Reise-Reportage - Rhodos, September 2011

Das boarding-time.de-Team war wieder einmal für Sie unterwegs. Dieses Mal waren wir auf Rhodos, der viertgrößten Insel Griechenlands, die zur Inselgruppe des Dodekanes gehört.
Den Namen "Sonneninsel" verdankt sie nicht nur ihrem Sonnenreichtum sondern auch der Mythologie, nach der Göttervater Zeus dem Sonnengott Helios die Insel zum Geschenk machte. Dieser benannte die Insel nach seiner Angebeteten, der schönen Nymphe Rhode, einer Tochter des Poseidon.
In der Antike war Rhodos eine der wichtigsten Inseln des Mittelmeers. Der Koloss von Rhodos, der die Hafeneinfahrt von Rhodos bewachte, zählte zu den 7 Weltwundern der Antike. Doch auch im Mittelalter erlangte Rhodos als Stamminsel des Johanniterordens eine große Bedeutung. Einen Hauch aus dieser Zeit kann man auch heute noch in den mittelalterlichen Befestigungsanlagen und Gassen der Altstadt von Rhodos-Stadt erleben, die heute zum UNESCO Weltkulturerbe zählt.
Vor allem im Norden, rund um die Hauptstadt, ist der Tourismus die bestimmende Größe - wer Ruhe sucht, ist in den beschaulicheren kleinen Dörfern im Süden besser aufgehoben. Nach Rhodos-Stadt gehören das Tal der Schmetterlinge, das weiße Dorf Lindos mit seiner Akropolis und die Thermen von Kallithea zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten.

Wir laden Sie ein, uns auf unserer 14-tägigen Reise durch Rhodos zu begleiten:


Tag 1: Samstag, 17.9.2011

An der Poolbar im Hotel Helena Christina.

Endlich haben wir es geschafft: Die dringendsten Sachen in der Arbeit sind geregelt, die Koffer haben wir gestern schon per Vorabend-Check-in zum Flughafen gebracht und nicht einmal um ein Taxi müssen wir uns kümmern, da unser Schwager Josef uns angeboten hat, uns zum Flughafen zu fahren.
Trotzdem ist es wieder einmal verflixt früh: schon um halb 5 Uhr in der Früh steigen wir ins Auto. Eine knappe dreiviertel Stunde später ist auch schon die Gepäckkontrolle geschafft.
Wir sind froh, dass wir nicht in den Flieger nach Mallorca müssen, denn wir sind uns nicht sicher, ob wir die Girlie-Gruppe mit quietschbunten Strohhüten und völlig überdrehtem Gehabe den Kegelclub-Typen vorziehen, die sich schon zum Frühstück eine Halbe Weißbier reinziehen.
Nun denn, Ballermann lässt grüßen - und wir hoffen, dass Rhodos deutlich weniger touristisch wird.
Der Start verzögert sich um fast 45 Minuten, da es am Flughafen von Rhodos ein "erhöhtes Verkehrsaufkommen" gibt. Wie ist das zu verstehen? Verkehrsstau in der Luft?!?
Dennoch landen wir nur eine halbe Stunde verspätet. Und wir haben Glück: Unser Hotel liegt offenbar so "abgelegen", dass wir diesmal gleich per Taxi ins Hotel gebracht werden und nicht in einen Bus verfrachtet werden, der alle Hotels der Umgebung abklappert. Und weit ist es auch nicht, schon nach einer knappen Viertelstunde sind wir da.
Wir machen uns auf die Suche nach unseren Gastwirten, die wir an der Poolbar finden. Hier gibt es kaum Personal, das macht offenbar alles die Inhaberfamilie selbst. Das Hotel ist einfach, die Zimmer aber sauber und großzügig und es liegt auf einem Bergrücken mit traumhaftem Blick auf Ialissos und die gegenüberliegende türkische Küste.
Nachdem wir uns in unserem Zimmer erst mal eingerichtet haben, gehen wir an die Poolbar, wo wir einen Mittagssnack einnehmen und hoffen, dass wir unser vorab gemietetes Auto gegen 15 Uhr vorbeigebracht bekommen. Erstaunlicherweise ist die Autovermieterin mehr als pünktlich und schon ein paar Minuten später sind wir auch schon unterwegs zum nächsten Supermarkt, um uns mit dem Nötigsten einzudecken. Auf unserer ersten Erkundungstour entdecken wir zwar auch einen Lidl ganz in unserer Nähe, doch uns steht der Sinn momentan eher nach einem griechischen Supermarkt, wo wir Wein, Käse, Oliven und Brot kaufen. Der erste Abend vergeht ganz entspannt bei einer griechischen Brotzeit auf unserer Terrasse, bevor wir schon recht bald müde ins Bett fallen.


Tag 2: Sonntag, 18.9.2011

Griechen beim Picknick im Kloster
Moni Tsambika.

Nach dem Frühstück - ein einfaches, aber völlig ausreichendes kontinentales Frühstück mit Brot, Schinken, Käse, Ei, Marmelade und Tee - düsen wir los, um uns einen ersten Überblick über Rhodos zu verschaffen.
Auf der vierspurigen Schnellstraße Richtung Lindos kommen wir schnell vorwärts und machen als erstes beim Kloster Moni Tsambika Halt. Da heute Sonntag ist, sind eine Menge Einheimische da, die im Garten des Klosters in aller Seelenruhe Picknick machen.
Wir schauen uns noch ein wenig um, dann fahren wir weiter nach Archangelos, das eines der größeren Dörfer der Insel ist. Dort besuchen wir erst einmal die Kirche, bevor wir uns auf den schweißtreibenden Aufstieg zum Kastell machen. Doch der Blick, den wir von oben haben, belohnt uns allemal für die Mühen des Aufstiegs.
Mittlerweile ist es Mittag geworden und daher suchen wir uns eine Taverne in der Nähe. Unser Reiseführer hat eine Empfehlung für uns: bei Petronas soll es Zicklein aus dem Ofen geben. Doch als wir ankommen, sind wir die einzigen Gäste, die Speisekarte ist 0/8/15, die Preise ziemlich heftig und wir beschränken uns daher ein wenig enttäuscht auf einen griechischen Salat.
Nun wollen wir aber endlich mal die Strände von Rhodos sehen und fahren daher weiter zum Stegna Beach. Hier ist uns aber viel zu viel los und wir flüchten daher weiter nach Charaki. Hier gefällt es uns: Das nette, kleine Dorf besteht eigentlich nur aus ein paar Häusern direkt an der "Strandpromenade", die sich entlang der kreisrunden Bucht hinzieht. Im Meer dümpeln ein paar kleine Boote, ein paar Tavernen bieten Snacks an und der Strand ist nicht zu überfüllt. Wir finden sogar einen schattigen Platz unter einer Tamariske und verbringen hier den Nachmittag mit Schwimmen und Lesen. Das Wasser ist herrlich warm und klar - wir scheinen "unseren" Strand gefunden zu haben!
Bevor wir uns am späteren Nachmittag wieder auf den Nachhauseweg machen, klettern wir noch den steilen Weg zum Kastell hinauf, von wo aus wir einen schönen Rundblick über die Strände der Umgebung haben.
Im Hotel überlegen wir kurz, ob wir dort zu Abend essen wollen, doch wir machen uns doch lieber in unserer Mini-Küche ein paar Nudeln und lassen den Tag mit einer kleinen Flasche Retsina auf der Terrasse ausklingen.


Tag 3: Montag, 19.9.2011

Der Tunnel bei Epta Piges ist gerade mal so
hoch und breit, dass eine Person durchpasst.

Heute stehen wir ziemlich früh auf und sind bereits um 9 Uhr unterwegs. Als Erstes fahren wir nach Epta Piges, was nichts anderes als "Sieben Quellen" bedeutet. Hier gibt es einen Tunnel, durch den das Wasser von einer Seite des Berges zur anderen geleitet wird - und durch den man unbedingt durchgewatet sein muss! Also Schuhe ausziehen und ab ins doch ziemlich kalte, knöcheltiefe Wasser.
Der Eingang ist ein Loch, das ungefähr der Größe und Breite eines normal großen Mannes entspricht. Und sobald man ein paar Meter zurückgelegt hat, ist es schon fast zappenduster. Wir verwünschen uns schon nach kurzer Zeit, dass wir unsere Taschenlampe nicht dabeihaben! Umkehren geht nicht mehr: hinter uns kommt schon der Nächste, der hier durch will und es gibt absolut keine Möglichkeit, aneinander vorbeizukommen. Na gut, Zähne zusammenbeißen, die klaustrophobischen Anfälle ignorieren und draufloswaten!
Die griechische Familie vor uns macht eine Menge Lärm und plappert pausenlos vor sich hin, vermutlich um sich gegenseitig Mut zu machen. Auch wir tasten uns vorsichtig voran, immer an der Wand lang und schön auf den Kopf aufpassen! Nach einer schier endlosen Tapserei im Dunkeln ist endlich etwas Licht zu sehen - doch das ist nur ein Lichtschacht nach oben und wir sind erst etwa halb durch den Tunnel durch. Also noch einmal tief durchatmen und weiterwaten!
Schließlich, als die Füße schon ziemlich gut durchgekühlt sind, nimmt der Tunnel endlich ein Ende und wir freuen uns, wieder an der Sonne zu sein. Vor uns liegt ein kleiner Stausee, in den das Wasser aus dem Tunnel plätschert. Auf der anderen Seite der Staumauer fließt ein kleiner Wasserkanal, der uns doch sehr an die Levadas auf Madeira erinnert. Wir folgen ihm ein paar hundert Meter, drehen dann aber doch bald wieder um.
Wir sind heilfroh, dass wir den Rückweg nicht durch den Tunnel antreten müssen (das geht sowieso nicht, denn über den Eingang ist auf dieser Seite tatsächlich ein "Durchgang verboten-Schild" gemalt!) und über den Fußweg wieder zurückgehen können. Neben der obligatorischen Taverne sind nun auch die namensgebenden "7 Quellen" zu finden, doch wir halten uns nicht mehr sehr lange auf, da uns hier zu viel los ist.
Wir fahren weiter in das Tal hinein, wo wir mitten im Wald auf die Kirche Agios Nektarios treffen, ein netter kleiner Bau im byzantinischen Stil. Vor der Kirche hält gerade ein fliegender Gemüsehändler, bei dem wir gleich ein paar Tomaten und Trauben kaufen. Die Weiterfahrt nach Archipoli scheint nichts Interessantes zu bringen, so dass wir uns entschließen, den Nachmittag wieder am Strand von Charaki zu verbringen. Dort essen wir erst mal in einer der Strandbars Gyros-Pita, suchen uns danach einen schattigen Platz unter einer Tamariske und verbringen viel Zeit im Wasser mit Schnorcheln.
Auf der Heimfahrt landen wir in einer Zacharoplastio in Asgourou, wo sich Markus nur schwer zurückhalten lässt Erst nach einer ausreichenden Menge Koffein und Zucker fahren wir weiter, kaufen unterwegs noch etwas Ouzo und Retsina und fahren wieder ins Hotel zurück.
Heute kochen wir mal nicht selbst, sondern essen im Hotel: es gibt Soutsoukakia, hinterher spendiert uns der Chef noch einen Souma und wir quatschen ein wenig mit ihm an der Bar, bevor wir ins Zimmer zurückgehen und noch ein wenig lesen.


Tag 4: Dienstag, 20.9.2011

Auf dem frisch abgebrochenen Holzstück
funktioniert die Tarnung des Schmetterlings
nicht und man kann ihn gut erkennen.

Unseren ursprünglichen Plan, heute mal die Strände an der Westküste anzuschauen, begraben wir sehr schnell, denn es ist auf dieser Seite der Insel heute sehr windig. Außerdem gefällt uns der von unserem Reiseführer vielgerühmte Strand von Theologos überhaupt nicht (Kiesel, viel zu viele Leute und kaum Schatten). Wir biegen also wieder ins Landesinnere ab und landen in Petaloudes, dem Schmetterlingstal.
Wir beginnen unseren Weg am unteren Ende des Tals, wo sich auch ein kleines naturhistorisches Museum befindet, das die meisten Touristen links liegen lassen. Im Tal selbst ist schon einiges los, doch wenigstens ist es hier schön schattig und die Leute halten sich doch halbwegs an die Anweisungen, nicht zu laut zu sein. Neben dem Weg plätschert ein kleiner Bach und schon nach einigen Metern sehen wir die ersten Schmetterlinge. Wenn sie auf der Rinde der Bäume sitzen, sind sie erst mal kaum zu erkennen, erst wenn sie auffliegen, sieht man die schönen roten Innenseiten der Flügel. An einigen Bäumen sitzen Hunderte von ihnen, ein beeindruckendes Erlebnis.
Nach fast 1 1/2 Stunden kommen wir endlich - nach vielen Fotografierpausen - am obersten Punkt des Tals an, wo sich eine kleine Kirche und eine Taverne befinden. Dort essen wir unser mitgebrachtes Obst und Brot, bevor wir uns wieder an den Abstieg machen.
Danach fahren wir wieder an die Ostküste, um einen schönen Strand zu suchen. Der Tsambika-Strand ist zwar wunderbar sandig, aber für unseren Geschmack hoffnungslos überfüllt. Der danebengelegene Vlicha Beach ist uns ebenfalls zu voll, erst am Traganou Beach bleiben wir eine Weile. Hier ist nicht sehr viel los, vermutlich auch, weil es hier kein Fitzelchen Schatten gibt - es sei denn, man nimmt Liegen und einen Sonnenschirm. Aber das lohnt sich nicht mehr, da es schon früher Nachmittag ist. Also bleiben wir nur so lange, bis unsere Hautfarbe noch nicht ins Rot wechselt und fahren danach wieder zurück Richtung Hotel.
Spaßeshalber schauen wir noch ein paar Strände auf dem Rückweg an: zuerst den klaustrophobisch eng mit Schirmen und Liegen vollgestopften Strand von Ladiko und danach die berühmte Anthony Quinn-Bucht, die noch kleiner und fast noch sardinenmäßiger ist. Wir sind uns jedenfalls einig: bisher gefällt uns einfach Charaki am besten!
Zurück im Hotel machen wir uns einen griechischen Salat, essen dazu Oliven, Käse, Salami und Brot und verbringen einen gemütlichen Abend.


Tag 5: Mittwoch, 21.9.2011

Eine Bühnenrobe der griechisch-
stämmigen Operndiva Maria Callas - aus
Getränkedosen geflochten.
In der Ritterstraße ist vor lauter
Menschenmassen fast kein Durchkommen mehr.

Laut Wetterbericht könnte es heute sogar ein wenig regnen, also eine ideale Gelegenheit, um uns in die Hektik von Rhodos-Stadt zu stürzen.
Wir schaffen es tatsächlich, unser Auto irgendwo im Straßengewirr der Neustadt zu parken, und hoffen, dass wir es später auch wieder finden. Nach ein paar Minuten Fußweg sind wir auch schon am Amboise-Tor, hinter dem der Großmeisterpalast liegt. Und wenn wir mal schon da sind, schauen wir uns den doch gleich als Erstes an.
Unser Reiseführer klärt uns auf, dass der Palast so, wie wir ihn heute sehen, historisch nicht ganz korrekt ist, aber auf uns macht er dennoch einen sehr imponierenden Eindruck. Wir schauen uns die beiden Ausstellungen im Erdgeschoß an, die uns Aufschluss geben über das Leben auf Rhodos in der Antike und im Mittelalter.
In den oberen Räumen, die den italienischen Besatzern Anfang des 20. Jhdts. zu Repräsentationszwecken dienten, ist momentan eine etwas eigenwillige Ausstellung zu sehen, in der die Opernroben der Callas ausgestellt sind - aus Getränkedosen und Kronkorken geflochten! Wirklich originell - und fast beeindruckender noch als der Palast!
Im Anschluß an den Großmeisterpalast machen wir uns einen Eindruck von der Altstadt von Rhodos. Doch als wir in der berühmten Ritterstraße (Ippoton) die Massen von Touristen sehen, macht sich bei uns schon fast einen Fluchtreflex breit. Schade, die Ritterstraße wäre sicher richtig romantisch, wenn man sie denn auch zu sehen bekäme!
Wir gehen daher weiter in Richtung Hafen und zur Nea Agora. Hier gefällt es uns schon besser, im Innenhof reiht sich ein Lokal ans andere und da gerade sowieso Mittag ist, essen wir in einem davon eine Kleinigkeit. Man sitzt hier recht ruhig und man kann sogar ziemlich günstig essen. Wir beobachten ein wenig die Leute, die vorbeigehen und rätseln darüber, was sich gerade vor unseren Augen abspielt: ein Wirt diskutiert lautstark mit zwei Polizisten, die irgendetwas von ihm wollen. Der Wirt ist anscheinend ziemlich verärgert, doch nach einiger Zeit beruhigt er sich wieder und die Polizisten ziehen bald ab. Wir können leider nicht verstehen, worum es geht und fragen uns, ob sich die drei gerade heftigst gestritten oder sich gerade einfach nur so unterhalten haben - bei Griechen kann man das ja nicht immer voneinander unterscheiden
Nach dem Essen gehen wir weiter zum Mandraki-Hafen, wo die beiden Wappentiere - Hirsch und Hirschkuh - an der Stelle stehen, an der in der Antike der berühmte "Koloss von Rhodos" den Eingang zum Hafen bewacht haben soll.
Für heute sind wir nun genug in der Gegend herumgelatscht, die Füße tun weh und wir sind ja sicher nicht das letzte Mal in der Stadt. Also beenden wir für heute das Ausflugsprogramm und fahren zurück ins Hotel, wo wir den restlichen Tag auf der Terrasse verbringen und uns am Abend einen schönen Salat machen.


Tag 6: Donnerstag, 22.9.2011

In Kamiros sind die Archäologen noch immer
mit Ausgrabungen beschäftigt
Rund um Empona wird viel Wein angebaut.

Für heute nehmen wir uns eine große Inseltour vor. Erstes Ziel sind die Ausgrabungen der antiken Stadt Kamiros. Diesen grandiosen Blick auf das gegenüberliegende türkische Festland fanden sicher auch die alten Griechen herrlich! Wir sind gottseidank so früh dran, dass noch nicht sehr viele Touristen da sind, nur die Archäologen nutzen genau wie wir die noch angenehmen Temperaturen des Vormittags.
Weiter geht es entlang der nunmehr nur noch spärlich besiedelten Westküste nach Kritina, wo wir das Kastell besichtigen. Anschließend besuchen wir das winzige volkskundliche Museum, das sich am Ortsanfang befindet, bevor wir uns im Ort eine Taverne suchen. Wir machen den Fehler, durch die winzigen, engen und äußerst steilen Gassen mit dem Auto zu fahren - Markus flucht und beschwert sich über seine Navigatorin (mich!). Endlich finden wir einen Platz, um unser Auto zu parken, und laufen in den Ort hinein. Die Taverne am Dorfplatz liegt zwar ganz nett, wir haben aber schon weitaus besser gegessen
Anschließend fahren wir ins Inselinnere in den Weinort Empona. Ein kurzer Blick in die Emery-Weinkellerei überzeugt uns davon, dass hier wohl nicht nur Wein, sondern auch ganze Busladungen von Touristen "abgefüllt" werden. Auch im Ort ist ziemlich viel los, so dass wir wieder weiterfahren.
Auf dem Weg nach Monolithos stecken wir völlig unverhofft in einem Stau fest: der Ort Siana, den wir uns eigentlich auch noch anschauen wollten, hat eine so enge und verwinkelte Hauptstraße, dass die entgegenkommenden Busse fast nicht aneinander vorbeikommen. Die vielen auf der Straße trottenden Touristen sind auch nicht gerade hilfreich. Bloß raus hier!
Wenigstens ist um das Kastell von Monolithos nicht mehr ganz so viel los. Der kurze, steile Aufstieg auf den wuchtigen Felsen belohnt uns mit einem wunderschönen Blick auf die waldreiche Küstenlinie.
Nun verlassen wir die Westküste wieder und schlagen uns durch zum Osten von Rhodos. Ein kleiner lohnenswerter Abstecher bringt uns nach Asklipio, wo es ein Kastell und eine kleine uralte Kirche gibt. Die Fresken im Inneren der Kirche sind beeindruckend, aber auch das winzige Sakral- und Volkskundemuseum gefällt uns richtig gut.
Nun haben wir für heute genug gesehen, wir sind ein wenig kaputt und müde. Daher trinken wir bei Kalathos im Zacharoplasteio einen Frappé, essen dazu Galaktaboureko und Kataifi und fahren danach zurück ins Hotel, wo wir es uns gemütlich machen und uns am Abend Spaghetti alio e olio kochen.
Auch wenn die Strecke, die wir heute zurückgelegt haben, nur so um die 150 km war, kam es uns durch die kurvigen und engen Straßen viel länger vor.


Tag 7: Freitag, 23.9.2011

In den engen Gassen der Altstadt von
Rhodos-Stadt schein die Zeit
stehengeblieben zu sein.

Nach dem Frühstück machen wir es uns erst noch eine Weile auf unserer Terrasse bequem, bevor wir um etwa 11 Uhr nach Rhodos-Stadt aufbrechen.
Diesmal fahren wir zunächst auf die Akropolis, auf der heute gar nicht mal so viel los ist. Entweder sind die großen Reisegruppen um diese Zeit schon wieder weg oder gerade beim Mittagessen.
Das Gelände der Akropolis ist riesengroß und war sicher schon in der Antike ein beeindruckendes Erlebnis. Vieles wurde zwischenzeitlich wieder rekonstruiert, wie z.B. das Theater oder das Stadion, so dass man eine gute Vorstellung von der einstigen Pracht bekommen kann. In einer kleinen Ausstellung unterhalb des Gymnasiums erfahren wir einiges über die Ausgrabungen und über die antiken Wettkämpfe. Einige der antiken Überreste auf dem Akropolishügel sind jedoch fast nicht mehr als solche zu erkennen und bestehen teilweise nur noch aus ein paar "umgefallenen" Säulenresten. Offenbar dienten die antiken Überreste in späteren Jahrhunderten gerne mal als "Steinbruch". Doch der Blick von hier oben auf die Westküste der Insel und auf Rhodos-Stadt ist von hier aus sehenswert.
Wir fahren anschließend in die Stadt hinein und stellen unser Auto wieder in einer der kleinen Seitenstraßen am Altstadtrand ab. Danach suchen wir uns einen Weg quer durch die engen, kleinen Gassen der Altstadt. Gut, dass wir einen halbwegs guten Stadtplan dabeihaben, denn in den verwinkelten Gassen verliert man nach ein paar Abbiegungen leicht vollends die Orientierung. Dennoch ist es erstaunlich, wie schnell man aus dem touristischen Gewusel in absolut ruhige, beschauliche Gassen kommt, in denen die Zeit seit dem Mittelalter stehengeblieben zu sein scheint.
Nach einer kleinen Stärkung in der Nea Agora sind wir fit für einen Besuch des Archäologischen Museums.
Allein das Museumsgebäude gefällt uns sehr: das ehemalige Ordenshospiz ist ein wahrhaft angemessener Ort für das Museum, in dem neben Statuen, Vasen und antikem Schmuck auch viele Relikte aus der Ordenszeit der Insel zu sehen sind. Trotzdem ist es nicht überfrachtet und präsentiert die Ausstellungsstücke recht ansprechend. Auch der schöne Garten im 1. Stock und das im orientalischen Stil errichtete Villaragut-Haus machen das Museum zu einem echten Erlebnis und einer Oase der Ruhe.
Nach einem Spaziergang durch die Altstadt - diesmal gehen wir durch die geradezu üppig breite Sokratou-Straße - geht es nun wieder zurück ins Hotel, wo wir den restlichen Tag ausklingen lassen und am Abend eine griechische Meze machen.


Tag 8: Samstag, 24.9.2011

Vom Roloi-Uhrturm aus hat man einen tollen
Blick über die gesamte Altstadt
von Rhodos-Stadt.

Auch heute machen wir uns am späten Vormittag wieder auf den Weg nach Rhodos-Stadt und stürzen ins gleich mitten ins Getümmel auf der Orfeos-Straße. Der Eintritt zum Roloi-Uhrturm ist zwar mit 5 Euro ganz schön happig, aber dafür haben wir von ganz oben einen wirklich tollen Blick über die gesamte Altstadt. Es ist interessant zu sehen, wie viele Moscheen und Relikte aus der türkischen Zeit noch übriggeblieben sind, auch wenn manch ehemalige Moschee heute nur noch am kuppelförmigen Dach zu erkennen ist. Da im Eintrittspreis noch ein Getränk enthalten ist, machen wir es uns nach dem Rundblick noch im Dachgarten bei einem kühlen Drink gemütlich, bevor wir weiter durch Rhodos-Stadt schlendern.
Der Weg führt uns vorbei an der großen Süleyman-Moschee, die auch heute noch genutzt wird, zur türkischen Bibliothek, in der wir eine kleine Ausstellung arabischer Schriften zu sehen bekommen.
Weiter geht es zum türkischen Hammam, das auch heute noch als öffentliches Bad dient und daher auch nicht von innen besichtigt werden kann. Durch die engen Gassen der Altstadt gehen wir weiter an Agia Triada vorbei (eine umgewidmete Moschee, deren Minarett einfach gekappt wurde) bis zum Jüdischen Viertel und der Synagoge, bevor wir die nördliche Stadtmauer erreichen und die Altstadt durch eines der Hafentore wieder verlassen.
Zwischenzeitlich haben wir Hunger und so lassen wir uns bei "Roumeli" in der Nea Agora eine Gyros-Pitta-Platte mit Pommes schmecken. Serviert wird uns das Ganze von einem "Seebär" mit Kapitänsmütze und brummigem Äußeren. Danach machen wir uns ziemlich ausgestopft wieder auf den Weg zur Murad-Reis-Moschee und deren türkischen Friedhof. Auch wenn wir fast das ganze Areal umrunden, finden wir keinen Zugang zum Friedhof und können leider nur von außen durch den Zaun hineinlugen.
Nach einem Abstecher über den Grande Albergo della Rose, dem ältesten Hotel der Stadt, an den sich ein Teil des Stadtstrands anschließt, tun uns so langsam die Füße weh und wir machen uns wieder auf den Weg zurück zum Auto und ins Hotel. Unterwegs kaufen wir noch ein wenig Lebensmittel für morgen ein und machen es uns den restlichen Nachmittag auf der Terrasse gemütlich. Das Abendessen fällt heute ziemlich spärlich aus, denn das Mittagessen war doch ganz schön üppig.


Tag 9: Sonntag, 25.9.2011

In der Bucht von Charaki geht es noch
recht beschaulich zu.

Das Wetter lädt heute so richtig zum Baden ein, daher wird es heute ein reiner Badetag. Wir fahren wieder an unseren Lieblingsstrand, nach Charaki, wo wir diesmal einen Schirm und 2 Liegen mieten. 8 Euro sind zwar nicht von schlechten Eltern, aber wenn man einen ganzen Tag hier verbringt, ist das auch wieder ok. Doch der Strand bietet nur sehr wenig Schatten und wir legen doch keinen gesteigerten Wert darauf, morgen krebsrot zu sein und uns den Rest des Urlaubs nur noch im Schatten rumdrücken zu können.
Wir haben unsere Bücher dabei, gehen zwischendrin immer wieder ins wunderbar temperierte Wasser, essen mittags an der winzigen "Strandpromenade" ein paar Sandwichs und lassen den Tag an uns vorbeiziehen.
Erst am späten Nachmittag, als sich doch tatsächlich ein paar freche Wölkchen vor die Sonne schieben, packen wir unsere Sachen zusammen und fahren wieder zurück ins Hotel, wo wir auf der Terrasse Hörbücher hören und uns am Abend ein paar Nudeln machen.


Tag 10: Montag, 26.9.2011

Ein verträumt wirkender Eros ziert den Brunnen
in der Rotunda der Kallithea-Therme.

Am Abend soll es bei uns im Hotel Stifado geben, daher melden wir uns heute nach dem Frühstück mal fürs Abendessen an.
Wir bleiben noch eine Weile auf unserer Terrasse und brechen erst am späten Vormittag auf. Diesmal wollen wir uns in der näheren Umgebung umschauen und fahren zunächst zur Kallithea-Therme. Die herrlich kitschig-orientalischen Gebäude, die nach dem Krieg ziemlich heruntergekommen waren, wurden erst vor wenigen Jahren restauriert und sind heute eine entspannende Oase der Ruhe - nur am winzigen Strand mit seinen Thermalquellen und der Strandbar ist der Teufel los.
Wir kehren wieder ins Hotel zurück, wo wir uns eine kleine Brotzeit und einen griechischen Kaffee machen. Danach geht es weiter zum Filerimos-Kloster, das wir nach unzähligen Serpentinen auf einem Hügel liegend erreichen. Hier oben, inmitten von Kiefern und Zypressen, ist es ein wenig kühler und ein leichtes Lüftchen lässt uns die Hitze des Tages viel leichter ertragen.
Am Ende eines Kreuzweges steht ein riesiges Kreuz aus Beton, in dessen Inneren man über eine extrem enge und steile Treppe bis hinauf zu den Querbalken des Kreuzes klettern kann, die gleichzeitig als Aussichtsplattform dienen. Auch wenn der Rundumblick dort oben einfach grandios ist, sollte man doch einigermaßen schwindelfrei sein. Wir sind jedenfalls froh, als wir wieder unten auf festem Boden sind.
Anschließend geht es wieder zurück ins Hotel auf unsere Terrasse, wo wir noch eine ganze Weile lesen und uns dann fürs Abendessen fertigmachen.


Tag 11: Dienstag, 27.9.2011

Das sogenannte "Lindos-Taxi" hat zwar nur
1 PS, aber dafür 4 Beine.

Für heute planen wir mal wieder eine längere Fahrtstrecke, daher brechen wir heute recht früh auf. Unser erstes Ziel ist Moni Tharri, das ziemlich einsam im Inselinneren liegt. Das - und vermutlich auch die relativ frühe Uhrzeit - ist wohl ausschlaggebend dafür, dass wir hier fast ganz alleine sind. Die Fresken in der Klosterkirche sehen ziemlich alt aus und sind wunderschön, auch das Kloster selbst gehört mit Sicherheit zu den schönsten auf Rhodos.
Ein Schild beim Parkplatz verweist auf ein "Castle", daher fahren wir ein Stück in die angegebene Richtung. Nach ein paar Kilometern geben wir dann aber doch auf, da unsere Karte in der Gegend nur die Burg von Asklipio kennt und da waren wir ja schon vor ein paar Tagen.
Da wir heute noch nach Lindos wollen, aber keine Lust auf Massen von Touristen haben, machen wir erst mal einen Badestopp in Charaki, wo wir uns die Sonne bis zum Nachmittag auf den Bauch scheinen lassen und uns zwischendrin ein Gyros-Pitta gönnen. Durch die Sonne sind wir ein wenig müde geworden und trinken daher auf unserem Weg nach Lindos noch in Kalathos einen Frappé, bevor wir uns ins Getümmel stürzen.
Schon der erste Blick auf Lindos ist wirklich toll: ein regelrechtes Bilderbuchdorf, wie es sich mit seinen schneeweißen, kubischen Häuschen an die Flanke des mächtigen Berges duckt. Darüber liegt die mächtige Burg mit der Akropolis. Kein Wunder, dass Lindos ein absolutes "Muss" für jeden Rhodos-Besucher ist.
Wie schon erhofft, geht es am späten Nachmittag in Lindos nicht mehr ganz so zu, die meisten Reisebusse sind schon zurück in die Hotels gefahren, so dass wir uns nicht mehr durch Massen von Touristen drängen müssen. Dennoch merkt man, dass Lindos ein Touristenmagnet ist: am Ortseingang warten die "Lindos-Taxis" (Esel mit ihren Besitzern), um fußfaule Touristen hinauf zur Akropolis zu tragen. Wer dennoch zu Fuß geht, hat bis fast hinauf zur Akropolis Gelegenheit, in einem der unzähligen, sich fast den gesamten Weg aneinanderreihenden Souvenirgeschäften, unnützen Schnickschnack zu vermutlich überhöhten Preisen zu erstehen.
Den Verlockungen können wir jedoch gut widerstehen, und so sind wir schon bald oben am Fuße der Akropolis. Entweder haben die Kontrolleure heute keine Lust mehr zu kassieren oder man muss tatsächlich so spät am Tag und in der Nachsaison keinen Eintritt mehr zahlen, jedenfalls bekommen wir heute eine kostenlose Eintrittskarte in die Hand gedrückt. Ist auch in Ordnung - wir wollen uns da nicht beschweren.
Hier oben auf dem Burgberg ist um diese Zeit auch nicht mehr so viel los und außerdem ist das Licht des späten Nachmittags geradezu ideal zum Fotografieren. Und der Blick auf Lindos und die Umgebung ist ebenfalls grandios. Wir bleiben so lange hier oben, bis wir alles in Ruhe angeschaut haben und schlendern dann gemütlich zurück durch die engen, bunten Gassen des Ortes.
Auf dem Weg Richtung Heimat haben wir noch einmal Gelegenheit, im Licht der schon tief stehenden Sonne einen letzten Blick zurück auf das malerisch gelegene Dorf zu werfen.


Tag 12: Mittwoch, 28.9.2011

Diese flotte Biene preist auf dem Lieferwagen
des Imkereimuseums ihren Honig an.

Heute wollen wir mal den Rodini-Park suchen. Das ist allerdings nicht ganz so einfach, da das Schild "Apo Rodini" uns nach rechts in ein absolutes Wohngebiet leitet. Das kann irgendwie nicht richtig sein, der Park muss eigentlich links liegen, nur gibt's da überhaupt keine Abzweigung. Also fahren wir erst mal weiter Richtung Rhodos-Stadt und biegen dann die nächste rechts ab. Leider führt uns das auch nicht zum Ziel und wir müssen eine große Runde fahren, um wieder auf dem Lindos-Highway zu landen. Also neuer Versuch: diesmal biegen wir direkt am Schild rechts ab, parken im Wohngebiet und überqueren dann die Schnellstraße. Dort finden wir dann tatsächlich einen Zugang zum Park. Ab und zu kommen wir auch an Schildern vorbei, die auf Gräber, Heiligtümer und Ähnliches hinweisen - aber spektakulär ist der Park eigentlich nicht
Also gehen wir wieder zurück zum Auto und fahren wieder aus Rhodos-Stadt hinaus, mit dem Ziel Imkereimuseum. Das ist zwar recht klein, aber eigentlich ganz nett gemacht. Man kann sogar den Bienen in einem Plexiglas-Bienenstock bei ihrer Arbeit zuschauen - ohne Gefahr gestochen zu werden.
Danach geht es wieder zurück zum Hotel, wo wir eine Brotzeit machen und auf der Terrasse lesen. Als es uns nach einer Weile zu langweilig wird, setzen wir uns wieder ins Auto und fahren nach Rhodos-Stadt, wo am Nachmittag gar nicht mehr so viel los ist. Wir schlendern daher durch die Stadt und entlang der Mühlenmole und nutzen das schöne Nachmittagslicht und die fast leeren Gassen zum Fotografieren.
Wir überlegen, ob wir morgen einen Ausflug nach Symi machen sollen, aber die meisten Boote legen schon um 9 Uhr ab, das ist uns dann doch etwas zu früh. Die spätere Fähre um 9:45 Uhr ist angeblich bereits ausgebucht. Nun ja, muss ja auch nicht sein.
Nun fahren wir wieder zurück ins Hotel, wo wir für unser Abendessen noch ein paar Blätter Basilikum aus der Hotelanlage "stibitzen". Aber wenigstens peppen die unsere letzten Vorräte (Nudeln, Knoblauch und Käse) geschmacklich ein wenig auf.


Tag 13: Donnerstag, 29.9.2011

Fische, Mäuse, Tauben: dieser Eisverkäufer
in Rhodos-Stadt hat seine Produkte
äußerst phantasievoll dekoriert.
Wer kann da schon widerstehen?

Am Vormittag fahren wir erst mal nach Rhodos-Stadt und besuchen die Old Gallery, eines von drei Museen, die zum Museum of Modern Greek Art gehören. Es ist zwar recht klein, aber es gibt hier einige recht nette Gemälde von lokalen Künstlern. Anschließend wollen wir auch noch das Zweigmuseum, das Center of Contemporary Art anschauen. Es ist ein wenig versteckt im Hof eines Cafés und es hat leider geschlossen. Was tun? Erst mal trinken wir im Café einen Frappé, vielleicht macht es ja dann zwischenzeitlich auf. Leider hilft auch das Warten nicht, daher beschließen wir, den restlichen Tag am Strand zu verbringen. Wir fahren wieder nach Charaki, wo wir erst mal in einer der Bars etwas essen. Danach schnappen wir uns zwei Liegen und einen Schirm und faulenzen in der Sonne. Wir bleiben fast 3 1/2 Stunden, müssen diesmal aber nicht einmal etwas bezahlen. Zumindest kommt keiner zum Abkassieren, was uns nicht wirklich belastet.
Auf der Heimfahrt legen wir einen Stopp bei einem Keramikhändler ein, der ausnehmend wenig Kitsch anbietet. Wir kaufen ein paar außergewöhnliche Stücke: eine Theaterfratze, die wir daheim an unsere Terrassenwand hängen wollen, und ein Flötenspielrelief, das sich in unserer Vitrine gut machen könnte.
Die Heimfahrt treibt uns ein wenig den Puls nach oben. Zuerst können wir gerade noch einem Hund ausweichen, der vor uns über die Straße laufen will. Etwas später traben ein paar Ziegen über die Straße und auf der Gegenfahrbahn hat es im Baustellenbereich offenbar schon gekracht. Auf jeden Fall sind wir froh, wieder am Stück im Hotel anzukommen.
Dort müssen wir erst mal Stechmücken jagen. Heute war Putztag und die Zimmermädchen reißen immer alle Fenster und Türen auf, so dass wir diesmal gefühlte 50 Stück erlegen müssen, bis es um uns herum nicht mehr sirrt.
Danach machen wir uns einen großen Salat zum Abendessen und als Nachspeise gibt es Joghurt mit frischen Feigen und Honig.


Tag 14: Freitag, 30.9.2011

Ein Teich mit Springbrunnen mitten in der
Pampa? Wir rätseln, was das zu bedeuten hat.

Langsam neigt sich der Urlaub wieder dem Ende zu - das ist heute unser letzter kompletter Tag und die letzte Chance, die verbleibenden Sehenswürdigkeiten der Insel zu finden.
Wir fahren zunächst an der Westküste entlang, bis zur Abzweigung zum Profitis Ilias. Fast am Gipfel des Berges steht, inmitten hoher Nadelbäume, ein Chalet, das eher in die Alpen zu passen scheint als auf eine griechische Insel. Vermutlich wollten die Italiener, die es erbaut haben, ein wenig Heimatgefühle erleben.
Auf dem Weiterweg in Richtung Ostküste kommen wir an der kleinen Kapelle Agios Nikolaos Fountoukli vorbei, die ganz ruhig und beschaulich am Wegesrand liegt. Kurz vor Eleousa liegt plötzlich direkt neben der Straße ein riesiges, kreisrundes Becken mit einem Springbrunnen in der Mitte - sonst nichts. Wir steigen aus und fragen uns, was das wohl bedeuten mag. Wir finden ein Schild, auf dem etwas von "Erhaltungsmaßnahmen für den gefährdeten Fisch Gizani" steht. Aha, und was bitte ist "Gizani"??? Wir schauen in das trübe Wasser und meinen, ein paar schemenhafte Fischumrisse zu sehen. Nicht besonders spektakulär, aber einen schönen Pool haben die Fische hier.
Wir fahren weiter nach Apollona, wo es ein Folklore-Museum geben soll. Doch wichtiger ist es für uns aber erst einmal, dass es hier eine Tankstelle gibt. Wir haben zwar am Vormittag für 10 Euro getankt, aber der Sprit reicht uns vermutlich gerade noch bis auf die andere Seite der Insel. Also schütten wir nochmal für 10 Euro Sprit in den Tank, das müsste nun reichen.
Das Museum von Apollona finden wir zwar nach einer Weile, aber leider scheint es heute geschlossen zu haben. Schade! Auch die Tavernen im Ort scheinen uns für einen so abgelegenen Ort etwas zu teuer, daher beschließen wir, wieder nach Charaki zu fahren, dort etwas in einer der Bars zu essen und anschließend ein letztes Mal die Sonne und den Strand zu genießen.
Erst am Nachmittag fahren wir wieder zurück ins Hotel, machen eine Tasse Kaffee, essen Joghurt mit Honig und frischen Feigen und sitzen ein letztes Mal lesend auf unserer Terrasse.
Das Abendessen fällt heute ein wenig kärglicher aus als sonst, da wir unsere letzten Reste verspeisen müssen. Danach schauen wir ein wenig fern, vielleicht bekommen wir ja heraus, welches Wetter uns morgen daheim erwartet.


Tag 15: Samstag, 1.10.2011

It's boarding time!

Der letzte Urlaubstag ist angebrochen. Dennoch verfallen wir nicht schon in der Früh in hektisches Kofferpacken, denn wir werden heute erst um 18:20 Uhr mit dem Taxi abgeholt. Außerdem haben wir ja unser Auto noch und müssen es erst um 15:00 Uhr abgeben. Also haben wir eigentlich noch einen fast kompletten Urlaubstag vor uns. Unser Zimmer dürfen wir auch so lange benutzen, wie wir wollen - die Nachsaison hat ihre Vorteile.
Also fahren wir noch ein letztes Mal nach Rhodos-Stadt. Vielleicht ist ja heute das Museum of Contemporary Art mal geöffnet. Leider haben wir auch heute kein Glück. Wir schlendern daher noch einmal durch die Altstadt und den Burggraben und machen Fotos. Auch heute essen wir bei Roumeli in der Nea Agora, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machen.
Unterwegs kaufen wir im Supermarkt noch ein ganzes Kilo Kefalograviera - das muss ja daheim schließlich eine Weile reichen - und verbringen dann den restlichen Nachmittag auf unserer Terrasse, trinken einen letzten griechischen Kaffee und warten vergeblich, dass jemand unser Auto abholen will. Daher geben wir den Autoschlüssel später zusammen mit unserem Zimmerschlüssel ab und verabschieden uns von unseren Wirtsleuten.
Das Taxi zum Flughafen kommt überpünktlich, so dass wir völlig ohne Stress einchecken können. Während wir auf unser Flugzeug warten, geht draußen so langsam die Sonne unter.
Das Flugzeug hebt pünktlich ab und wir sind sogar 10 Minuten vor der angegebenen Zeit wieder zurück in München. Auch bei der Gepäckausgabe müssen wir nicht lange warten, so dass wir schon um 11 Uhr im Taxi sitzen und um 1/2 12 Uhr endlich daheim sind.
Unsere innere Uhr ist allerdings schon 1 Stunde weiter und noch auf griechische Zeit gepolt, so dass wir ziemlich kaputt sind und nur noch die zerbrechlichen Sachen und den Käse wegpacken, bevor wir müde ins Bett fallen.

Unser Fazit dieses Urlaubs: Rhodos ist sicher eine Reise wert. Doch wer Ursprünglichkeit und das "echte" griechische Leben sucht, ist hier fehl am Platz. Der Tourismus hat die Insel fest im Griff und die Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit der Griechen hat sich mit dem Kommerz verbunden. Die Hotels sind einen Tick zu groß und könnten oft eine Renovierung vertragen, die Strände sind zwar schön, aber überfüllt, der Tourismus steht zu sehr im Vordergrund - die Insel hat den Charme einer alternden Schönheit, die ihre Fältchen mit etwas zu viel Make-up überdeckt.
Während der Hauptsaison möchten wir hier lieber nicht sein! Aber für den September ist die Insel ein durchaus geeignetes Reiseziel, gefallen hat es uns trotzdem und wir haben hier einige wirklich sehenswerte Highlights gefunden - allem voran die Altstadt von Rhodos-Stadt, das Schmetterlings-Tal oder "unseren" Strand in Charaki.


Weitere Informationen zum Reiseziel finden Sie den entsprechenden Länderbereichen
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