfülle.

Die Madeirenser feiern gern, und vor allem während der Erntezeit findet fast jedes Wochenende ein großes Wein-, Apfel- oder Erntefest in einem der vielen kleinen Bauerndörfer statt.




Camara de Lobos

Fast mit Funchal zusammengewachsen ist der drittgrößte Ort der Insel, der seinen Namen von den Mönchsrobben (port. "lobos") hat, die man zur Zeit der portugiesischen Entdeckung noch dort vorfand. Joao Goncalves Zarco gründete den Ort im Jahr 1424, fast zeitgleich mit Funchal. Camara de Lobos liegt eingebettet zwischen zerklüfteten Felsklippen.
Das Ilheu-Viertel oberhalb des Hafens mit seinen malerischen, engen und steilen Gassen inspirierte nicht nur den britischen Premier Winston Churchill zum Malen. Die Idylle kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Camara de Lobos ein armer Fischerort ist. Denn auch wenn die Fischer hier noch jede Nacht mit ihren bunten tiefseetauglichen Booten zum Espada-Fang ausfahren, können sie schon lange nicht mehr mit den modernen Fischkuttern ausländischer Konkurrenz mithalten. Sehenswert ist vor allem die Capella Nossa Senhora de Conceiçao (erbaut um 1420, 1702 renoviert) mit Gemälden, die naive Fischfangszenen zeigen. Camara de Lobos ist außerdem bekannt für den "Poncha", das Nationalgetränk Madeiras.
Lage: ca. 9 km westlich von Funchal

Estreito de Camara de Lobos

Der kleine Ort liegt etwa auf 500 m Höhe inmitten von Weinbergen, aus deren Trauben die besten und edelsten Weine Madeiras gekeltert werden. Früher wurden die Trauben mit nackten Füßen gestampft, der Most in Ziegenschläuche abgefüllt und dann von jungen Männern (borracheiros) auf den Schultern ins Tal getragen. Im September findet hier das größte Weinfest der Insel statt, das sowohl bei Einheimischen als auch bei Touristen beliebt ist. Aus fast jedem Dorf Madeiras und aus dem Ausland kommen Trachtengruppen, die traditionelle Musik machen oder Tänze aufführen.
Nach der Ernte werden die Trauben in einem großen Festzug ins Dorf gebracht, wo sich jeder - Einheimischer oder Tourist - am traditionellen Traubenstampfen beteiligen kann. Trotz des Rummels findet hier noch eines der typisch madeirensischen Volksfeste mit lebendigen Traditionen statt. Natürlich dürfen hier die typischen Stände mit gegrilltem Huhn, Espetada-Spießen, Bolo de Caco und Wein nicht fehlen.
Lage: etwa 10 km nördlich von Camara de Lobos

Cabo Girao

Man muss schon schwindelfrei sein, wenn man am Aussichtspunkt des Cabo Girao steht und etwa 580 m in die Tiefe schaut. Doch der Ausblick von der zweithöchsten Steilküste der Welt hinunter auf die winzigen Terassenfelder und das Meer ist einfach spektakulär und gehört zu einem Madeira-Besuch unbedingt dazu!
Man sagt, der Name "Kap der Umkehr", wurde diesen Klippen bereits von Joao Goncalves Zarco verliehen, der bei deren Anblick am liebsten umgekehrt wäre. Eine kleine Ausstellung neben dem Aussichtspunkt zeigt Schwarzweiß-Bilder aus den Anfängen des Tourismus Ende des 19./Anfang des 20. Jhdts.
Lage: ca. 7 km westlich von Estreito de Camara de Lobos

Faja dos Padres

An der Südküste Madeiras, unweit des berühmten Cabo Girao, liegt am Fuße einer über 300 m hohen Klippe, diese idyllische Obstplantage. Der Name Faja dos Padres stammt von den Jesuiten, die die Plantage einst gründeten.
Die spezielle Lage mit ihrem einzigartigen Mikroklima läßt unter anderem einen der besten Malmsey-Weine der Insel gedeihen. Doch auch exotische Früchte wie Mangos, Papayas, Maracujas, Guaven, Bananen oder Avocados finden hier optimale Bedingungen. Der Besucher, der entweder mit dem Boot oder über den etwa 350 m hohen gläsernen Panoramalift hierher gelangen kann, findet neben einem schönen Kieselstrand ein Restaurant, Gästezimmer und sogar noch die Reste der alten Jesuitenkirche.
Lage: ca. 1,5 km westlich von Cabo Girao; gleiche Schnellstraßen-Ausfahrt nehmen wie zum Cabo Girao und dann der Beschilderung folgen

Eira do Serrado

Der 1088 Meter hoch gelegene Aussichtspunkt (Miradouro) ist über einen gut angelegten Weg mit Treppenstufen in ca. 15 Minuten vom Parkplatz der Estalgem Eira do Serrado aus zu erreichen. Von hier aus hat man einen atemberaubenden Blick auf das Tal von Curral das Freiras, das etwa 400 bis 700 m tiefer liegt.
Lage: ca. 16 km von Funchal

Curral das Freiras (Nonnental)

Das 690 m hoch gelegene Bergdorf liegt wildromantisch im Zentrum eines erloschenen Vulkankraters, dessen Felswände ringsrum fast 500 m hoch aufragen. Den Hintergrund bilden die höchsten Berge Madeiras.
Der Name bedeutet eigentlich "Nonnenstall" und ist darauf zurückzuführen, dass das Tal einst den Viehherden des Nonnenklosters Santa Clara in Funchal als Weide diente ("curral" = Stall). Als im Jahr 1566 Piraten Madeira plünderten, konnten sich die Nonnen gerade noch rechtzeitig in ihr Tal flüchten und sich so vor den Plünderern retten. Die Kapelle im Zentrum des Dorfes stammt aus dieser Zeit. Heute ist Curral das Freiras besonders für seine Kastanien und die daraus produzierten Spezialitäten bekannt - was natürlich jedes Jahr im November mit einem großen Kastanienfest gefeiert wird.
Lage: ca. 20 km nordwestlich von Funchal; am Pico dos Barcelos vorbei auf der ER 107

Poiso-Pass

Eine weite Moorlandschaft erstreckt sich auf dieser Passhöhe, die auf etwa 1400 m Höhe auf halbem Weg zwischen Funchal und der Nordküste liegt. Hier hängt oft noch am Mittag der Nebel und Schafe sind meist die einzigen Lebewesen. An der Kreuzung der vier Straßen, die aus allen Richtungen auf den Poiso-Paß treffen, steht ein vor allem bei Einheimischen beliebtes Restaurant.
Lage: 19 km südlich von Faial an der ER 103

Ribeiro Frio

Am "Kalten Fluss", so die Übersetzung des Ortsnamens, werden im glasklaren Gebirgswasser in der staatlichen Fischzucht jährlich etwa 90.000 Forellen gezüchtet, die man im daneben liegenden Restaurant "Victors Bar" auch gleich fangfrisch verspeisen kann. Doch neben den Forellen ist Ribeiro Frio bekannt für seinen Parque Florestal (Naturpark), in dem noch ein besonders dichter Laurissilva-Baumbestand und eine Sammlung aller auf Madeira heimischen Pflanzen zu sehen ist. Ribeiro Frio ist außerdem der Ausgangspunkt für einige schöne Levada-Wanderungen, so z.B. zu den Balcoes oder entlang der Levada do Furado Richtung Portela.
Lage: 13 km südlich von Faial an der ER 103

Balcoes: Von Ribeiro Frio aus führt ein kurzer, einfacher Spaziergang entlang eines alten Levadawegs zu einem spektakulären Aussichtspunkt, den man sich wirklich nicht entgehen lassen sollte. Etwa 870 m hoch gelegen, bietet die malerisch mit einem Zaum aus knorrigen Erikastämmen gesicherte Aussichtskanzel einen atemberaubenden Blick hinunter in das vegetationsreiche Metade-Tal, zum Zentalmassiv Madeiras mit dem Pico Ruivo und Pico Arieiro gegenüber und sogar bis an die Nordküste und zum Adlerfelsen (Penha de Aguia) bei Faial. Da der Weg recht einfach zu begehen ist, sollte man hier möglichst bis 11 Uhr schon wieder weg sein, da spätestens dann Scharen von Touristenbussen den Weg zu den Balcoes bevölkern.
Gehzeit Ribeiro Frio-Balcoes und zurück: ca. 40 Minuten
Lage: Vom Parkplatz aus bergabwärts, einige Meter nach "Victors Bar" bzw. dem Zugang zur Levada do Furado, auf der gegenüberliegenden, linken Straßenseite

Levada do Furado

Die Levada do Furado, die "in den Fels gehauene", führt die ersten 15 Minuten auf einem breiten, bequemen Weg, der zunächst entlang des Ribeiro Frio verläuft. Danach verläßt der Weg den Fluß und folgt nun einem steilen Hang, der allerdings dicht mit Bäumen bewachsen ist, so dass man zunächst nur wenig Probleme mit der Schwindelfreiheit bekommen wird. Immer wieder gibt der Wald den Blick auf die Umgebung frei, doch die meiste Zeit spenden die Bäume dem Wanderer Schatten. Die ersten schmalen Stellen sind hier auch noch mit Geländern gesichert, doch schon bald läuft man fast ausschließlich auf der nur etwa 30 cm breiten Levadamauer, die sich zum Teil elegant entlang der Felsen entlangschlängelt. Wer hier Probleme mit dem Gleichgewichtssinn bekommt, sollte besser umkehren!
Nach etwa 1 Stunde überquert man die Levada über Trittsteine, später quetscht sie sich durch eine schmale Felsspalte. Kurz darauf sollte man, statt unsicher auf der ziemlich bröckeligen Levadamauer zu balancieren, besser einige Meter in das Bachbett ab- und wieder hinaufsteigen. Auch einige Minuten später ist es besser, die Umgehung zu benutzen. Nach insgesamt 2 Stunden und 15 Minuten Gehzeit, trifft man am Cabeco Furado auf den ersten Tunnel, den man allerdings nur mit einer Taschenlampe begehen sollte. Wer sein Auto in Ribeiro Frio stehen hat, kehrt am besten direkt nach dem Tunnel um, denn der weitere Weg nach Portela dauert noch etwa 1 Std. 15 Min.
Gehzeit Ribeiro Frio-Cabeca Furado und zurück: ca. 4 Std. 30 Minuten; ca. 14 km
Lage: Vom Parkplatz aus bergabwärts auf der rechten Straßenseite, direkt nach "Victors Bar"; ausgeschildert "Portela 8 km"

Santo da Serra

Das kleine Dorf, das auf einem Plateau in etwa 700 m Höhe liegt, hat etwa 1800 Einwohner und heißt korrekt eigentlich "Santo Antonio da Serra" - doch den benutzt heute kaum noch jemand. Schon früh avancierte Santo da Serra zu einem beliebten Sommersitz der feinen Gesellschaft Madeiras, viele Villen und Quintas - die bekannteste ist die der Familie Blandy - zeugen auch heute noch davon.
Santo da Serra ist außerdem für den landschaftlich äußerst reizvollen 27-Loch-Golfplatz berühmt, der erste Golfplatz auf Madeira, auf dem jedes Jahr eine Reihe internationaler Golfturniere stattfinden. Heute leben die Einwohner vor allem vom Obst- und Gemüseanbau, ein jährlich im September stattfindendes Apfelweinfest (Mostra da Sidra) und der sonntägliche Markttag gehören zu den Höhepunkten des Dorfes und ziehen vor allem Einheimische an.
Santo da Serra ist außerdem ein guter Ausgangspunkt für verschiedene Levada-Wanderungen.
Lage: ca. 25 km nordöstlich von Funchal an der ER 207

Quinta do Santo da Serra: Im früheren "Blandy Park" (heute Parque de Santo da Serra) befindet sich die ehemalige Sommerresidenz der englischen Weinhändler-Familie Blandy. Die üppige Parklandschaft des heute frei zugänglichen, öffentlichen Parks ist gesäumt von einer großen Vielfalt an endemischen Pflanzen, Blumen und Kamelienbäumen.
Im kleinen Zoo findet man Ponys, Rotwild, Ziegen und sogar Känguruhs, Pfaue stolzieren auf den Wegen herum und genießen ebenso wie die vielen Einheimischen die Idylle. Am Ende des Parks gibt es einen Aussichtspunkt (Miradouro dos Ingleses), von dem aus die Blandys den Osten der Insel und vor allem den Schiffsverkehr nach Madeira gut beobachten konnten. Näherte sich ein Handelsschiff, so sagt man, sei der Hausherr eiligst nach Funchal aufgebrochen, um dieses gebührend in Empfang zu nehmen. Eintritt frei.
Lage: zwischen dem Golfplatz und dem Hauptplatz von Santo da Serra, direkt links neben dem Hotel do Santo an der Abzweigung nach Machico

Sonntagsmarkt: Besonders bei den Einheimischen ist dieser jeden Sonntag stattfindende Straßenmarkt beliebt. Ab 12 Uhr bekommt man hier günstig T-Shirts, Hosen, Gürtel, Spielsachen, aber auch allerlei Essbares und Obst und Gemüse. Wer hier zufällig vorbeikommt, sollte sich dieses typisch madeirensische Spektakel nicht entgehen lassen!
Lage: im Parque de Feiras links neben der Kirche bzw. dem Zentrum von Santo da Serra

Levada da Serra do Faial

Von der Sitio das Quatro Estradas kann man in etwa 2 Stunden auf einem leichten Weg entlang der Levada da Serra do Faial bis nach Santo da Serra laufen.
Der Einstieg in diesen Levada-Abschnitt liegt etwa 15 Minuten von der Haltestelle "Sitio das Quatro Estradas" entfernt (diese ist entweder mit dem Bus oder in etwa 45 Minuten auf der ER 102 von Santa da Serra aus erreichbar). An dieser Straßenkreuzung folgt man der ER 202 Richtung Poiso-Paß. Kurz nach einem Schweinemastbetrieb trifft man auf die Levada und biegt dort nach rechts Richtung Portela ab.
Der breite Wanderweg führt nun die ersten etwa 20 Minuten entlang eines ausgetrockneten Levadabetts, erst später gluckert die Levada munter neben einem her und riesige Hortensienbüsche säumen den Weg. Nach weiteren etwa 40 Minuten trifft man auf ein Wasserhaus, an dem ein kleiner, steiler Weg in etwa 20 Minuten rechts hinunter bis zur ER 102 führt. Dort wendet man sich nach rechts und erreicht nach weiteren 5 Minuten die ER 207, die einen nach etwa 15 Minuten zurück nach Santo da Serra bringt.
Gehzeit Sitio das Quatro Estradas-Santo da Serra: ca. 2 Std.; ca. 8 km
Lage: Beginn an der Sitio das Quatro Estradas, ca. 3 km südlich von Santo da Serra an der ER 102; Ende in Santo da Serra

Machico

Mit 12000 Einwohnern ist Machico die zweitgrößte Stadt Madeiras. In der Bucht des Flusses Ribeira do Machico betraten Zarco und Teixeira, die Entdecker Madeiras, 1419 zum ersten Mal madeirensischen Boden - die Stelle wird heute noch Desembarcadouro (Anlegestelle) genannt. Doch einer Legende nach waren sie nicht die ersten Entdecker der Insel: bereits 1346 strandeten hier der britische Edelmann Robert Machim und seine Geliebte Anne auf ihrer Flucht und starben wenig später. Über ihrem Grab errichtete Zarco 1420 das älteste Gotteshaus der Insel und benannte die Siedlung später zu Ehren Machims in "Machico". Im Jahr 1803 wurde die Kirche von einer Flutwelle zerstört und auch die Christusfigur wurde ins Meer gespült. Nur ein Teil des Portals blieb übrig - aber wenig später fanden Seeleute wie durch ein Wunder die Christusfigur auf dem Meer treibend wieder. Man errichtete daher 1815 an der gleichen Stelle eine neue Kapelle, die Capela Senhor dos Milagres (Kapelle des Wundertätigen Herrn), und feiert seitdem jedes Jahr am 8./9. Oktober die Wiederkehr der Christusfigur.
Am Ostufer des Flüsschens liegt das Fischerviertel (Banda d'Alem) mit engen, krummen Gassen, kleinen weißen Häusern und winzigen Plätzen. In der Altstadt bildet der Rathausplatz (Praca do Municipio) mit dem Rathaus, einer Statue von Tristao Vaz Teixeira und der Kirche Nossa Senhora da Conceicao (um 1500) den Mittelpunkt. Ihr schönes Seitenportal wurde von König Manuel gestiftet, die Gemälde und Schnitzereien im Inneren sind ebenfalls sehenswert.
Die drei Forts, mit denen die Bewohner Machicos im 18. Jhdt. ihr Dorf vor den Plünderungen der Piraten schützten, sind noch zwei erhalten: das Forte Sao Joao de Baptista im Osten, das heute in privatem Besitz ist, und das dreieckige Forte Nossa Senhora do Amparo, in dem das Fremdenverkehrsamt von Machico untergebracht ist.
In Machico findet man einige Hotels und Restaurants und einen großen Kieselstrand, der bei Ebbe auch einen schmalen Streifen Sand freigibt. Auch als Ausgangspunkt für einige Levadawanderungen ist Machico gut geeignet.
Lage: 4 km östlich des Flughafens

Ponta de Sao Lourenco

Die etwa 9 km lange und 2 km breite karge Halbinsel Ponta de Sao Lourenco passt landschaftlich so gar nicht in das Bild der sattgrünen, blühenden Insel. Hier pfeift der raue atlantische Wind über die Klippen und es fällt nur selten Regen. Die Pflanzen- und Tierwelt ist einzigartig, hier lebt sogar das einzige giftige Tier Madeiras, eine Spinnenart. Daher ist diese Landzunge auch seit 1982 Naturschutzgebiet. An der äußersten Spitze von Ponta de Sao Lourenco, auf der kleinen Insel Ilheu do Farol steht ein Leuchtturm.
Interessant ist der Blick Richtung Westen, denn hier erkennt man wunderbar, dass an der Nordküste oft die Wolkenschwaden hängen, während im Süden der Himmel meist völlig wolkenlos ist.
Lage: östlich von Canical

Prainha-Strand: Der Strand von Prainha ist der einzige wirkliche Sandstrand auf Madeira - leider ist er ziemlich klein und liegt durch den tiefen Einschnitt in die Felsen auch oft recht schattig. Vor allem am Wochenende wird er von den Einheimischen besucht.
Lage: ganz im Osten der Insel, etwa 3 km östlich von Canical

Santana

Das kleine, malerische Dorf Ort ist vor allem bekannt für seine typischen "Santana-Häuser" (Casas de Colmo) mit ihrem auf drei Seiten bis zur Erde hinuntergezogenen Strohdach, bunten Fensterläden und üppigem Blumenschmuck. Sie dienten früher als Ställe oder Wohnhäuser, heute sind sie jedoch kaum mehr bewohnt. Im Zentrum von Santana ist eine kleine Gruppe dieser Häuser zu besichtigen. Santana ist daneben auch bekannt für seinen großen Themenpark, in dem man viel über das Leben auf Madeira erfahren kann. In der Nähe von Santana, in Queimadas, beginnen zwei der schönsten Levadawanderungen in den Tälern Caldeirao Verde (grüner Kessel) und Caldeirao do Inferno. Ein Folklorefest "48 horas a bailar" (48 Stunden Tanz) zieht jedes Jahr im Juli Scharen von Einheimischen und Touristen an.
Lage: ca. 40 km nördlich von Funchal an der Nordküste

Parque Tematico de Madeira (Themenpark): Dieser Themenpark, der im Jahr 2004 auf einer Fläche von 70.000 qm eröffnet wurde, ist speziell auf Familien zugeschnitten und in ganz Portugal einzigartig. In 4 Multimedia-Pavillons erfährt man auf unterhaltsame Weise alles über die Geschichte, die Tradition und die Kultur Madeiras.
Im Pavillon "Descoberta das Ilhas" (Entdeckung der Inseln) erlebt man in einer Fahrt mit einem Boot die Entdeckung der Insel anhand von Projektionen, Licht- und Toneffekten hautnah mit.
Im Pavillon "Futuro da Terra" (Zukunft der Erde) wird eine spektakuläre als 360-Grad-Projektion geboten. In "Viagem Fantastica na Madeira" (Fantastische Reise auf Madeira) begleitet man ein Paar in den Flitterwochen durch ganz Madeira.
Der Pavillon "Um mundo de Ilhas, As ilhas no Mundo" (Eine Welt der Inseln, die Inseln auf der Welt) bietet alles über die Geschichte und Kultur Madeiras vom Beginn der Entdeckung bis heute.
Im Außenbereich gibt es einen Nachbau der alten Zahnradbahn nach Monte, Ochsenkarren, Santana-Häuser, in denen traditionelle Handwerkskunst gezeigt wird und einen See mit Mini-Fischerbooten. Außerdem Bungee-Jumping, Irrgarten oder Seilrutschen. Täglich geöffnet, außer am 25. Dezember. Eintritt.
Lage: in Santana an der ER 101, ausgeschildert

Rosarium der Quinta do Arco

Die Quinta do Arco, ein Landgut mit großem Garten und imposanter Rosensammlung, besitzt eine der größten Rosensammlungen Portugals.
Über 17.000, teils seltene oder vom Aussterben bedrohte Rosen in 1.000 Sorten werden hier gezogen. Dabei gibt es sowohl alte als auch moderne Sorten, Stamm- und Kletterrosen und verschiedenste Kreuzungen und Züchtungen. Die meisten Rosen sind mit dem Namen und der Klassifizierung beschildert. Ein Paradies nicht nur für Botaniker und Rosenliebhaber! Eintritt.
Lage: etwa 20 km westlich von Santana an der ER 101 bei Arco de Sao Jorge

Sao Vicente

Am Ausgang eines Flußtales befindet sich Sao Vicente, mit 6500 Einwohnern neben Santana und Porto Moniz einer der wichtigsten Orte der Nordküste.
Schon der Weg von Santana aus dorthin, entlang der schroffen Steilküste, ist eine Reise wert. Wer Zeit hat, sollte auch gleich weiter Richtung Seixal fahren, wo sich die spektakulärsten Küstenabschnitte befinden. Sao Vicente wuchs vor allem im 18. Jhdt. durch seinen Weinhandel, viele große Bürgerhäuser entstanden und der Ort breitete sich bis ins Hinterland hinein aus. Ein Erdrutsch 1928 zerstörte einen großen Teil der stattlichen Häuser, die jedoch zum großen Teil wieder liebevoll restauriert wurden, so dass der Ort heute einer der schönsten der Nordküste ist. Die größte Attraktion von Sao Vicente sind die "Grutas", die vor Tausenden von Jahren durch Vulkantätigkeit entstanden.
Lage: an der Nordküste der Insel

Grutas e Centro do Vulcanismo (Vulkanologie-Zentrum und Höhlen): Zwischen 400.000 und 900.000 Jahre alt sind die Höhlen von Sao Vicente, die durch Vulkaneruptionen entstanden sind.
Der Druck, der im Inneren der Erde entstanden ist, muss so groß gewesen sein, dass die Lava explosionsartig durch die Lavagänge schoss und dabei keine Zeit mehr hatte, in den Gängen zu erstarren. Nur an einigen Stellen blieben große Gesteinsbrocken förmlich in den Gängen stecken und am Boden einiger Tunnel kann man noch Reste der hier erstarrten Lavaströme erkennen. Etwa 700 m lang ist der Weg, auf dem man im Rahmen einer Führung durch die Lavatunnel gehen kann. Außerdem bietet das Zentrum für Vulkanologie audiovisuelle Vorführungen, die anschaulich die Entstehung der Höhlen, einen Vulkanausbruch und die Entstehung einer Vulkaninsel zeigen. Für all das sollte man schon gut 1 Stunde Zeit veranschlagen. Täglich geöffnet. Eintritt.
Lage: bei Sao Vicente an der ER 104


Übersicht Routen

Routenvorschläge Madeira

7 Tagesausflüge

Ausflug 1: Die Steilküste im Süden
Camara de Lobos - Cabo Girao - Faja dos Padres - Estreito de Camara de Lobos

Ausflug 2: Ins Landesinnere
Eira do Serrado - Curral das Freiras

Ausflug 3: Eine einfache Levadawanderung
Santo da Serra (Quinta do Santo da Serra; Sonntagsmarkt) - 2-stündige Wanderung entlang der Levada da Serra do Faial

Ausflug 4: Eine etwas anspruchsvollere Levadawanderung
Fahrt über den Poiso-Pass nach Ribeiro Frio - Balcoes - 4 ½-stündige Wanderung entlang der Levada do Furado

Ausflug 5: An der Ostspitze
Machico - Prainha-Strand - Ponta de Sao Lourenco

Ausflug 6: Die Nordostküste
Santana - Parque Tematico de Madeira (Themenpark) - Rosarium der Quinta do Arco

Ausflug 7: In den Norden
Über den Encumeada-Paß nach Sao Vicente - Vulkanologie-Zentrum und Höhlen

Hinweis: Die Routenvorschläge setzen in der Regel voraus, dass Sie einen fahrbaren Untersatz (Mietauto, Mietmotorrad) zur Verfügung haben


Weitere Informationen finden Sie im Reisemagazin oder der Link-Liste
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